Kinect Sports Rivals angespielt: Ich im Spiel

Mit Kinect Sports Rivals arbeitet Microsoft an einer Sammlung von partykompatiblen Sportspielen. Die eigentliche Besonderheit ist eine Funktion, mit der sich Spieler einscannen können. Golem.de hat es ausprobiert, sich die Technik und verstörende Effekte erklären lassen.

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Kinect Sports Rivals
Kinect Sports Rivals (Bild: Microsoft)

Ja, wir sind es - trotz der blonden Haare. Gerade haben wir uns mit der Charaktererfassung von Kinect Sports Rivals erfassen lassen und sind mit dem Ergebnis zufrieden. Wir sehen eine Cartoon-Version von uns selbst auf dem Bildschirm, bei der wir noch die Haare nachgedunkelt haben. Das Ergebnis, also unser Alter Ego, können wir fortan in den Zwischensequenzen und den sechs Sportarten des Programms klettern oder kegeln sehen.

Bei der Figur handelt es sich nicht um ein Foto von uns, das auf einen vorgefertigten Körper gepappt wurde. Die mit der Xbox One mitgelieferte Kinect hat in einem sehr schick animierten Prozess erst von unserem Körper, dann von unserem Gesicht einen 3D-Scan angefertigt. Für Letzteren müssen wir uns für einen Moment direkt vor die Kinect knien und unser Gesicht in ein paar vorgegebenen Stellungen halten.

  • Kinect Sports Rivals (Bilder: Microsoft)
  • Kinect Sports Rivals (Bilder: Microsoft)
  • Kinect Sports Rivals (Bilder: Microsoft)
  • Kinect Sports Rivals (Bilder: Microsoft)
  • Kinect Sports Rivals (Bilder: Microsoft)
  • Kinect Sports Rivals (Bilder: Microsoft)
Kinect Sports Rivals (Bilder: Microsoft)

Intern verwendet das Programm zuerst ein Standardgesicht, das dann anhand von 1.400 Punkten mit unseren Zügen abgeglichen wird. 89 dieser Punkte sind besonders entscheidend, damit das Ergebnis überzeugt; die meisten liegen im Gebiet von Kinn, Nase und Augen. Nach Angaben der Entwickler des britischen Traditionsstudios Rare handelt es sich derzeit um das mit Abstand fortgeschrittenste System zur Erfassung des menschlichen Aussehens im Endkundenbereich. Es sei denkbar, dass das Programmmodul künftig auch in anderen Spielen für die Xbox One zum Einsatz kommt.

Weil die Charaktererstellung grundsätzlich ein Standardgesicht an den Nutzer anpasst, soll es nicht möglich sein, andere Objekte auf einen Rumpf zu pflanzen. Scherze mit Penisbrillen sollen deshalb genauso wenig funktionieren wie mit Hundeköpfen.

Der Nutzer muss angeben, ob er Kind oder Erwachsener, Mann oder Frau ist - in letzterem Fall werden ein paar Parameter geändert und beispielsweise die Barterkennung abgeschaltet. Es sei natürlich schon öfter vorgekommen, dass etwa ein Mann vor dem Scanvorgang scherzhaft auf Frau geklickt habe, erzählen die Entwickler. Sehr oft sehe dann ein kräftiger junger Kerl wie eine Comic-Fassung seiner Mutter aus, was meist als ein bisschen verstörend wahrgenommen werde. Grundsätzlich ist es möglich, das Ergebnis nachzubearbeiten und sich mit dunkler Hautfarbe, lila Haaren oder ein paar Kilo weniger in dem Programm zu sehen.

Klettern, Kegeln und Kicken

Das eigentliche Spiel bietet wie der für die Xbox 360 erhältliche Vorgänger eine Reihe von Sportarten, in denen sich ein oder mehrere Spieler vor der Bewegungsteuerung austoben können. Fußball, Tennis und Kegeln aus dem ersten Teil sind wieder mit dabei, allerdings von Grund auf überarbeitet. Beim Elfmeterschießen etwa soll es dank der wesentlich feineren Erfassung von Kinect möglich sein, den virtuellen Ball feinfühliger ins Netz zu kicken, beim Tennis und Bowling soll die genaue Stellung der Hand erkennbar sein, was das Schlag- und Spinrepertoire wesentlich vergrößern soll.

Neu ist Wake-Race-Fahren, im Hafen und auf dem offenen Meer, sowie Schießen und Klettern. Wir konnten alle drei Spiele ausprobieren, am besten hat uns das Kraxeln gefallen - was sowohl an Bergen als auch an einem kopfüber an einem Kran hängenden Frachtschiff möglich ist. Beim Klettern war am deutlichsten zu spüren, dass die Entwickler nicht nur auf schnelle Bewegungen Wert legen, sondern soweit im Genre möglich eben auch auf so etwas wie taktisches Vorgehen: So können wir zwar rein auf Tempo setzen, aber auch versuchen, in den Pfad eines Opponenten zu kommen, um ihn dann mit einem entschlossenen Griff ans Bein in die Tiefe zu ziehen.

Grafisch sieht das Ganze bei einer Auflösung von 1.080p (1.920 x 1.080 Pixel) ausgesprochen gut aus: Das Programm ist kunterbunt, teils wunderschön animiert und vollgepackt mit Details. Wer genau hinsieht, kann etwa auf den Zuschauerrängen seine Freunde erkennen, wenn die ihr per 3D-Scan erstelltes Alter Ego in die Cloud geladen haben.

Kinect Sports Rivals soll nach Angaben von Microsoft am 11. April 2014 in Deutschland für die Xbox One erscheinen; eine Fassung für die Xbox 360 oder für andere Plattformen ist nicht geplant.

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