• IT-Karriere:
  • Services:

Kleine Akkus: Berlin bekommt offenbar Halbtagsbusse

Berlin wird einem Medienbericht zufolge Probleme mit seinen neuen E-Bussen bekommen. Zum einen ist die Reichweite der Akkus gering und zum anderen werden die Fahrzeuge von einem weit entfernten Betriebshof bereitgestellt. Es gibt aber Lösungen.

Artikel veröffentlicht am ,
Die E-Busse haben ein anderes Einsatzprofil, hier ein Modell aus dem Jahr 2018.
Die E-Busse haben ein anderes Einsatzprofil, hier ein Modell aus dem Jahr 2018. (Bild: BVG)

Die neue Generation von Berliner E-Bussen hat ein Reichweitenproblem, wie Verkehrsjournalist Thomas Fülling in der Morgenpost schreibt. Die Fahrzeuge lassen sich nur halbtags einsetzen. Zumindest ist das bei den ersten gelieferten Fahrzeugen der Fall. Von vier Bussen sind bereits drei im Einsatz. Sie bedienen überwiegend die Linie 142, die den Leopoldplatz über Hauptbahnhof mit dem Ostbahnhof verbindet. Die Fahrt dauert etwa 42 Minuten.

Stellenmarkt
  1. ESG Mobility GmbH, München
  2. Wirecard Technologies GmbH, Aschheim bei München

Doch bereits nach einem halben Tag reicht die Akkukapazität nicht mehr aus und die Fahrzeuge müssen zurück auf den Betriebshof, um die Akkus zu laden. Diese Information hat Fülling von Busfahrern erhalten. Die BVG bestätigte das, verwies aber auf die Testphase, in der sich die Busse derzeit befinden. Sie fahren beispielsweise morgens und dann später noch einmal am Nachmittag bis Betriebsschluss.

Füllings Informationen zufolge kommen die Busse nur auf 140 Kilometer Reichweite. Ein großes Problem ist dabei der weit entfernte Betriebshof in Weißensee. Je nach Einsatzort auf der Linie 142 sind dies allein acht bis neun Kilometer Distanz. Die Linie selbst hat eine Länge von ungefähr 8 Kilometern. Unter Idealbedingungen dürften die Busse unseren Berechnungen zufolge etwas über elf Stunden einsetzbar sein.

Eine Ladeinfrastruktur in der Nähe des Einsatzortes gibt es nicht. Berlins Bombardier-Primove-Busse, die seit Jahren auf der Linie 204 fahren, arbeiten mit Induktionsladeflächen an den Endhaltestellen. Die Busse fahren zwar noch, jedoch es ist um das Primove-Projekt äußerst ruhig geworden. Die neuen E-Busse sind mit Primove nicht kompatibel.

Unklar ist bisher, warum die Linie 142 nicht vom Betriebshof Wedding unweit des Leopoldplatzes aus bedient wird oder wenigstens eine Buslinie in der Nähe von Weißensee als Teststrecke verwendet wird. Die regelmäßigen Fahrten zum Betriebshof sind jedenfalls nicht wirtschaftlich. Der Busverkehr ist für die Akkus zudem anspruchsvoll, da das Wetter die tatsächliche Reichweite bestimmt. Dieselbusse haben diese Reichweitenprobleme nicht. Sie fahren zwischen 600 und 700 Kilometern, bevor der Tank leer ist.

Laut Morgenpost arbeitet die BVG bereits an Lösungen. So soll es neue oder veränderte Linienführungen geben, die besser für E-Busse geeignet sind. Der Einsatz bestimmter Fahrzeuge für besondere Gegebenheiten ist in Berlin allerdings nichts Besonderes. Manche Linien können in Berlin beispielsweise auch nicht von den Doppeldeckern bedient werden, da nicht alle Unterführungen für diese geeignet sind. Auch Gelenkbusse lassen sich nicht überall einsetzen. Mit den E-Bussen kommt offenbar noch etwas Komplexität dazu.

Kritik gibt es zudem an den Kosten. Die Fahrzeuge sind gut doppelt bis dreimal so teuer wie herkömmliche Dieselbusse. Das ruft auch Kritik von Fahrgastverbänden hervor, die das Geld lieber für alte E-Technik wie etwa Straßenbahnen oder Oberleitungsbusse verwenden würden.

Allgemein erwarten ÖPNV-Experten aber, dass die E-Busse durch eine einfachere Wartung Kosten sparen. Die Ladefahrten vom und zum Betriebshof sind aber zusätzliche Kostenfaktoren. Da der Ladevorgang mehrere Stunden dauern kann, braucht es eine größere Flotte an Fahrzeugen, was die effektiven Preise je Einsatzbus noch einmal in die Höhe treibt.

Die E-Busse eignen sich nach derzeitigem Stand damit eher für Linien, die etwa im Schülerverkehr einen hohen Bedarf haben. Auch für Verstärkerfahrten wären sie gut geeignet. Diese werden meist morgens und dann erst wieder abends benötigt. Entsprechende Linien gibt es in Berlin in großer Zahl. Lösungen für eine effiziente Einsatzplanung sollte es also geben.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. 29€ (Bestpreis!)
  2. 34,99€/49,99€ (mit/ohne Spezialangebote)

Micha_T 14. Jun 2019

Ich mag die bvg ja. Aber ... 140km. Sry aber das ist sinblis fann darüber...

Harddrive 13. Jun 2019

Vergiss aber nicht den Artikel mit der Brandgefahr beim E-Tron zu lesen ;-)

berritorre 12. Jun 2019

Danke für die Zusatzinfos. Das war sehr hilfreich.

berritorre 12. Jun 2019

Da können wir jetzt natürlich vortrefflich drüber streiten, wo denn die Atacama genau...

Anonymer Nutzer 11. Jun 2019

Asozial sind wohl Leute die stumpf durchbeleidigen. Ich habe nichts gegen mangelndes...


Folgen Sie uns
       


Philips Hue Play HDMI Sync Box angesehen

Die Philips Hue Play HDMI Sync Box ist ein HDMI-Splitter, über den Hue Sync verwendet werden kann. Im ersten Kurztest funktioniert das neue Gerät gut.

Philips Hue Play HDMI Sync Box angesehen Video aufrufen
In eigener Sache: Aktiv werden für Golem.de
In eigener Sache
Aktiv werden für Golem.de

Keine Werbung, kein unerwünschtes Tracking - kein Problem! Wer Golem.de-Inhalte pur nutzen möchte, hat neben dem Abo Golem pur jetzt eine weitere Möglichkeit, Golem.de zu unterstützen.

  1. Golem Akademie Von wegen rechtsfreier Raum!
  2. In eigener Sache Wie sich Unternehmen und Behörden für ITler attraktiv machen
  3. In eigener Sache Unser Kubernetes-Workshop kommt auf Touren

Bosch-Parkplatzsensor im Test: Ein Knöllchen von LoRa
Bosch-Parkplatzsensor im Test
Ein Knöllchen von LoRa

Immer häufiger übernehmen Sensoren die Überwachung von Parkplätzen. Doch wie zuverlässig ist die Technik auf Basis von LoRa inzwischen? Golem.de hat einen Sensor von Bosch getestet und erläutert die Unterschiede zum Parking Pilot von Smart City System.
Ein Test von Friedhelm Greis

  1. Automated Valet Parking Daimler und Bosch dürfen autonom parken
  2. Enhanced Summon Teslas sollen künftig ausparken und vorfahren

Neuer Streamingdienst von Disney: Disney+ ist stark bei Filmen und schwach bei Serien
Neuer Streamingdienst von Disney
Disney+ ist stark bei Filmen und schwach bei Serien

Das Hollywoodstudio Disney ist in den Markt für Videostreamingabos eingestiegen. In den USA hat es beim Start von Disney+ technische Probleme gegeben. Mit Blick auf inhaltliche Vielfalt kann der Dienst weder mit Netflix noch mit Amazon Prime Video mithalten.
Von Ingo Pakalski

  1. Videostreaming im Abo Disney+ hat 10 Millionen Abonnenten
  2. Disney+ Disney bringt seinen Streaming-Dienst auf Fire-TV-Geräte
  3. Streaming Disney+ startet am 31. März 2020 in Deutschland

    •  /