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Klage: Ex-Mitarbeiter erhebt Vorwürfe gegen Apple

Nach dem Ausscheiden von Steve Jobs hat sich laut einem ehemaligen Mitarbeiter vieles bei Apple verschlechtert. Er wirft dem Konzern in einer Patentklage vor, auf Kritik mit Kündigung zu reagieren und Produkte ungetestet auf den Markt zu bringen.
/ Ingo Pakalski
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Vorwurf: Kritische Mitarbeiter werden von Apple-Chef Tim Cook entlassen. (Bild: Josh Edelson/AFP/Getty Images)
Vorwurf: Kritische Mitarbeiter werden von Apple-Chef Tim Cook entlassen. Bild: Josh Edelson/AFP/Getty Images

Tim Cook habe Apple radikal verändert, sagt ein ehemaliger Mitarbeiter, der gerichtlich gegen den Konzern vorgeht. Der frühere Apple-Ingenieur schreibt in seiner Klage, das Arbeitsklima habe sich unter dem derzeitigen Chef gewandelt, wie The Register(öffnet im neuen Fenster) und Silicon Valley(öffnet im neuen Fenster) übereinstimmend berichten. Kritiker würden durch Kündigungen mundtot gemacht und Produkte unfertig auf den Markt gebracht.

Gegenstand der Klage sind Patente im Zusammenhang mit "Mein iPhone finden" sowie die Kündigung des Mitarbeiters: Er wirft Apple vor(öffnet im neuen Fenster) , ihn nicht namentlich in fünf Patentanmeldungen des Unternehmens genannt zu haben. Darüber hinaus fordert er die Rückgabe von 735 Aktienpaketen, die ihm durch die Kündigung zu Unrecht genommen worden seien. Insgesamt fordert er knapp 326.400 US-Dollar Schadensersatz von Apple. Er hatte 2006 bei Apple begonnen und wurde im September 2014 entlassen. Als Begründung führte Apple einen unprofessionellen und unangemessenen Kommunikationsstil an.

Unter anderem wirft der Ingenieur Apple vor, bei der Qualitätskontrolle erheblich nachgelassen zu haben. "Updates für jedes Produkt werden oft nicht getestet" , sagt er. Statt Probleme zu lösen, führten sie zu noch größeren Schwierigkeiten. Das gehe so weit, dass mit den Updates "Anwendungen oder grundlegende Funktionen vollständig unbrauchbar gemacht" würden. Er habe immer wieder versucht, Kunden bei Update-Problemen zu helfen. Dabei habe er oft das eigentliche Problem eingrenzen können und das an die zuständigen Abteilungen weitergeleitet, ohne dass diese Fehlerkorrekturen in ein Update eingebaut worden seien, behauptet der Ex-Mitarbeiter.

Einige Kunden bemängeln Berichten zufolge derzeit die Qualität mehrerer Apple-Produkte: Sie klagen über Probleme mit den neuen Smartphone-Modellen iPhone Xs und iPhone Xs Max sowie dem darauf laufenden iOS 12 . So berichten einige Nutzer des iPhone Xs und des iPhone Xs Max über einen schlechteren Empfang im Mobilfunk- und WLAN-Betrieb und neuerdings auch über Probleme beim Laden der Akkus im iPhone oder iPad.

Kritikkultur soll sich geändert haben

Nach Angaben des Ex-Mitarbeiters hat sich auch die Kritikkultur bei Apple grundlegend geändert. Steve Jobs sei als Apple-Chef froh über jede kritische Stimme gewesen und habe diese angehört. Bei Tim Cook sei das ganz anders. Cook reagiere auf Kritik gar nicht oder disziplinierend, indem er Kritiker vor ihren Vorgesetzten maßregele. Unter Führung von Jobs seien Mitarbeiter gefordert gewesen, sich zu melden, wenn sie Probleme erkannt hätten, jetzt werde das gleiche Verhalten sanktioniert.

Die Sanktionen reichten soweit, dass kritischen Mitarbeitern gekündigt werde. Ein führender Apple-Manager habe etwa eingewendet, dass ein großes Projekt Millionen US-Dollar und Hunderttausende Arbeitsstunden kosten werde, ohne dass ein Erfolg zu erwarten sei. Kurz darauf sei er entlasse worden. Auch eine Tochter des gekündigten Managers sei kurze Zeit später entlassen worden, nachdem sie Schimmelbefall in den Büroräumen beklagt habe, sagt der ehemalige Mitarbeiter. Apple habe außerdem einen neuen Mietvertrag für die Räume unterzeichnet, obwohl Bauunternehmer bestätigt hätten, dass der Schimmelbefall nicht zu beseitigen sei. Mitarbeiter seien ermutigt worden, die Räume nach einer Renovierung wieder zu beziehen.

Ein weiterer Vorwurf betrifft den Zeitpunkt von Entlassungen. Kurz vor Ende eines Finanzjahres, bevor etwa Bonuszahlungen fällig würden, würden "Ingenieure plötzlich verschwinden" . Mitarbeiter würden auch entlassen, kurz bevor sie Aktienoptionen erhalten würden.

Apple lehnte es ab, sich zu den in der Klage erhobenen Vorwürfen zu äußern.


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