Kilometerstadt: Saudi-Arabien stutzt Neom-Megaprojekt

Das Neom-Projekt von Kronprinz Mohammed bin Salman wird massiv zurückgefahren. Das berichtete die Financial Times(öffnet im neuen Fenster) . Nach Abschluss einer umfassenden Prüfung schienen die Verantwortlichen erkannt zu haben, dass die ursprüngliche Vision nicht umsetzbar sei.
Besonders betroffen ist The Line, die geplante Stadt in einem kilometerlangen Gebäude. Architekten arbeiten bereits an einer grundlegend überarbeiteten und bescheideneren Version. Statt der ursprünglich angekündigten 170 Kilometer Ausdehnung ins Landesinnere soll das Projekt nun kleiner werden.
Die neue Strategie sieht eine Positionierung als Zentrum für Dateninfrastruktur vor. Die Küstenlage macht den Standort für Rechenzentren attraktiv, die Meerwasser zur Kühlung nutzen können. Saudi-Arabien will sich damit als Standort für künstliche Intelligenz und Technologie etablieren.
Finanzielle Zwänge führen zu Kurswechsel
Die Änderungen spiegeln die angespannte Haushaltslage in Riad wider. Nach Jahren massiver Ausgaben muss die Regierung mit knapperer Liquidität wirtschaften, während die Ölpreise moderat bleiben. Gleichzeitig kommen Verpflichtungen für die Expo 2030 und die Fußball-WM 2034 auf das Land zu, die erhebliche finanzielle Mittel binden.
Das Skiresort Trojena, das ursprünglich die Asiatischen Winterspiele 2029 ausrichten sollte, wird ebenfalls verkleinert. Saudische Beamte bestätigten der Financial TImes, dass Trojena die Spiele nicht wie geplant veranstalten werde.
Kronprinz Mohammed bin Salman hatte zuvor erklärt, Projekte zu streichen oder zu ändern, wenn dies im nationalen Interesse liege.
Druck auf Staatsfonds PIF
Neom gehört dem Public Investment Fund (PIF), der Vermögenswerte von fast einer Billion US-Dollar verwaltet. Der ebenfalls vom Kronprinzen geleitete Fonds führt die wirtschaftliche Transformation des Königreichs an, steht aber unter Druck, Renditen zu erwirtschaften.



