Kino der Zukunft: Der Hobbit irritiert mit 48 Bildern/s

Zehn Minuten aus dem Peter-Jackson-Film Der Hobbit sollten Besucher des Cinemacon von höheren Bildraten überzeugen. Doch nicht jeder konnte sich mit dem scharfen, flüssigeren und echter wirkenden dreidimensionalen Kinobild anfreunden.

Artikel veröffentlicht am ,
Szene aus dem Film "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise"
Szene aus dem Film "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise" (Bild: Warner Brothers Pictures)

Peter Jacksons Der Hobbit soll das Kino visuell revolutionieren, die Projektionstechnik wird aber den ersten Reaktionen aus den USA zufolge wohl nicht jeden Zuschauer auf Anhieb überzeugen. Der Grund: Jackson ändert einige Faktoren, an die sich das Publikum gewöhnt hat. Der gewichtigste davon ist die Bildwiederholrate, die seit etwa 80 Jahren bei 24 Bildern/s liegt, einige Probleme mit sich bringt, aber eben auch in Kombination mit einer noch moderaten Kinofilmbildauflösung für ein eher weiches Bild sorgt.

Stellenmarkt
  1. Unity Frontendentwickler (m/w/d)
    Oskar Frech GmbH + Co. KG, Schorndorf-Weiler
  2. IT Projektmanager (m/w/d) ERP-Systeme
    SARPI Deutschland GmbH, Marl
Detailsuche

Auf dem Comiccon zeigte Peter Jackson erstmals einem großen Publikum, wie er all das zu ändern gedenkt. Die Zuschauer hatten die Möglichkeit, zehn Minuten aus Der Hobbit zu sehen - noch ohne endgültige Effekte, aber schon mit 48 statt 24 Bildern pro Sekunde. Dazu kommen eine 5K-Auflösung und eine deutlich ausgefeiltere Art des 3D-Filmens, die zu einer natürlicheren räumlichen Wirkung führen soll.

Zu früh präsentierte Revolution?

Trotzdem - oder genau deswegen - war nicht jeder glücklich mit der von Jackson demonstrierten Technik, die mit dem aus dem Kino Gewohnten bricht. Die LA Times zitiert etwa einen anonym bleiben wollenden Filmvorführer eines konkurrierenden Filmstudios, auf den Der Hobbit visuell "zu akkurat, zu klar" wirkte, als ob der Film für das Fernsehen gedreht wäre. Und das Kontrastverhältnis habe noch nicht gestimmt, alles sei eher zu hell oder zu dunkel gewesen. Das könnte allerdings daran gelegen haben, dass Jackson sich entschied, noch unfertige Filmszenen zu zeigen.

Entsprechend kritisierte Anthony Breznican in der Inside-Movies-Rubrik von Entertainment Weekly auch, dass die gezeigten Filmausschnitte "viel eher wie ein Besuch am Set eines Films anstatt der texturierten Cinematografie eines fertigen Films" aussahen. Verstärkt wurde das offenbar durch die nüchterne und glimmernde Beleuchtung der Szenerie. Breznican fragt sich deshalb, ob es für Jackson nicht ratsam gewesen wäre, noch etwas zu warten und die Szenen erst im finalen Zustand zu zeigen.

Golem Karrierewelt
  1. C++ Programmierung Grundlagen (keine Vorkenntnisse benötigt): virtueller Drei-Tage-Workshop
    01.-03.08.2022, virtuell
  2. Airtable Grundlagen: virtueller Ein-Tages-Workshop
    31.08.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Dass nicht jeder den Wechsel gutheißen wird, vermutet auch Josh Dickey vom Hollywood-Magazin Variety - gleichzeitig teilt er auf Twitter aber auch mit: "Grundgütiger, Der Hobbit mit 48 Bildern pro Sekunde ist etwas, das man sich anschauen sollte. Eine ganz andere Erfahrung. [...]" Auch Steven Weintraub von Collider sieht einen drastischen Wechsel, weg von 24 Bildern/s, mit dem nicht alle zufrieden sein werden.

Visueller Umbruch

Die 48-fps-Erfahrung sei ein seltsamer Wechsel, merkt Alex Billington von FirstShowing.net an. Er wolle der Technik aber eine Chance geben, Jacksons Team müsste es filmisch überarbeiten, es irgendwie korrigieren, etwa mit besserem Licht. Ganz genau könne er aber auch nicht sagen, wie.

Peter Sciretta von Slashfilm.com beschreibt die Der-Hobbit-Demovorführung in "48fps 3D" zwar als fesselnd. Aber er ist sich nun "sehr unsicher wegen höherer Bildraten". Er vermutet, dass sie ein Teil der Zuschauer hassen werden, stärker noch, als es bei 3D der Fall ist.

Es ist jedoch ein Wechsel, auf den sich die Zuschauer werden einstellen müssen, denn Kinos bereiten sich bereits auf hohe Bildraten vor - und die 48 Bilder/s von Jackson sind erst der Anfang. James Cameron (Avatar) will mit 60 Bildern/s noch mehr Realismus ins Kino bringen. Die höheren Bildraten mögen ungewöhnlich erscheinen, aber sie bieten Filmschaffenden auch mehr Möglichkeiten - etwa, mit schnelleren Kameraschwenks zu arbeiten, die bei nur 24 Bildern/s besser vermieden werden sollten. Darüber hinaus soll auch das 3D-Kino an Qualität gewinnen.

Zumindest um eines müssen sich Der-Hobbit-Interessierte wohl keine Sorgen machen: Die gezeigten, noch unfertigen Ausschnitte von Der Hobbit sollen trotz neuer Filmtechnik den Charme der Herr-der-Ringe-Filme von Peter Jackson behalten. Fans müssen sich aber noch bis zum 14. Dezember 2012 gedulden, dann wird der Film laut Warner Brothers Pictures mit dem Beinamen "Eine unerwartete Reise" weltweit in die Kinos kommen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


mudd1 09. Nov 2012

Das ist eine interessante Formulierung. Ich frage mich, warum niemand vorher auf die...

mudd1 09. Nov 2012

Weil? 48 leuchtet mir ja ein, aber 60 ist genau meine Bildwiederholfrequenz.

ThadMiller 03. Mai 2012

Leider komplett falsch. 100Hz heißt erstmal mur das das Bilder mehrfach angezeigt...

senad01 30. Apr 2012

Lass mich raten, du hast dir das Video nicht angeschaut.



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Autonomes Fahren
Fahrerlose Taxis treffen sich und blockieren eine Kreuzung

Fahrerlose Autos haben manchmal ihren eigenen Willen und können einen Stau verursachen.

Autonomes Fahren: Fahrerlose Taxis treffen sich und blockieren eine Kreuzung
Artikel
  1. Action: EA plant Battlefield-7-Kampagne - und provoziert Solospieler
    Action
    EA plant Battlefield-7-Kampagne - und provoziert Solospieler

    Mit einem Tweet bringt EA die Fans von Solokampagnen gegen sich auf - und sucht gleichzeitig einen Designer für das nächste Battlefield.

  2. Ukrainekrieg: Baustoffhersteller Knauf wird Ziel von Cyberattacke
    Ukrainekrieg
    Baustoffhersteller Knauf wird Ziel von Cyberattacke

    Der Baustoffhersteller Knauf ist Opfer eines Cyberangriffs geworden und konnte diesen laut eigenen Angaben abwehren. Der Vorfall steht wohl im Kontext des Ukrainekriegs.

  3. Rockstar Games: Viele Details zu GTA 6 geleakt - oder gefälscht
    Rockstar Games
    Viele Details zu GTA 6 geleakt - oder gefälscht

    Ein gangbasierter Onlinemodus, drei spielbare Charaktere in der Kampagne: Ein möglicher Leak zu GTA 6 sorgt für Diskussionen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Gigabyte RX 6800 679€ • Samsung SSD 2TB (PS5-komp.) 249,90€ • MindStar (Zotac RTX 3090 1.399€) • Nanoleaf günstiger • Alternate (TeamGroup DDR4-3600 16GB 49,99€, Be Quiet Silent Tower 159,90€) • iPhone SE (2022) günstig wie nie: 476,99€ • Switch OLED günstig wie nie: 333€ [Werbung]
    •  /