Mit Kreditkarten näher an den Endverbraucher

Doch der stets rastlos wirkende Siemiatkowski will mehr. In einem Interview erklärte er, dass sein Unternehmen künftig näher an den Kunden rücken und damit den traditionellen Banken Paroli bieten wolle. Dass er diesen Weg bereits eingeschlagen hat, zeigt die Ausgabe eigener Kreditkarten.

Es handelte sich um einen strategischen Schritt, der Klarna nun direkten Zugang zum Endverbraucher verschafft. In diesem Zuge stellt er eine düstere Prognose für die Deutsche Bank und andere traditionelle Kreditinstitute. Die rasante Digitalisierungen werde den Großbanken in nicht allzu weiter Zukunft den Garaus machen, orakelt er.

"Wir haben bei allen vorangegangenen industriellen Revolutionen gesehen, dass die Spezialisierung der Unternehmen weiter fortschreitet. Meiner Meinung nach sind die Banken viel zu breit aufgestellt", erklärte er der Zeitung Svenska Dagbladet. Der Exitus herkömmlicher Institute stehe unmittelbar bevor. "Früher habe ich gesagt, dass die Veränderung der Finanzbranche 15 bis 20 Jahre dauert. Jetzt glaube ich, dass es nur fünf Jahre sein werden."

Auch wenn Klarna heute Europas wertvollstes nicht börsennotiertes Fintech ist, verlief der Aufstieg des Start-ups nicht reibungslos. Vor zwei Jahren etwa warfen Verbraucherschutzverbände in Nordeuropa dem Unternehmen vor, allzu schnell Mahn- und Inkassogebühren von Endkunden einzufordern.

Negative Klarna-Schlagzeilen dominierten über Wochen schwedische Medien. "Es war meine schwierigste Zeit", gibt Siemiatkowski heute zu. Einige Vorwürfe seien berechtigt gewesen, man habe die internen Abläufe entsprechend verändert.

Von den drei Freunden ist nur noch Sebastian Siemiatkowski im Unternehmen, die beiden anderen haben Klarna bereits vor einiger Zeit verlassen. Nun rückt innerhalb der Branche die Frage in den Mittelpunkt, ob Klarna in absehbarer Zukunft an die Börse strebt. Es ist allerdings eine Frage, die dem Klarna-Chef derzeit offenbar keine schlaflosen Nächte bereitet. "Ich glaube, dass es dazu irgendwann kommen kann", sagt eri ziemlich gelassen, "aber wir haben keine Eile damit".

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 Klarna: Der Schrecken der traditionellen Banken
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Peter Brülls 14. Aug 2019

Das war auf deren Risiko. Ansonsten war ich getaufte mal bei unserem Experten für...

Peter Brülls 14. Aug 2019

Wäre gar keine schlechte Sache, vor allem wenn es mit per-App/Anwendungsspezifschen...

Peter Brülls 14. Aug 2019

Ja, eben das Thema schusselig. Ehrlich gesagt finde ich es überraschend, dass du so viel...

Tito 13. Aug 2019

Man bekommt mehrere Erinnerungen per Mail und hat afaik 30Tage Zeit zu zahlen. Find ich...



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