Das Brett- wird zum Videospiel

Videospiele sind als Werbespots für tatsächliche Games im Kino 2017 präsenter gewesen als richtige Filmumsetzungen. Die einzige direkte Adaption einer Spielemarke war im Januar Teil sechs der Resident-Evil-Reihe von Paul W.S. Anderson. Für Final Chapter inszenierte er seine Ehefrau Milla Jovovich zum letzten Mal als geklonte Kampfmaschine in einer Zombie-Apokalypse, hervorgerufen durch die Umbrella Corporation. Ein paar Namen und Monster-Designs sind der Capcom-Serie entliehen, ansonsten hat die viel zu lange fortgesetzte Trash-Film-Saga kaum noch etwas mit dem Original oder gar einem guten Film zu tun gehabt.

Indirekt zählen wir auch Lego Batman noch zu den Filmen mit Spielebezug, selbst wenn die Grundlage hier mehr die realen Bauklötze mit Comiclizenz sind. Das animierte Kinoabenteuer ist ein erwartet charmanter Familienspaß mit einigen gelungenen Popkultur-Anspielungen geworden. Wohlgemerkt gab es allerdings schon vorher die ebenso kurzweiligen Videospiele mit Batman im Klötzchengewand und zahlreichen humorvollen Zwischensequenzen.

Jumanji aus dem Jahr 1995 hat zwar gar nichts mit Computerspielen zu tun, der diesen Dezember erscheinende, lose anknüpfende Nachfolger dagegen umso mehr. In Jumanji: Willkommen im Dschungel vermischt sich die Welt der Protagonisten nicht mit den Fantasie-Elementen eines magischen Brettspiels, stattdessen werden Teilnehmer in ein wortwörtlich verfluchtes Videospiel gesogen. Die Teenager schlüpfen dabei in fremde Körper und tragen Tattoos, mit denen die Anzahl ihrer Leben angezeigt wird. Sie haben unterschiedliche Stärken und Schwächen, die sie zum Lösen ihrer Quests sinnvoll kombinieren müssen. Die Games-Analogie ist in der ersten halben Stunde recht amüsant. Das liegt vor allem daran, dass die bewusst klischeevollen Spielwelt-Avatare selbstironisch von Actionheld Dwayne Johnson, Karen Gillan aus Dr. Who sowie den Comedians Jack Black und Kevin Hart gemimt werden. Nach dem vielversprechenden Einstieg wussten die Autoren trotzdem nichts Originelles mehr mit dem Konzept anzufangen. Es mangelt deutlich an Abwechslung. Was bleibt, ist ein etwas besserer Kinderfilm, der visuell übrigens bis auf ein paar Menübildschirme keinerlei Games-Ästhetik mit Polygonmonstern oder gar Pixelobjekten bietet.

Zugegeben, die rundum begeisternden oder gelungen eigenwilligen Kinoerlebnisse fanden sich im vergangenen Jahr mehr außerhalb unseres Nerd-Spektrums. Da wären beispielsweise The Killing of a Sacred Deer, mother!, Dunkirk oder Get Out zu nennen, mit deren Kaliber in diesem Rückblick eigentlich nur Blade Runner 2049 und Hidden Figures mithalten können. Ob wir uns von 2018 wohl mehr versprechen dürfen? Das klären wir in den kommenden Tagen mit einer Vorschau auf die bereits angekündigten Nerdfilme des nächsten Jahres.

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ArcherV 31. Jan 2018

Ja, da sind ein paar interessante Gedankengänge enthalten. In komprimierter Form kriegst...

ArcherV 30. Jan 2018

Jap, soll in Februar rauskommen. Leider nur auf DVD. https://www.youtube.com/watch?v...

dp (Golem.de) 29. Dez 2017

Guten Tag und vielen Dank für den vollkommen richtigen Hinweis. Ein Blick in meinen...

Anonymer Nutzer 27. Dez 2017

Naja, fast :P Als Kinderfilm mag er was taugen aber es gibt einfach inzwischen soviele...



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