Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Kim Jong Un: Ein Mobilfunknetz nur für mich

Ein eigenes Mobilfunknetz für die nordkoreanische Führung: Was nach einem merkwürdigen Statussymbol klingt, soll die Sicherheit der Regierungskommunikation in dem abgeschotteten Land erhöhen.
/ Hauke Gierow
27 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un (Bild: KCNA KCNA/Reuters)
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un Bild: KCNA KCNA/Reuters

Die nordkoreanische Führung um Machthaber Kim Jong Un soll ein eigenes, geheimes Mobilfunknetz nur für enge Mitglieder der Führungsriege betreiben. Das hat der Ingenieur Ahmed El-Noamany in einem Interview mit NKNews.org(öffnet im neuen Fenster) gesagt. Er arbeitete von 2011 bis 2013 für die ägyptische Firma Egypt Orascom Telecom and Media Technology (OTMT), um in Nordkorea ein neues Mobilfunknetz aufzubauen. Das Unternehmen ist gemeinsam mit der nordkoreanischen Regierung an dem Joint Venture Koryolink beteiligt.

Das eigene Handynetz sei notwendig, weil aufgrund von Exportbeschränkungen keine aktuelle Verschlüsselungstechnologie eingeführt werden könne. Nordkorea selbst ist laut El-Noamany mit der Erforschung eigener Verschlüsselungsstandards rund 40 Jahre hinterher – das geheime Netzwerk soll zumindest etwas Sicherheit bieten(öffnet im neuen Fenster) .

Aus diesem Grund habe die Führung das ägyptische Telekommunikationsunternehmen OTMT damit beauftragt, ein 3G-Netzwerk nur für die Führungsriege zu entwickeln, berichtete er. Dieses Netzwerk sei für normale Mobilfunkgeräte nicht sichtbar, weil es eigene Algorithmen und ein eigenes Betriebssystem benutze. Technisch soll das führungsexklusive Netzwerk auf dem 3G-Standard basieren.

Ein Netz für Inländer, eines für Ausländer

Bekannt ist seit längerem, dass Nordkorea zwei unterschiedliche Mobilfunknetzwerke hat – eines für Inländer und eins für Ausländer, die eine nordkoreanischen SIM-Karte erwerben. Dabei können Nutzer im Inlandsnetzwerk nur Nummern im Inland anrufen, Nutzer des Auslands-Netzwerkes hingegen nur internationale Nummern. Diese Zweiteilung existiert auch im Festnetz.

Auch wenn OTMT in den vergangenen Jahren viele Aufträge in Nordkorea abgewickelt habe, sei dies angeblich kein gutes Geschäft gewesen. Denn der offizielle nordkoreanische Wechselkurs und der Schwarzmarktkurs der Währung klafften weit auseinander. Aus diesem Grund habe das Unternehmen alle Gewinne immer direkt in neue Infrastruktur investiert, anstatt diese aus Nordkorea heraus nach Ägypten zu transferieren, erklärte El-Noamany.


Relevante Themen