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Kingdom Come Deliverance: Der Mittelalter-Simulator

E3 2015
Schwerter und Schlachten, aber keine Drachen oder Magie: Das Rollenspiel Kingdom Come Deliverance soll eine weitgehend authentische Mittelalterwelt bieten. Golem.de hat mit den Entwicklern gesprochen.
/ Peter Steinlechner
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Kingdom Come Deliverance (Bild: Warhorse)
Kingdom Come Deliverance Bild: Warhorse

"In unserem Spiel ist sehr vieles historisch korrekt – viel mehr als in einem Assassin's Creed" , sagt Daniel Vavra, der Entwicklungsleiter des Rollenspiels Kingdom Come Deliverance. Der Vergleich mit der Reihe von Ubisoft bietet sich durchaus an, denn beide legen viel Wert auf eine zeitgeschichtlich korrekte Darstellung der Spielwelt – nur dass das Entwicklerstudio Warhorse(öffnet im neuen Fenster) mit Kingdom Come noch ein paar Schritte weitergeht.

Kingdom Come Deliverance – Gameplay-Demo (E3 2015)
Kingdom Come Deliverance – Gameplay-Demo (E3 2015) (07:49)

Das aus Prag stammende Studio setzt etwa auf Kämpfe, bei denen der Spieler nicht nur einfach sein Schwert irgendwie schwingen muss. Stattdessen kann er es schwingen oder zustechen und dabei auch noch verschiedene Körperteile treffen. "Bei uns zählen die Treffer wirklich, wir haben eine echte Kollisionsabfrage, was sonst für so gut wie jedes andere Spiel zu rechenintensiv und aufwendig ist" , sagt Vavra.

Mindestens genauso wichtig ist die Ausrüstung. Wer einen der 16 belegbaren Plätze mit dem für einen bestimmten Gegnertyp falschen Helm oder einem ungeeigneten Harnisch bestehen will, hat unter Umständen ein Problem. Oder, falls der Feind sich vertan hat, einen Vorteil: Ein Hieb auf den Schädel soll einen Kampf quasi sofort entscheiden können.

Grafisch macht Kingdom Come Deliverance bereits einen hervorragenden Eindruck. Die auf Satellitendaten basierende Welt sieht prächtig aus, Hütten und Wege und andere Strukturen wirken authentisch, Schlösser werden echten Vorbildern nachgebaut, alles macht einen stimmigen Eindruck.

Kingdom Come Deliverance – Teaser (E3 2015)
Kingdom Come Deliverance – Teaser (E3 2015) (00:52)

Kleiner Schönheitsfehler: Auf der E3 hat das Spiel noch extrem geruckelt. Allerdings haben die Entwickler natürlich mit der Optimierung noch nicht einmal begonnen. Unterstützer sollen die Messeversion in ein paar Wochen auch ausprobieren können, wie Vavra sagt – derzeit steht ihnen nur eine etwas ältere Fassung zur Verfügung.

Das Spiel basiert auf der Cryengine, die allerdings in enger Zusammenarbeit mit Crytek an die Bedürfnisse des Spiels angepasst wird. Die Herausforderung erklärt einer der Entwickler im Gespräch mit Golem.de.

Animationen von und für Star Citizen

Eigentlich sei die Engine so konstruiert, dass sie dem Spieler ermögliche, auf die Umgebung zu reagieren – etwa, indem er in einem Shooter den Feind beschießt. In Kingdom Come Deliverance muss die Engine aber sehr stark auf den Spieler reagieren, etwa indem sie auf einer seiner Aktionen eine ganze Reihe von Aktionen von Passanten (NPCs) ablaufen lässt. Eine weitere Kooperation gibt es übrigens mit Cloud Imperium Games, also den Machern von Star Citizen, dabei geht es vor allem um das Animationssystem.

Kingdom Come Alpha 0.1 – Gameplay von Golem.de
Kingdom Come Alpha 0.1 – Gameplay von Golem.de (03:54)

Deliverance soll nicht nur eine Mittelalterwelt simulieren, sondern auch eine spannende, ebenfalls stark historisch inspirierte Handlung erzählen. Die dreht sich um Ereignisse aus dem 15. Jahrhundert und um Familienstreitigkeiten innerhalb des böhmischen Königshauses. Zusätzlich sinnt der Spieler zumindest anfangs auf Rache, weil seine Familie im Zuge des Bürgerkriegs getötet wurde.

Allerdings soll sich der Spieler in der rund 16 Quadratmeilen großen Welt sehr frei bewegen können – freier als in The Witcher 3, sagt Vavra. Das Team arbeitet derzeit unter anderem an einer Reihe von Neben-Quests, von denen sich viele ohne den Einsatz von Gewalt lösen lassen – im echten Mittelalter habe man schließlich auch aus Eigeninteresse nicht gleich zum Schwert gegriffen.

Auch sonst wird das Spiel durchaus viele blutige Szenen enthalten, aber kein klassisches Gemetzel werden. Wer einen Feind besiegt hat, soll ihn laufen lassen können. Und wer eine Burgbelagerung gewonnen hat, muss nicht alle Feinde töten, sondern kann sie fortan auf seiner Seite kämpfen lassen, was wohl auch im Mittelalter gang und gäbe war.

Kingdom Come Deliverance soll für Windows-PC, Xbox One und die Playstation 4 erscheinen; auf der E3 war nur die PC-Fassung zu sehen. Als Erscheinungstermin gibt Warhorse derzeit den Sommer 2016 an, was beim derzeitigen Stand der Entwicklungsarbeit allerdings recht ambitioniert wirkt.


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