Kindroid: O-RAN Alliance schließt erstes chinesisches Unternehmen aus

Die Bonner O-RAN Alliance für Mobilfunk hat Kindroid ausgeschlossen. Die chinesische Firma war zuvor auf die US-Entity-Liste gesetzt worden.

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Grafik der O-RAN Alliance
Grafik der O-RAN Alliance (Bild: O-RAN Alliance)

Die O-RAN Alliance mit Sitz in Bonn hat ein erstes chinesisches Unternehmen ausgeschlossen, das auf der US Entity List für Wirtschaftssanktionen steht. Das berichtet die Wirtschaftswoche unter Berufung auf die O-RAN Alliance. "Kindroid ist kein Mitgliedsunternehmen mehr", erklärte der Zusammenschluss demnach. Laut Insidern ist die offizielle Begründung, dass Kindroid angeblich die Mitgliedsbeiträge nicht gezahlt habe, berichtet die Wirtschaftswoche.

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Der Netzwerkausrüster Nokia hatte zuvor seine Mitarbeit in der O-RAN Alliance ausgesetzt. Nokia habe "keine andere Wahl, als all unsere technischen Arbeitsaktivitäten in der Gruppe auszusetzen".

Grund seien "Compliance-bezogene Angelegenheiten in Bezug auf O-RAN-Mitwirkende, die auf der US-Entity-Liste stehen." In der O-RAN Alliance sind chinesische Firmen wie Kyland Technology mit den Töchtern Armyfly und Kindroid, Phytium und Inspur und die großen Netzbetreiber China Mobile, China Telecom und China Unicom organisiert.

Kindroid war in Medienberichten als Beispiel für von Sanktionen betroffene Unternehmen genannt worden. US-Präsident Joe Biden hatte im Wirtschaftskrieg mit China die US-Sanktionsliste im Juli um mehrere Unternehmen erweitert.

Cisco weiter eng mit Sanktionsunternehmen Inspur verbunden

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Im Jahr 2015 baute der US-Konzern Cisco ein gemeinsames Unternehmen mit der staatlichen chinesischen Inspur Group auf, die Server entwickelt und herstellt. Im Jahr 2016 wurde das Joint Venture Inspur - Cisco Networking Technology offiziell gestartet. Cisco zeigt sich offenbar unbeeindruckt von der US-Sanktionsliste, das Gemeinschaftsunternehmen findet sich weiter auf der Liste von Ciscos Investitionen.

Das wohl bekannteste Unternehmen auf der Entity-Liste ist Huawei. Mit einem am 15. Mai 2019 erlassenen Dekret hatte der damalige US-Präsident Donald Trump den nationalen Notstand für die Telekommunikation erklärt. Das US-Handelsministerium untersagte alle Geschäfte, die "ein Risiko für die USA darstellen", und Huawei kam auf die Entity-Liste. US-Präsident Joe Biden erweiterte die Liste sogar noch.

Joe Biden: Ein Porträt

Open RAN bedeutet Cloud, virtualisierte Netzwerkelemente, White-Box-Hardware, Open-Source-Software und standardisierte Schnittstellen. Auf proprietäre, hochentwickelte Chips der Ausrüster muss damit verzichtet werden. Open RAN ist eine Technologie mit Potenzial, aber nach Expertenmeinung auch noch mit vielen Fragezeichen. Anlass zu übermäßigem Enthusiasmus gibt sie derzeit nicht, sowohl wegen der niedrigen Performance als auch aufgrund des hohen Energiebedarfs. US-Anbieter werden sich Fragen zur Zusammenarbeit mit der NSA gefallen lassen müssen.

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