Kindle Scribe im Test: Amazons E-Book-Reader lernt schreiben
Amazons Kindle Scribe soll sowohl E-Reader als auch Remarkable-Notiz-Tablet sein. Diese interessante Mischung hat ihre Vor- und Nachteile.
Amazon hat mit dem Kindle Scribe seinen ersten Kindle-Reader mit Schreibfunktion vorgestellt. Damit tritt Amazon in Konkurrenz mit anderen Herstellern von Schreibtablets mit E-Paper-Display, wie etwa Remarkable. Anders als etwa beim Remarkable 2 hat der Kindle Scribe allerdings direkten Zugang zu Amazons Kindle-Store.
Golem.de hat den Kindle Scribe mit dem Remarkable 2 verglichen und überprüft, wie sich die Schreibfunktion im Vergleich schlägt. Dabei zeigt sich: Es gibt zwar einige Parallelen zwischen den beiden Geräten, die Notizfunktion ist beim neuen Kindle aber wesentlich weniger ausgefeilt als beim Remarkable-Tablet. Dafür ist der Scribe vielseitiger nutzbar.
Der Kindle Scribe hat einen 10,2 Zoll großen E-Paper-Bildschirm mit 300 ppi, integrierter Beleuchtung und 16 Graustufen. Die Hintergrundbeleuchtung kann automatisch je nach Umgebungslichteinfall geregelt werden, die Lichtfarbe können Nutzer selbst aus einem warmen und einem kalten Anteil mischen. Die Beleuchtung des Scribe macht das Lesen angenehmer als beim Remarkable 2 ohne Hintergrundlicht.
Kindle-Oberfläche mit neuem Reiter für Notizbücher
Nach dem Einrichten lässt sich der Scribe wie ein herkömmlicher Kindle-E-Reader verwenden: Unsere Bibliothek wird direkt angezeigt, wir können unsere Bücher einfach öffnen und mit dem Lesen loslegen. Die Benutzeroberfläche unterscheidet sich bis auf einen Reiter für Notizbücher nicht von der anderer Kindle-Reader.
Beim Lesen eines Buchs blättern wir mit einem Druck auf das Display um, separate Buttons zum Umblättern wie beim Kindle Oasis gibt es leider nicht. Die Verarbeitungsqualität des Scribe ist gut: Das Gehäuse ist aus Metall, zwischen dem Displayglas und dem Metallrand gibt es allerdings einen ca. 1 mm großen Spalt, in dem sich Staub und Schmutz sammeln kann.
Beim Lesen stehen uns die bekannten Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung, um etwa den Zeilenabstand, die Schrift oder die Bildränder zu definieren. Die Schärfe der Schrift ist gut und vergleichbar mit der des Kindle Oasis, der ebenfalls 300 ppi hat. Text lässt sich gut lesen, dank der angenehmen Hintergrundbeleuchtung auch in schlechten Lichtsituationen. Die Mischung aus kaltem und warmem Hintergrundlicht können wir direkt über die Schnelleinstellungen vornehmen.
Von der Haptik her eignet sich der Kindle Scribe für Rechts- und Linkshänder. Der Rahmen ist auf einer Seite breiter, an dieser Stelle lässt sich der große Reader gut festhalten. Je nachdem, mit welcher Hand wir das Gerät festhalten wollen, drehen wir es einfach; die automatische Bildschirmrotation passt den Inhalt entsprechend an.
Für einen E-Book-Reader verhältnismäßig klobig
Mit seinen 229 x 196 x 5,8 mm und mehr als 430 Gramm Gewicht (ohne Hülle) lässt sich der Kindle Scribe allerdings nicht so gut mit einer Hand halten wie kleinere E-Reader - er macht auf uns so einen recht wuchtigen Eindruck. Dafür sind auf dem großen Bildschirm Inhalte besser zu erkennen als bei einem kleineren Kindle-Reader. Wir halten den Kindle Scribe mit einer Hand und stützen die andere Seite mit der anderen Hand etwas ab.