Klage eingereicht: Google soll Whatsapp-Nachrichten mitgelesen haben

Mehrere US-Bundesstaaten haben eine weitere Klage gegen Googles Missbrauch seiner Monopolstellung eingereicht. Auch Facebook spielt darin eine Rolle.

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"Schlaue Google-Ingenieure im sonnigen Mountain View"
"Schlaue Google-Ingenieure im sonnigen Mountain View" (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Der US-Suchmaschinenkonzern Google soll mit Facebook eine Vereinbarung zum Zugriff auf die Inhalte von Whatsapp-Nutzern getroffen haben. Das geht aus einer Klageschrift hervor, die der US-Bundesstaat Texas zusammen mit zehn weiteren Bundesstaaten eingereicht hat. Darin wird Google vorgeworfen, "wiederholt und auf unverschämte Weise Wettbewerbsrecht und Verbraucherschutzgesetze verletzt zu haben". Der texanische Generalstaatsanwalt Ken Paxton twitterte: "Dieser Internetgoliath nutzte seine Macht, um den Markt zu manipulieren, den Wettbewerb zu zerstören und SIE, den Verbraucher, zu schädigen." Google schädige auch die Internetseiten von Medien, die die Nutzer besuchten.

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Der 130-seitigen Klageschrift (PDF) zufolge unterstützen neben Texas noch die Bundesstaaten Arkansas, Idaho, Indiana, Kentucky, Mississippi, Missouri, Nord- und Süd-Dakota sowie Utah die Initiative. Vor mehr als einem Jahr hatten sich Staatsanwälte fast aller US-Bundesstaaten für Kartellermittlungen gegen Google zusammengeschlossen. Eine erste Klage wurde im Oktober 2020 eingereicht.

Ebenso wie bei der in der vergangenen Woche eingereichten Klage gegen Facebook werden auch in diesem Fall zahlreiche interne Firmendokumente ausgewertet, die in der veröffentlichten Schrift teilweise geschwärzt wurden. "Die internen Dokumente von Google strafen das öffentliche Image schlauer Google-Ingenieure Lügen, die Spaß an ihrem sonnigen Mountain-View-Campus haben und gleichzeitig versuchen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen", heißt es.

Kooperation mit Facebook

Um seine Monopolstellung zu erhalten, soll Google auch mit dem Konkurrenten Facebook zusammengearbeitet haben. So wird auf Seite 57 der Klage behauptet: "Beispielsweise unterzeichnete Facebook kurz nach der Übernahme von Whatsapp im Jahr 2015 eine exklusive Vereinbarung mit Google, die Google den Zugriff auf Millionen von Ende-zu-Ende-verschlüsselten Whatsapp-Nachrichten, Fotos, Videos und Audiodateien von Amerikanern gewährt." Die anschließende Passage mit Zitaten aus internen Mails ist weitgehend geschwärzt und endet mit dem Vorwurf: "Google war mehr um schlechte Publicity als um die Privatsphäre der Nutzer besorgt."

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Inwieweit der Vorwurf zutrifft, ist unklar. Zumindest ist die Behauptung unzutreffend, dass Google der Zugriff auf Ende-zu-Ende-verschlüsselte Kommunikation gewährt werden konnte. Das ist technisch nicht möglich. Allerdings hat Whatsapp die umfassende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung erst im April 2016 eingeführt. Daher hätte die Vereinbarung im Jahr 2015 durchaus noch umgesetzt werden können.

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Manipulation von Header Biddings

Einen großen Raum in der Klage nimmt das Vorgehen Googles bei der Einführung des sogenannten Header Biddings ein. Dabei geht es um die automatisierte Vermarktung von Werbeflächen im Internet, bei der Verlage ihre Werbeflächen (Ad Impressions) auf mehreren Werbemarktplätzen (Ad Exchanges, SSPs, Ad Networks) gleichzeitig anbieten können. Google soll dies als einen Angriff auf sein Geschäftsmodell gesehen haben. Zwar habe Google das Konzept am Ende übernommen, jedoch so manipuliert, dass die Anzeigen selbst dann über Googles Werbemarktplätze liefen, wenn ein Wettbewerber ein höheres Angebot abgegeben habe. Google gab dem Vorgehen intern den Namen einer Star-Wars-Figur, die jedoch in der Klage geschwärzt ist.

Google wies die Vorwürfe in einer Stellungnahme an US-Medien zurück. Die Vorwürfe Paxtons seien "unbegründet", die Preise für digitale Anzeigen seien im vergangenen Jahrzehnt gefallen. Die sogenannten Adtech-Gebühren der Marktplätze fielen ebenfalls, wobei die Technikkosten von Google unter dem Branchendurchschnitt lägen.

Nachtrag vom 17. Dezember 2020, 17:06 Uhr

Auf Twitter gab es Spekulationen, dass der Zugriff von Google auf die Whatsapp-Nachrichten durch die Backup-Funktion über Google-Drive erfolgen könnte. Ebenfalls wurde darauf verwiesen, dass seit 2018 der Speicherbedarf für die Backups nicht mehr auf Speicherplatz von Google Drive angerechnet wird.

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vertical 22. Dez 2020

Threema ist seit gestern OpenSource ; golem de /news/krypto-messenger-threema-apps-als...

chefin 21. Dez 2020

Ich seh das ganze mal pragmatisch: Du benutzt Dienste von Google die nichts kosten...

chefin 21. Dez 2020

Überfordert alle, da ein Backup dafür da ist, bei Ausfall eines Gerätes auf einem neuen...

Oekotex 18. Dez 2020

... war doch vor einigen Jahren der Satz der Sätze, mit denen viele Menschen den...

Lorphos 17. Dez 2020

Ich vermute der Zugriff erfolgt über die Suche die lokal auf den Geräten funktioniert...



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