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Kimi: Apple übersieht Film-Piraterie-App im App Store

Mit Kimi sollen Nutzer angeblich ihre Sehkraft testen können - was in gewisser Weise stimmt: Die iOS -App bot ein reichhaltiges Angebot an illegalen Filmen und Serien.
/ Tobias Költzsch
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iPhone statt Kino: Kimi war eine versteckte Streaming-App mit illegalen Inhalten. (Bild: Pexels)
iPhone statt Kino: Kimi war eine versteckte Streaming-App mit illegalen Inhalten. Bild: Pexels / Pexels-Lizenz

Apple hat im App Store offenbar über Monate hinweg eine App übersehen, die Nutzern ermöglicht, illegal bereitgestellte Filme und Serien zu schauen. Dabei hat sich die App namens Kimi als Sehtest ausgegeben. The Verge(öffnet im neuen Fenster) hat den Scam entdeckt; kurz nach der Veröffentlichung des Artikels hat Apple die Anwendung aus dem App Store gelöscht.

Kimi gab sich im App Store als Sehtest-App aus, die Macher stellten entsprechende Screenshots bereit. Allerdings genügte bereits ein Blick auf die Bewertungen, um festzustellen, dass es sich bei Kimi um eine App mit illegalen Filmen und Serien handelt: Zahlreiche Nutzer schwärmen davon, dass es sich bei der App im Grunde um sowas wie Netflix handle, und zählen die Filme auf, die sie darüber gesehen haben.

Die App selbst machte The Verge zufolge keinen Hehl daraus, was sie macht: Nach dem Start zeigte Kimi direkt eine Reihe von Filmen und Serien an, die Nutzer sich anschauen konnten. Von einem Sehtest war nichts zu sehen, entsprechend mussten Nutzer auch keine versteckten Funktionen aktivieren, um an die Piraterie-Inhalte zu kommen. Unklar ist, wie die Macher von Kimi die Inhalte zur Verfügung stellten.

Apple äußert sich nicht zu den Umständen

Apple äußerte sich auf Nachfrage nicht dazu, wie das Unternehmen übersehen konnte, dass es sich bei Kimi um eine illegale Streaming-App handelte. Wahrscheinlich ist, dass die Macher von Kimi die App tatsächlich als Sehtest-Anwendung einreichten, später aber den Inhalt komplett änderten. In Screenshots von The Verge sind Werbeanzeigen zu sehen, mit denen die Macher von Kimi ihr Geld verdienten.

Apps aus dem App Store verfolgten auch in der Vergangenheit bereits betrügerische Ziele, trotz Apples Bekundungen, dass nur der App Store sichere Anwendungen biete. So gab es beispielsweise eine Nachbildung einer Krypto-Wallet , die die Konten der Nutzer leerräumte. Vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um Apples Anpassungen an den DMA (Digital Markets Act) ist der Fall Kimi heikel.

Apple erklärte in seiner Pressemitteilung, dass die Öffnung hin zu anderen App-Marktplätzen für die Nutzer eine Gefahr darstelle, da dann Apples Überprüfungen der Apps fehlen würde. Betreiber alternativer App-Marktplätze für iOS müssen weiterhin jede App von Apple freigeben lassen sowie eine Gebühr von 50 Cent pro Installation im Jahr zahlen.


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