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Kinzen: Spotify übernimmt Tool zum Schutz von Communitys

Der Musikstreamingdienst Spotify will mehr Schutz vor verschwörungstheoretischen Inhalten. Ein erprobter Partner wird jetzt Teil des Unternehmens.
/ Achim Sawall
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Kinzen verspricht Schutz vor schädlichen Inhalten. (Bild: Kinzen)
Kinzen verspricht Schutz vor schädlichen Inhalten. Bild: Kinzen

Spotify Technology hat das irische Unternehmen Kinzen gekauft. Das gab der Betreiber des Musikstreamingdienstes am 5. Oktober 2022 bekannt(öffnet im neuen Fenster). Kinzen setzt maschinelles Lernen und menschliches Fachwissen ein, um Onlinecommunities vor potenziell schädlichen Inhalten und Hassrede in mehreren Sprachen zu schützen.

Finanzielle Bedingungen der Übernahme wurden nicht bekannt gegeben. Das Unternehmen arbeitet seit dem Jahr 2020 mit Spotify zusammen und konzentrierte sich zunächst auf die Integrität von wahlbezogenen Inhalten.

"Kinzen bietet eine Kombination aus Tools und Fachwissen, die uns helfen, die Inhalte auf unserer Plattform und aufkommende Missbrauchstrends besser zu verstehen" sagte Sarah Hoyle, Head of Trust and Safety bei Spotify. Es gehe darum, die Komplexität der Analyse von Audioinhalten in Hunderten von Sprachen und Dialekten und der Herausforderungen bei der effektiven Bewertung der Nuancen und Absichten dieser Inhalte zu beherrschen.

Kinzens Tools sollen frühzeitig Warnungen über sich entwickelnde Trends ausgeben, die später zu Fehlinformationsrisiken werden könnten. Dazu gehören medizinische Falschinformationen wie zu Corona, aber auch Antisemitismus und die Leugnung der gefährlichen Klimaentwicklung in Audio-, Video- und textbasierten Inhalten.

Kinzen wurde im Jahr 2017 von Áine Kerr, Mark Little und Paul Watson gegründet. Im Blog des Unternehmens(öffnet im neuen Fenster) sind Beiträge zu lesen, die sich mit dem Aufspüren von Islamfeindlichkeit in Indien, Wunderheilung und Okkultismus oder Fehlinformationen gegen den Coronaimpfschutz befassen.

Seit 2019 gab Spotify viel Geld aus, um sich Exklusivrechte für erfolgreiche Podcasts zu sichern, die sich gut werblich vermarkten lassen. Die schwedische Plattform sicherte sich im Jahr 2020 die Exklusivrechte an dem Podcast von Joe Rogan gesichert, laut Medienberichten für 100 Millionen US-Dollar. Der Podcast wurde zum erfolgreichsten Angebot dieser Art auf der Plattform.

Als Rogan die Coronapandemie verharmloste, Impfgegner einlud und sagte, dass Kinder und Jugendliche sich nicht impfen lassen sollten, zogen mehrere Musiker ihre Werke von Spotify zurück. Zudem wurden andere Äußerungen des Talkhosts als rassistisch kritisiert. Trotz Protesten wurde die Zusammenarbeit mit Rogan von Spotify nicht beendet.


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