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Lernen über Nachahmung

"Sprache lernen funktioniert anders als Gehen lernen, Gesichter erkennen anders als Melodien produzieren", erklärt Hild. Vieles funktioniere über Nachahmung. Zum Beispiel Myons Auftritt an der Komischen Oper, wo er dirigieren lernte, indem er es sich quasi von einem Dirigenten abschaute. Über sensorische Informationen spürte er, in welcher Position sich der Arm des Dirigenten zu bestimmten Zeitpunkten befand. Über Sensoren und Simulation konnte er dann versuchen, diese Bewegungen nachzuahmen.

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Singen hingegen lernte Myon über Versuch und Irrtum: Er produzierte Töne und verglich dann, ob diese den Tönen eines Vorbildes ähnlich waren. Dann versuchte er sich so oft erneut daran, bis alles stimmte. Am Ende sah Myon aus wie ein Profi, wenn er dirigiert, nur etwas ungelenker. Und als er sang, klang er wie ein Opernstar, nur etwas blecherner.

Der Auftritt an der Oper war eine besondere Herausforderung für die Forscher - und für den Roboter: Die Bühne ist groß, jeder Ton hallt durch den Raum. Das Orchester ist laut, Lautsprecher verstärken den Effekt. Das Licht der Scheinwerfer ist hell, die Bühne schräg. "Wir mussten das so finetunen, dass der Roboter sich trotzdem noch zurechtfinden konnte", sagt Hild. "Auf Reisen mit Myon haben wir gelernt, wie man sein System auf Extremsituationen umstellt."

Doch Myon lernt nicht nur selbst - er hilft auch anderen beim Lernen. An der Beuth-Hochschule werden Myon und seine Brüder (die verwirrenderweise genauso heißen und aussehen wie er) seit kurzem in Lehrveranstaltungen eingesetzt. In Laborübungen, in denen Kleingruppen vom Studenten mit ihrem Professor und einem Roboter zusammenarbeiten, sollen sich die Studenten ausprobieren und schauen, ob sie eine Funktionalität von Myon verbessern können. "Wir haben hier eine einmalige Chance, weil wir im Besitz von mehreren Myons sind", sagt Hild. Davon profitieren nun Studenten der Fächer Didaktik, Robotik und Elektrotechnik an der Beuth-Hochschule.

Hört man Hild zu, merkt man, dass ihm Myon ans Herz gewachsen ist und er sich sogar Sorgen um den kleinen Roboter macht: "Wir haben manchmal Angst, dass die Leute Myon über den Haufen rennen und seine Mechanik kaputtgeht." Er sei eben kein Hochleistungsroboter mit einem klaren Ziel - im Gegensatz zu Fabrik- oder militärischen Robotern.

"Es ist ein wesentlicher Unterschied, ob man einem Roboter mit einem bestimmten Ziel vor Augen baut, oder ob die Grundlagenforschung die Motivation ist", sagt Hild. Genau deshalb müsse niemand fürchten, dass Myon die Welt übernehmen könne. Denn das ist nicht sein Ziel. Myon will einfach nur lernen.

 Kinderroboter Myon: Einauge lernt, Einauge hat Körper
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DrWatson 17. Sep 2016

Wer ist denn der Ideal-Mensch???


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