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Kiva: Amazon hat Probleme mit Umstellung auf Lagerroboter

Die Kiva-Lagerroboter laufen bei Amazon noch nicht so gut, wie vom Konzernchef erhofft. Eine Einführung außerhalb der USA steht derzeit noch nicht an.
/ Achim Sawall
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Roboter der Firma Kiva Systems (Bild: Kiva Systems)
Roboter der Firma Kiva Systems Bild: Kiva Systems

Die Lagerroboter von Kiva Systems sollen nicht so gut funktionieren, wie Amazon es gerne hätte. Das berichtet das Magazin Focus(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Informationen aus der Robotik-Branche. Amazon hatte den Lagerroboterhersteller im März 2012 für 775 Millionen US-Dollar übernommen . Bill Vass, ein erfahrener Experte aus der Branche und bis Mai 2015 noch Chef der kalifornischen Roboterfirma Liquid Robotics, soll nun die Pläne von Amazon vorantreiben.

Lager-Roboter von Kiva Systems - Trailer
Lager-Roboter von Kiva Systems - Trailer (04:50)

Mehrere Kiva-Roboter fahren die Lagerregale zum Arbeiter, wodurch die Wege beim Picking entfallen sollen. Nach Angaben von Kiva würde die Produktivität eines Lagerarbeiters damit um das zwei- bis dreifache zunehmen. Entsprechend weniger Arbeitskräfte würde der weltgrößte Onlinehändler damit benötigen.

Amazon wird in Deutschland seine Logistik-Roboter vorerst nicht einsetzen. "Diese kommen sicher irgendwann auch hier zum Einsatz, aber im Moment gibt es keine Pläne" , sagte Jochen Dittrich, der die Amazon-Logistik in Europa verantwortet, dem Focus. "Das ist zurzeit ein reines US-Thema" , erklärte er.

Amazon-Chef Jeff Bezos hatte angekündigt, dass bis Jahresende 2014 in den USA 10.000 Kiva-Roboter in den Amazon-Lagerhäusern im Einsatz sein sollen. Wie Focus berichtet, könnten die Roboter nach Schätzungen 25.000 Arbeitsplätze ersetzen.

In Deutschland hat Amazon 9.000 Beschäftigte. An der aktuellen Streikwelle für einen Tarifvertrag sollen sich laut Angaben der Gewerkschaft Verdi über 2.000 beteiligt haben . Der Streik war zuerst für zwei Tage geplant und wurde dann nach Abstimmungen unter den Aktiven auf drei Tage ausgeweitet. Zudem schloss sich erstmals der Standort Werne an den Arbeitskampf an. Seit Montag ruhte an den Standorten Bad Hersfeld (Hessen), Leipzig (Sachsen), Graben (Bayern) und Rheinberg (Nordrhein-Westfalen) teilweise die Arbeit.


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