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Kinderwunsch: Schwanger werden mit Glow

Paypal-Gründer Max Levchin will Paaren helfen, schwanger zu werden. Mit einer App, unterstützt durch Big Data und maschinelles Lernen, sollen sie den richtigen Zeugungszeitpunkt treffen. Das Programm Glow First bietet finanzielle Unterstützung, sollte eine Kinderwunschbehandlung notwendig werden.
/ Jens Ihlenfeld
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Glow-App soll helfen, den optimalen Zeugungszeitpunkt zu finden. (Bild: Glow)
Glow-App soll helfen, den optimalen Zeugungszeitpunkt zu finden. Bild: Glow

Ein unerfüllter Kinderwunsch ist keine Seltenheit und eine große Belastung für Beziehungen. Was bei manchen ungewollt klappt, gelingt bei anderen nicht; im Falle einer Unfruchtbarkeit eines Partners folgt oft eine teure und nervenaufreibende Prozedur. Rund 10 Prozent der Paare benötigen länger als zwei Jahre, um Kinder zu bekommen. 3 bis 4 Prozent der Paare bleiben ungewollt kinderlos.

Paypal-Gründer Max Levchin will mit seinem neuen Startup Glow Paare mit unerfülltem Kinderwunsch unterstützen. Glow hat dazu eine Smartphone-App entwickelt, die ihnen mit der Analyse umfangreicher Datenmengen helfen soll, den richtigen Zeitpunkt zur Zeugung zu treffen. Zum anderen will Levchin mit Glow First eine gemeinnützige Organisation gründen, die Paare bei einer Kinderwunschbehandlung unterstützt.

Smartphone-App Glow

Glow erfasst verschiedene Daten, um gestützt durch statistische Analysen den richtigen Zeitpunkt für die Zeugung zu ermitteln. So wird zunächst abgefragt, um das wievielte Kind es geht und wie lange das Paar es schon versucht. Zudem muss die Frau eingeben, wann ihr letzter Zyklus begonnen hat und wie lang er normalerweise dauert. Daten, die auch viele andere Apps erfassen und nur eine recht grobe Abschätzung des Eisprungs und damit des besten Zeugungszeitpunkt ermöglichen.

Darüber hinaus können mit Glow weitere Daten erfasst werden, die auf Serverseite nutzerübergreifend zusammengeführt werden, um die Prognosegenauigkeit zu verbessern. So kann etwa über erfasst werden, an welchen Tagen ein Paar Sex hatte und welche Basaltemperatur(öffnet im neuen Fenster) gemessen wurde. Frauen könne auch ihre Stimmungslage und ihr Gewicht angeben sowie ob und mit welchem Ergebnis ein Ovulations(öffnet im neuen Fenster)- oder Schwangerschaftstest gemacht wurde.

Schwangerschaftswahrscheinlichkeit mit Big Data bestimmen

Glow berechnet aus diesen Daten für jeden Tag die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Schwangerschaft zustande kommt und gibt einen Tagesplan vor. Die App sagt auch, ob es sinnvoll ist, am aktuellen Tag einen Ovulations- oder Schwangerschaftstest durchzuführen, und fragt, ob Schwangerschafts-Vitamine und Folsäure eingenommen wurden.

Zunächst müssen sämtliche Daten manuell erfasst werden, es ist aber geplant möglichst viele Sensoren zu unterstützen, um die Datenerfassung stärker zu automatisieren und somit auch ihre Genauigkeit zu erhöhen. In jedem Fall soll Glow dazu ein API bereitstellen, um Daten von Dritten übernehmen zu können. Sollte es aber notwendig sein, bestimmte Sensoren selbst zu entwickeln, so werde Glow dies tun, sagte Levchin auf der Konferenz D11.

Schon jetzt unterstützt Glow die Anmeldung über soziale Netzwerke. So erkennt die App Paare, und Frauen können ihren Partner recht einfach einladen, so dass auch dieser Einblick in die Daten erhält. Die App kann an fruchtbaren Tagen auch eine Erinnerung senden.

Zudem können Männer die von der Frau erfassten Daten ergänzen und ihrerseits Einschätzung dazu abgeben, ob ihre Partnerin gerade gestresst ist. Künftig sollen Männer auch ihren eigenen Stresslevel eingeben können, denn auch dieser kann sich auf die Wahrscheinlichkeit, dass die Partnerin schwanger wird, auswirken.

Glow First

Ergänzt wird die App durch das Programm Glow First, mit dem sich Paare das finanzielle Risiko einer Kinderwunschbehandlung teilen können. Sie können bei Glow First 50 US-Dollar im Monat einzahlen. Ist nach zehn Monaten Begleitung durch die Glow-App keine Schwangerschaft zustande gekommen, beteiligt sich Glow First an den Kosten einer Kinderwunschbehandlung. Kommt innerhalb der zehn Monate eine Schwangerschaft zustande, werden die Einzahlungen gestoppt und das bisher eingezahlte Geld wird genutzt, um andere Paare zu unterstützen.

Max Levchin unterstützt den Fonds zum Start mit einer Million US-Dollar aus eigener Tasche. Die von Glow First eingesammelten Gelder sollen komplett ausgeschüttet werden, Glow behält keinen Anteil ein.

Levchin geht davon aus, dass viele Paare, die sich für unfruchtbar halten, durchaus auf natürlichem Weg zu einer Schwangerschaft kommen können, wenn sie ihr Timing verbessern.

Die App Glow(öffnet im neuen Fenster) soll in Kürze für iOS in Apples App Store zum Download bereitstehen.


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