Kindleberry Pi: Kindle Reader als Bildschirm für das Raspberry Pi

Mit Software-Hacks ist es Geoffroy Tremblay alias Damaru gelungen, aus einem Kindle 3, einem Raspberry Pi und einer USB-Tastatur einen portablen Rechner zusammenzubauen. Er nannte ihn kurzerhand den Kindleberry Pi(öffnet im neuen Fenster) .


Mit seinem Hack wollte Tremblay einen Reiserechner basteln. Sein Kindle 3(öffnet im neuen Fenster) plante er mitzunehmen und dazu den kleinen Rechner Raspberry Pi. Der E-Book-Reader sollte als Ausgabebildschirm herhalten. Noch fehlte ihm allerdings eine bequeme Eingabemöglichkeit. Also schloss er kurzerhand eine Tastatur an das Raspberry Pi an und vereinte alles in einem Terminal-Multiplexer.
Für Terminal-Fans
Grafische Anwendungen können auf dem Display des E-Book-Readers allerdings nicht dargestellt werden. Der Hack ist eher für Terminal-Nutzer gedacht.
Entscheidend für den Hack sind die Anwendungen Kiterm, Usbnetwork und GNU Screen(öffnet im neuen Fenster) . Außerdem werden noch zwei Micro-USB-Kabel benötigt. Optional sind noch ein Halter für den Kindle 3 und ein USB-Hub für das Raspberry Pi, denn die beiden USB-Anschlüsse sind durch den E-Book-Reader und die Tastatur belegt.
Kindle jailbreaken
Zunächst muss sich der Anwender auf dem Kindle 3 per Jailbreak Root-Rechte verschaffen. Tremblay hat sich dafür die Anleitung unter Mobileread.com(öffnet im neuen Fenster) angesehen, auf denen auch Links zur Jailbreak-Software liegen.
Anschließend hat er den Terminal-Emulator Kiterm(öffnet im neuen Fenster) installiert, damit er an der Konsole des E-Book-Readers arbeiten kann. Es gibt mehrere Terminal-Anwendungen(öffnet im neuen Fenster) für den Kindle 3. Darüber habe er dann die Software Usbnetwork dort installiert. Die Anwendung ist als Zip-Archiv in einem Thread zu verschiedenen Hacks(öffnet im neuen Fenster) für den Kindle 3 zu finden. Mit dem Befehl ifconfig usb0 192.168.2.1 konnte er das Raspberry Pi verbinden und sich dann von dem Kindle 3 auf dem kleinen Rechner per SSH einloggen.
Gemeinsame Tastaturnutzung
Die eigentliche Herausforderung sei aber der Anschluss der Tastatur gewesen, schreibt Tremblay. Denn diese wird nicht an den Kindle 3 angeschlossen, sondern vom Raspberry Pi aus genutzt.
Dafür nutzt Tremblay den Terminal-Multiplexer GNU Screen. Darüber können mehrere Anwender gleichzeitig an einem einzigen Terminal arbeiten. Die Lokalisierung der Tastatur übernimmt dabei das Raspberry Pi.
Automatisierung
Tremblay hat auf seiner Webseite die nötigen Befehle und Konfigurationseinträge zusammengestellt, die die Einrichtung weitgehend automatisieren. Auf dem Kindle wird das Raspberry Pi demnach automatisch per USB-Networking zugeschaltet. Auf dem Raspberry Pi wird dann automatisch darüber eine Terminal-Verbindung hergestellt. Über einen Eintrag in der Bashrc wird eine GNU-Screen-Sitzung gestartet.
Tremblays Hack erfordert das Einloggen per SSH auf dem Raspberry Pi. Das lasse sich sicher noch weiter automatisieren, schreibt er, etwa durch das Verwenden von Schlüsseln statt eines SSH-Passworts.