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Postapokalyptisches vor Fallout

Dessen erster Erbe ist vielen Spielern ein Begriff: Fallout. Vor allem die ersten beiden, klassisch isometrischen Fallout-Teile von 1997 und 1998 haben nach wie vor eine begeisterte Fangemeinde, die jeden Schritt weg vom Retro-Original hin zu 3D und im letzten Teil zum Quasi-MMO (Fallout 76) mit lautem Protest begleitete.

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Das gerade frisch erschienene Wasteland 3 von Inxile Entertainment (Windows-PC, MacOS, Linux, PS4 und Xbox One; rund 60 Euro) hingegen dürfte dieser Zielgruppe gefallen: Noch größer, komplexer und durchgedrehter als Teil 2, ist die eiskalte Postapokalypse von Colorado ein Paradebeispiel für Hochglanz-Retro und auch für neugierige Einsteiger einen Ausflug wert.

Dabei ist es nur eines in einer ganzen Reihe großartiger moderner "Retro"-Perlen im traditionsreichen Genre der isometrischen Rollenspiele. Von Divinity: Original Sin über Pillars of Eternity und Pathfinder: Kingmaker bis hin zu Disco Elysium besteht heutzutage kein Mangel an frischen Rollenspielen, die sich an den Klassikern orientieren. Retro ohne Nostalgiekitsch quasi.

Wer seine Rollenspiele noch ein bisschen klassischer liebt, hatte mit Legend of Grimrock 1 und 2 (Windows-PC, Linux, MacOS und iOS; rund 5 Euro) übrigens schon 2012 und 2014 Gelegenheit, den RPG-Oldie Dungeon Master aus dem Jahr 1987 quasi kerkerfrisch neu zu erleben.

Die First-Person-Engine-Revolution der frühen 90er hatte diesen schrittweise zu spielenden Labyrinth-Rollenspielen den Garaus gemacht. Dabei steckt, so beweisen die beiden finnischen Grimrock-Teile, eine Menge an Pfiff in der vermeintlichen Beschränkung. Die Spiele sind tatsächlich nicht nur für Nostalgiker etwas.

Wasteland 3 Day One Edition [Playstation 4]

Ego-Shooter jenseits von Doom

Apropos First-Person-Revolution: Längst sind die ersten der damals revolutionären Ego-Shooter selbst zu Retrogames geworden. Die Beliebtheit von Shootern ist auch wegen der besonderen technischen Faszination zwar ungebrochen, doch die ersten First-Person-Kultspiele wie Doom, Hexen, Quake und Duke Nukem unterscheiden sich in Sachen Gameplay und Grafik natürlich deutlich von den heutigen Hochglanztiteln.

Auch hier gilt jedoch, dass vermeintliche Fortschritte in Sachen Spielmechaniken nicht unbedingt objektive Verbesserungen sein müssen - das beweist etwa die fast archaische Hochglanz-Action der letzten beiden Doom-Reboots.

Abseits dieser Rückkehr zum Highspeed-Shooter-Gameplay der frühen 90er halten auch kleinere Entwickler die Erinnerung an den Reiz dieser erfolgreichsten Zeit des Genres am Leben.

Wrath: Aeon of Ruin (Windows-PC; rund 21 Euro im Early Access) etwa lässt die Frühzeit der First-Person-Shooter mit Macht und ordentlich Wumms im Stil von Quake wiederaufleben.

Im First-Person-Slasher Elderborn (Windows-PC; rund 13 Euro) hingegen wird die klassische Rezeptur von Hexen, Heretic und Dark Messiah of Might & Magic mit einer Prise Dark Souls angereichert.

Der kalifornische Indie-Publisher New Blood Interactive hat sich sogar ganz der zeitgemäßen Renaissance dieser Epoche verschrieben: Mit Dusk, Amid Evil und Ultrakill feiert der brachiale, architektonisch verspielte und grafisch aufgebohrte Shooter-Thrill der Zeit um die Jahrtausendwende 20 Jahre später ein Comeback - und das nicht nur in den Augen all jener, die nostalgisch auf ihre ersten Frags zurückblicken.

Mit Gloomwood hat sich New Blood übrigens eines weiteren Titels angenommen, der sowohl Retrofreunden als auch Spätergeborenen Freude bereiten wird. Wer die Original-Thief-Reihe aus den 90ern gespielt hat, findet sich in der "Immersive Sim" in einer düsteren Steampunk-Stadt schnell zurecht.

Bislang gibt es erst eine Demo von Gloomwood, doch die beweist eines eindrucksvoll: Das Graben in der Videospielgeschichte ist nicht nur für Nostalgiker interessant. Richtig wiederbelebt, ist Retro auch 2020 noch brandneu.

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quineloe 25. Sep 2020

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Sharra 25. Sep 2020

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Sharra 25. Sep 2020

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Sharra 25. Sep 2020

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