Drei Entwickler für ein Bonbon

Merken Sie was? Entwicklernamen sind längst nur noch Schall und Rauch - ein Etikett, an dem man sich aufhängen kann, aber nicht muss: Ebenso wie berühmte Klamottenmarken nur noch mit durchnummerierten Waisenkindern an Fußfesseln produzieren, sind auch Film-, Effekt- und natürlich Spielestudios vornehmlich die Summe teils erschreckend unterbezahlter Tagelöhner, die genauso schnell wieder ab- wie aufgebaut werden, um den Kostenapparat zu zähmen. Einen Titel wie Candy Crush Saga kann man mit drei Leuten fabrizieren - für ein Bioshock Infinite braucht man 300. Für wen schreibt man als Manager also lieber die Gehaltsschecks aus?

Stellenmarkt
  1. Business Analyst (m/w/d)
    Engelbert Strauss GmbH & Co. KG, Freigericht
  2. Referent:in IT-Projektmanagement | Softwareentwicklung (m/w/d)
    Trianel GmbH, Hamburg
Detailsuche

Die Handschrift hinter den Produkten kommt also nicht in erster Linie von der Masse namenloser Grafik-, Design-, Sound- und Programmierungsschergen, sondern von denjenigen, die sie anleiten. Direktoren, Managern, Kreativchefs. Und natürlich Visionären wie Ken Levine. Die sich aber auch gerne mal mächtig verzetteln: Story und Termin für Infinite hat Levine öfter geändert und wieder verworfen als David Fincher das Skript zu Alien 3. Das Ergebnis hat zwar viel Lob geerntet, doch war es wirklich einträglich genug?

Bioshock ist kein sehr großer Verkaufserfolg

Die Verkaufszahlen der Marke sind seit Teil 1 rückläufig: Das Original wurde immerhin 4,32 Millionen Mal verkauft, der Nachfolger fand 3,75 Millionen Abnehmer, Infinite wiederum nur 3,35 Millionen. Das sind zwar ordentliche Zahlen - doch ein Mega-Erfolg ist es nicht. Nur vergisst man das als Fachredakteur und Core-Gamer immer wieder gerne. Man geht von der irrtümlichen Annahme aus, dass die Berichterstattung in den von uns erstellten oder konsumierten Medien ein Spiegelbild des kommerziellen Erfolgs wäre. Ist sie aber nicht.

In einer Spielebranche, in der ein Titel nur dann mit Fug und Recht als Erfolg bezeichnet werden darf, wenn er 16 Millionen (Skyrim) oder gar fast 35 Millionen Mal (GTA 5) verkauft wird, kann man nicht mehr von einem gesunden Geschäftsmodell reden. So betrachtet ist es für jemanden wie Levine vielleicht sogar besser, wenn er sich in einem kleinen Team und ohne großen Budget- und Zeitdruck über Prestigeobjekten ausspinnen darf.

Golem Karrierewelt
  1. Elastic Stack Fundamentals – Elasticsearch, Logstash, Kibana, Beats: virtueller Drei-Tage-Workshop
    14.-16.06.2022, Virtuell
  2. Entwicklung mit Unity auf der Microsoft HoloLens 2 Plattform: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    07./08.06.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Ob ihm dabei großer Erfolg beschert sein wird, das sei dahingestellt: Auch im Reich der Low-Budget- und Indie-Entwicklungen regieren nicht Niveau und Kreativität. Hier regieren nicht Kreativperlen wie Device 6 oder Knights of Pen & Paper. Hier regiert Candy Crush Saga!

Sollte Levine künftig eher ein Journey als ein Uncharted produzieren, dann wird er zwar zum Kreativmotor, nicht jedoch zu einer wirtschaftlichen Triebfeder. Mit Kunstprojekten verdient man Reputation, aber kein Geld. Und vielleicht so etwas wie Kontinuität, die Free-to-Play-Glückstreffer á la Candy Crush nie generieren können. An die erinnert sich in zehn Jahren niemand. An Ken Levine schon.

Und was uns Spieler angeht: Wir werden von der Änderung vermutlich am wenigsten mitbekommen, denn das nächste Bioshock kommt bestimmt. Ganz gleich, welches Etikett draufklebt.

Robert Bannert ist freier Autor und gibt das E-Magazin Elektrospieler heraus.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Farbenfrohes Call of Bioshock
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3


Rhian 24. Feb 2014

Also Rollenspiele aus der Ultima Serie oder Gothic oder TES Serie würde ich sicherlich...

nf1n1ty 24. Feb 2014

Wird es das? Für mich steht da nur eine Anmerkung zu der Spiegel-Betitelung und danach...

rj.45 23. Feb 2014

Ich fand's hohl, aber ok.... andere haben Spass daran, an die Hand genommen und durch das...

GodsBoss 22. Feb 2014

Hmmm, da habe ich ja so eine Vermutung. Die Aufgaben eines IQ-Tests löst man um so...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Prehistoric Planet
Danke, Apple, für so grandiose Dinosaurier!

Musik von Hans Zimmer, dazu David Attenborough als Sprecher: Apples Prehistoric Planet hat einen Kindheitstraum zum Leben erweckt.
Ein IMHO von Marc Sauter

Prehistoric Planet: Danke, Apple, für so grandiose Dinosaurier!
Artikel
  1. Star Wars: Cal Kestis kämpft in Jedi Survivor weiter
    Star Wars
    Cal Kestis kämpft in Jedi Survivor weiter

    EA hat offiziell den Nachfolger zu Star Wars Jedi Fallen Order angekündigt. Hauptfigur ist erneut Cal Kestis mit seinem Roboterkumpel BD-1.

  2. Fahrgastverband Pro Bahn: Wo das 9-Euro-Ticket sicher gilt
    Fahrgastverband Pro Bahn
    Wo das 9-Euro-Ticket sicher gilt

    Die Farbe der Züge ist entscheidend, was bei der Reiseplanung in der Deutsche-Bahn-App wenig nützt. Dafür laufen Fahrscheinkontrollen ins Leere.

  3. Retro Gaming: Wie man einen Emulator programmiert
    Retro Gaming
    Wie man einen Emulator programmiert

    Warum nicht mal selbst einen Emulator programmieren? Das ist lehrreich und macht Spaß - wenn er funktioniert. Wie es geht, zeigen wir am Gameboy.
    Von Johannes Hiltscher

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 evtl. bestellbar • Prime Video: Filme leihen für 0,99€ • Gigabyte RTX 3080 12GB günstig wie nie: 1.024€ • MSI Gaming-Monitor 32" 4K günstig wie nie: 999€ • Mindstar (u. a. AMD Ryzen 5 5600 179€, Palit RTX 3070 GamingPro 669€) • Days of Play (u. a. PS5-Controller 49,99€) [Werbung]
    •  /