Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Kindle Fire HDX im Hands on: Scharfe Displays und satter Sound

Amazon erweitert seine Kindle-Fire-Reihe um die Modelle HDX und HDX 8.9. Die neuen Geräte haben hochauflösende Displays, Top-Hardware und gehören zu den Geräten mit dem besten Klang.
/ Tobias Költzsch
67 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Amazons neue Tablets Kindle Fire HDX und Fire HDX 8.9 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Amazons neue Tablets Kindle Fire HDX und Fire HDX 8.9 Bild: Tobias Költzsch/Golem.de

Wie angekündigt bringt Amazon in den kommenden Tagen seine neuen Kindle-Fire-Tablets nach Deutschland. Das neue Modell wird in zwei unterschiedlichen Größen verfügbar sein – das Fire HDX hat einen 7 Zoll großen Bildschirm, das Display des Fire HDX 8.9 ist 8,9 Zoll groß.

Kindle Fire HDX – Ausprobiert
Kindle Fire HDX – Ausprobiert (01:36)

Der Touchscreen des Fire HDX hat eine Auflösung von 1.920 x 1.200 Pixeln, das größere HDX 8.9 löst mit 2.560 x 1.600 Pixeln auf. Das ergibt jeweils hohe Pixeldichten von 323 beziehungsweise 339 ppi. Beide Displays zeigen Bildschirminhalte dementsprechend sehr scharf an, einzelne Pixel sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Auch feine Details wie kleine Schrift, bei einem E-Book-Reader nicht unwichtig, sind gut zu lesen, einen Treppeneffekt können wir nicht beobachten. Die Farben sind intensiv, ohne unnatürlich zu wirken.

Die neuen Kindle-Tablets sind sehr gut verarbeitet. Die Rückseiten sind mit einem griffigen Kunststoff überzogen, das größere Modell hat ein Uni-Body-Gehäuse aus Magnesium. Beide Geräte sind sehr leicht: Das Fire HDX wiegt 299 Gramm, das Fire HDX 8.9 368 Gramm. In Kombination mit dem breiten Rahmen lassen sie sich auch längere Zeit bequem in einer Hand halten. Das Gehäuse des Kindle Fire HDX misst 186 x 128 x 9,3 mm, das des Kindle Fire HDX 8.9 231 x 158 x 8,3 mm.

Beim kleineren Modell ist uns allerdings ein bläulicher Farbsaum am Rand des Displays aufgefallen. Bereits beim vorigen Kindle Fire HD hatten wir einen Beleuchtungsfehler am Displayrand festgestellt. Das große Modell Fire HDX 8.9 hat einen einwandfreien Bildschirm.

Bedienungselemente jetzt auf der Rückseite

Anders als beim Vorgängermodell hat Amazon bei den neuen Tablets die Bedienungsknöpfe nicht mehr eben in den Rahmen eingesetzt, wo sie stellenweise schwer zu ertasten waren. Der Einschalter und die Lautstärkewippe befinden sich jetzt auf der Rückseite des Tablets und werden nach kurzer Eingewöhnungszeit schnell gefunden. Ganz durchdacht hat Amazon dieses System aber nicht: Verwendet der Nutzer eine der passenden Schutzhüllen von Amazon, kommt er nicht ohne weiteres an die Knöpfe heran, wenn das Schutzcover umgeschlagen ist. Auch muss das Tablet immer erst vom Tisch hochgehoben werden, wenn der Nutzer es anschalten will.

Exzellenter Sound

Wie auch beim vorigen Kindle Fire HD hat Amazon sehr gute Lautsprecher verbaut. Sie sind auch bei den neuen Geräten so angebracht, dass sie nicht plan mit der Rückseite abschließen. Dadurch wird der Schall zurückgeworfen und verstärkt, wenn die Tablets auf einem Tisch liegen oder in der Hülle stecken. Diese liegen an der Oberseite daher extra nicht plan auf dem Gehäuse auf.

Das Resultat ist ein voller, satter Ton mit gut wahrnehmbaren Bässen und klaren, unaufdringlichen Höhen. Der Stereoeffekt ist ausgeprägt, Filme schauen macht dank der Lautsprecher auch ohne Kopfhörer Spaß.

Fire OS in der Version 3.0

Am Betriebssystem Fire OS hat Amazon in der Version 3.0 verglichen mit den Vorversionen bei der Benutzerführung nicht viel verändert. Kürzlich verwendete Medien, also beispielsweise Bücher, Filme, Musik oder Apps, werden in einer Karussellübersicht auf dem Hauptbildschirm angezeigt. Häufig genutzte Programme, Filme oder Bücher können auf der Favoritenleiste des Hauptbildschirms abgelegt werden. Die Navigation erfolgt wie beim Vorgänger über eine Leiste am Rand des Displays, die bei Filmen, Büchern und Apps ausgeblendet wird. Mit einer Wischgeste am rechten Rand kann der Nutzer zudem eine Übersicht über die laufenden Apps einblenden. So kann einfach zwischen verschiedenen Apps und Medien gewechselt werden.

Im oberen Teil des Hauptbildschirms befindet sich eine Auswahlleiste für die unterschiedlichen Medien. Hierüber gelangt der Nutzer zu seinen Büchern, CDs, Apps und zur Filmbibliothek von Lovefilm. Auch Dokumente können mit den Kindle-Tablets geöffnet und bearbeitet werden. Die E-Mail-App hat Amazon überarbeitet, sie sieht jetzt übersichtlicher aus und gibt dem Nutzer bessere Möglichkeiten, zu sortieren.

Zusätzliche Funktionen durch baldiges Update

Für den November 2013 hat Amazon ein weiteres Update für Fire OS angekündigt. Dann sollen sich unter anderem in der Cloud abgespeicherte Medien gruppieren lassen. So lassen sich Bücher beispielsweise thematisch sortieren. Die Gruppen werden auf allen Kindle-Geräten und -Apps des Nutzers synchronisiert. Die Schnellarchiv-Funktion identifiziert länger nicht verwendete Medien, die der Nutzer dann schnell vom Tablet löschen und in der Cloud speichern kann. Über neue Verschlüsselungsoptionen sollen Kindle-Tablets mit dem kommenden Update auch für Unternehmen attraktiv werden.

Topaktuelle Hardware

Beide Tablets haben eine ähnliche Hardwareausstattung. Sie arbeiten jeweils mit einem schnellen Snapdragon-800-Quad-Core-Prozessor mit einer Taktrate von 2,2 GHz, die GPU ist eine Adreno 330. Die Größe des Arbeitsspeichers beträgt 2 GByte, der eingebaute Flash-Speicher ist wahlweise 16, 32 oder 64 GByte groß. Einen Steckplatz für Micro-SD-Karten hat keines der beiden Modelle.

WLAN unterstützen beide Geräte nach 802.11a/b/g/n auf den Frequenzen 2,4 und 5 GHz, wahlweise gibt es die Tablets auch mit LTE-Modul. Einen GPS-Chip haben beide Geräte nur in der LTE-Version, der Standort wird ansonsten über das WLAN-Modul ermittelt.

Auf der Rückseite des Fire HDX 8.9 befindet sich eine 8-Megapixel-Kamera mit Autofokus und LED-Fotolicht, die durchschnittliche Fotos macht. Steckt das Tablet in der Schutzhülle, muss der Nutzer es nur ein Stück nach oben schieben, und die Kamera-App startet automatisch. Auf der Vorderseite ist eine Webcam für Videotelefonie eingebaut. Das Kindle Fire HDX hat nur diese Frontkamera.

Ruckelfreies System

Bei beiden Tablets laufen Menüs und Anwendungen flüssig. Der Nutzer kann ohne Ruckler schnell von einem Film in ein Buch wechseln oder eine App starten. Die Apps laufen ebenfalls flüssig, auch grafikintensive Spiele laufen ruckelfrei und sehen gut aus.

Apps können auch weiterhin nur aus Amazons eigenem Appstore bezogen werden, eine Anbindung an Googles Play Store gibt es nicht. Vom unterliegenden Android-Betriebssystem bekommt der Nutzer wie bei den vorherigen Kindle-Tablets nichts mit.

Akkulaufzeit bis zu 18 Stunden

Für den neuen 7-Zoll-Kindle gibt Amazon eine Akkulaufzeit von 11 Stunden an, wenn der Nutzer liest, über WLAN surft, Videos schaut und Musik hört. Liest er hingegen nur, verlängert sich die Laufzeit auf 17 Stunden. Mit dem mitgelieferten Powerfast-Ladegerät soll das Gerät in 4 Stunden wieder vollständig aufgeladen sein. Beim Kindle Fire HDX 8.9 sind die Laufzeiten jeweils eine Stunde länger. Mit dem Powerfast-Ladegerät ist das Tablet in 5 Stunden komplett aufgeladen.

Amazon bietet für die beiden Tablets Schutzhüllen an, die die Geräte mit Hilfe von Magnetkraft in der Hülle halten. Das Schutzcover besteht aus mehreren Segmenten und kann zu einem Ständer gefaltet werden. Den Winkel konnten wir nicht verändern. Klappt der Nutzer das Cover zu, schalten die Tablets automatisch in den Standby-Modus.

Verfügbarkeit und Fazit

Das 7-Zoll-Modell Kindle Fire HDX(öffnet im neuen Fenster) ist in der 16-GByte-Version ohne LTE-Modul und mit Werbeeinblendungen im Sperrbildschirm für 230 Euro erhältlich. Die 8,9-Zoll-Variante Kindle Fire HDX 8.9(öffnet im neuen Fenster) kostet mit gleicher Ausstattung 380 Euro. Die Top-Ausstattungen mit 64 GByte, LTE-Modul und ohne Werbung kosten jeweils 405 und 595 Euro. Das Kindle Fire HDX in der 16-GByte-Version wird ab sofort verschickt, das Fire HDX 8.9 soll am 19. November 2013 erscheinen.

Fazit

Die beiden neuen Kindle Fire HDX von Amazon sind technisch und qualitativ hochwertige, leichte Tablets mit hervorragenden Displays und toller Akustik. Mit ihnen Filme zu schauen, Bücher zu lesen und Spiele zu spielen, macht Spaß. Da auch Office-Anwendungen auf den Tablets laufen, eignen sie sich wie andere Android-Tablets bedingt für Schreibarbeiten.

Wie bei den vorherigen Kindle-Tablets sind die neuen HDX-Modelle eher auf Nutzer ausgerichtet, die viele Amazon-Inhalte konsumieren. Von der Offenheit eines Standard-Androids ist auch bei den Amazon-Tablets in den neuen Versionen nichts zu sehen. Filme, Bücher und Apps lassen sich nur über die Amazon-Services installieren. Eine Installation auf anderem Wege ist nicht vorgesehen.

Nutzer, die bisher hauptsächlich über Googles Play Store Apps gekauft haben, müssten diese Apps für die neuen Kindle-Modelle demnach nochmal kaufen. Für Umsteiger eignen sich die Kindle-Tablets daher eher nicht. Wer zudem ein offenes Android-Tablet möchte, bei dem er ohne weiteres auch mal einen neuen Launcher oder eine neue Tastatur installieren kann, dürfte mit den Geräten ebenfalls nicht glücklich werden.

Als Endgerät für Amazon-Inhalte und -Services sind die beiden neuen Kindle-Fire-Modelle allerdings hervorragend geeignet, ein Blick darauf lohnt allemal.


Relevante Themen