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Kündigung des Jahresabos: Adobe wegen versteckter Gebühren bei Abokündigung verklagt

Bei der Kündigung eines viel genutzten Abomodells von Adobe werden 50 Prozent des Restbetrags fällig. Das gilt auch in Deutschland.
/ Ingo Pakalski , dpa
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Adobe ist wegen versteckter Kosten bei der Abokündigung verklagt worden. (Bild: Nikolas Kokovlis via Reuters Connect)
Adobe ist wegen versteckter Kosten bei der Abokündigung verklagt worden. Bild: Nikolas Kokovlis via Reuters Connect

Die US-Regierung wirft dem Photoshop-Anbieter Adobe vor, Verbraucher in eine Abofalle zu locken, und zieht deswegen vor Gericht. Im Mittelpunkt der Klage steht die Gebühr, die Adobe bei vorzeitiger Kündigung eines Jahresabos mit monatlicher Zahlung verlangt. Dabei werden 50 Prozent des restlichen Vertragswerts fällig.

Adobe weise beim Aboabschluss nicht angemessen auf diese Zahlung hin, sondern verstecke sie im Kleingedruckten sowie in Textboxen und hinter Links, hieß es in der eingereichten Klage(öffnet im neuen Fenster) . Erst beim Kündigungsversuch werde die Gebühr offensichtlich – und sie halte "Verbraucher in Abonnements gefangen, die sie nicht mehr wollen" .

Adobe verstoße mit der Vorgehensweise gegen US-Gesetze zum Verbraucherschutz. Adobe erwiderte in einer kurzen Stellungnahme(öffnet im neuen Fenster) , man sei transparent bei den Abobedingungen und biete ein einfaches Kündigungsverfahren. Das Unternehmen wolle die Vorwürfe vor Gericht entkräften.

Die 50-Prozentgebühr gibt es so auch in Deutschland

Die Abodienste Adobes sind nach Aussage des Unternehmens "bequem, flexibel und kostengünstig" . Kunden könnten das Abomodell wählen, das zu den eigenen Bedürfnissen passe, etwa mit Blick auf die Vertragslaufzeit und die finanziellen Möglichkeiten. "Unsere Priorität ist es, unseren Kunden stets eine positive Erfahrung zu bieten."

Auch in Deutschland kann man bei Adobe einen Jahresvertrag mit monatlicher Abrechnung(öffnet im neuen Fenster) nur in den ersten 14 Tagen nach Abschluss kostenlos kündigen. Danach wird die 50-Prozent-Gebühr fällig.

Adobe begann vor mehr als 13 Jahren den Umstieg vom Verkauf seiner Kreativsoftware auf ein Abomodell . Die Abonnementerlöse machen inzwischen einen Großteil des Geschäfts aus. Das ist ein allgemeiner Trend in der Softwarebranche. Allerdings sind die Abos oft monatlich kündbar. Auch Adobe hat ein solches Modell – es kostet jeden Monat allerdings deutlich mehr als bei einem Jahresvertrag.


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