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Killerwhale Games: Verdacht auf Betrug beim Kickstarter-Erfolgsspiel Raw

Action in einer offenen Welt mit Elementen aus GTA, Arma Life und Rust - von einem Ministudio? Das wirkt unseriös, trotzdem hat das unbekannte deutsche Unternehmen Killerwhale Games für Raw auf Kickstarter fast 70.000 Euro gesammelt.

Artikel veröffentlicht am ,
Artwork von Raw
Artwork von Raw (Bild: Killerwhale Games)

Unter anderem dank staatlicher Förderung sollen in Deutschland irgendwann international konkurrenzfähige Games entstehen. Das angeblich aus der Stadt Fürth stammende Studio Killerwhale Games hat gerade für ein ambitioniertes Großprojekt namens Raw knapp 66.000 Euro von Spielern aus aller Welt gesammelt. Beim Ziel von 70.000 Euro gilt die Kampagne als erfolgreich und die Initiatoren erhalten die Summe von Kickstarter ausbezahlt - abzüglich der fünf Prozent Provision, die von der Crowdfunding-Plattform einbehalten werden.

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Allerdings gibt es sehr deutliche Hinweise, dass es bei Raw nicht seriös zugeht. Im besten Fall arbeiten die Entwickler tatsächlich an einem entsprechenden Spiel, haben es aber viel zu positiv dargestellt - warum auch immer. Im schlimmsten Fall existiert nur die Kampagne mit aufwendig produzierten Videos, und bei der Kampagne geht es nur um das Einstreichen des Geldes. Selbst wenn kein Spieler noch finanzielle Mittel bereitstellt, könnten die Macher dann selbst die fehlenden paar Tausend Euro über Mittelsmänner kurzfristig zuschießen, um die nötigen 70.000 Euro zu erreichen.

Raw soll - schreiben die Entwickler selbst - eine Mischung aus GTA, Arma Life und Rust mit Rollenspielelementen für Hardcorespieler werden. Die sollen in einer amerikanisch anmutenden Stadt um Macht, Geld und Einfluss auf Servern mit 100 bis 200 Mitstreitern kämpfen können. Killerwhale Games arbeitet nach eigenen Angaben seit mehr als zwei Jahren an dem Titel, der Ende 2019 fertig werden soll.

Auf Kritik und Nachfragen aus der Community haben die Macher in mehreren Updates auf Kickstarter geantwortet. Unter anderem erklären sie die für ein Projekt in dieser Größenordnung auffällig niedrige Summe damit, dass weitere Crowdfunding-Runden geplant seien und dass sie Assets (etwa Charaktermodelle, die 3D-Autos und so weiter) vorgefertigt aus Bibliotheken übernehmen würden, aber dann nach und nach durch eigene Modelle ersetzen wollen.

Es gibt weiteren Anlass zum Zweifel: So hat sich inzwischen herausgestellt, dass Killerwhale Games keine eingetragene Firma ist und dass angeblich gerade mal drei Personen an dem Projekt beteiligt sind - von denen aber nur einer seinen vollständigen Namen nennt, nämlich Artur Hartikainen. Nach eigenen Angaben stammt er aus Finnland. Hartikainen verfügt über einen Account auf Facebook, bei dem der aktuelle Beitrag mehrere Jahre alt ist. Von den beiden anderen angeblich beteiligten Personen sind nur die Vornamen bekannt.

Die Liste mit offensichtlich zweifelhaften oder merkwürdigen Details ließe sich noch lange fortsetzen. Kickstarter hat sich zu der Sache bislang nicht geäußert, dabei wäre das Unternehmen in der Pflicht, die Aktivitäten auf seiner Plattform zu kontrollieren. In den Nutzungsbedingungen steht ausdrücklich: "Belügen Sie niemanden. Veröffentlichen Sie keine falschen, irreführenden oder fehlerhaften Informationen. Unterlassen Sie sämtliche betrügerischen Handlungen."

Die Kampagne von Raw läuft noch bis Mitte Juli 2019. Unterstützter können zugesagte finanzielle Unterstützung im Normallfall bis 24 Stunden vor Ablauf des Kampagnenendes wieder zurückziehen.

Nachtrag vom 26. Juni 2019, 14:00 Uhr

Das Fachmagazin PC Games (das wie Golem.de zu Computec Media gehört und seinen Sitz in Fürth hat) hat die auf der Webseite von Killerwhale Games angegebene Adresse in Fürth besucht, und dort einfach nur eine Wohnanlage vorgefunden. Ein Gespräch mit der Redaktion haben die Entwickler abgelehnt.



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kilo9delta 10. Jul 2019

? Also kann ich alles Geld ausgeben und muss dann nix versteuern? xD

OmranShilunte 29. Jun 2019

das wäre auch meine vermutung. der wird 18 sein und hat sich mit dem projekt hoffungslos...

DeathMD 28. Jun 2019

Evtl. Oblivion? Ist zwar keine Schlucht, weil das Haus eigentlich schwebt, aber...

sevenacids 28. Jun 2019

Zumindest sind es nur 70.000 Euro. Große Studios setzen mit ihren Early Access-Programmen...

DeathMD 28. Jun 2019

Es haben sich wohl genug Naivlinge gefunden, dass die erste Runde schon einmal...


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