Killerspiel-Debatte: ProSieben Maxx stoppt Übertragungen von Counter-Strike

Erst Anfang Juni 2016 kündigte ProSieben Maxx an, einmal in der Woche um Mitternacht über das E-League-Turnier zu berichten, doch damit ist vorerst Schluss: "Aufgrund der jüngsten Ereignisse in München wollen wir zurzeit keine Ego-Shooter-Spiele wie CS:Go übertragen" , hat der Sender auf Facebook(öffnet im neuen Fenster) kurz vor Ausstrahlung der aktuellen Folge verkündet. Damit kann natürlich nur der Amoklauf eines 18-Jährigen am 22. Juni 2016 gemeint sein, der neun Menschen tötete. Der Täter soll leidenschaftlich Counter-Strike gespielt haben.

Eigentlich wollte ProSieben Maxx mit den Übertragungen ausdrücklich(öffnet im neuen Fenster) auch "Vorbehalte ausräumen" - womit vermutlich Ressentiments gegen Ego-Shooter im Allgemeinen und Counter-Strike im Besonderen gemeint waren. Die Sendung sollte sich nicht nur an Fans richten, sondern "auch dem regulären Fernsehpublikum einen Überblick" über die E-League bieten.
Der Großteil der Kommentatoren unter der Ankündigung von ProSieben Maxx zeigt wenig bis kein Verständnis für die Entscheidung des Senders. "Was seid ihr denn für Heuchler? Ich dachte, diese zurückgebliebene Logik hätten wir endlich überstanden" , schreibt ein Zuschauer - eine durchaus typische Äußerung.
Maxx verteidigt Entscheidung
Der Sender - der auf seiner Webseite mit Bildern von Zombies, Untoten und Monstern für vielerlei Filme und Serien mit Gewaltinhalten wirbt - hat sich seit der Absage bislang nur mit kurzen Statements zu Wort gemeldet. "Für manch einen lächerlich. Für manch einen uncool. Für uns zu diesem Zeitpunkt stimmig und richtig" , schreibt er etwa.
Neben den Berichten auf Maxx stoppt ProSieben auch die (Online-)Übertragungen der E-League auf anderen (Internet-)Kanälen. Über die zu Freaks 4U gehörende Partnerseite 99Damage.de(öffnet im neuen Fenster) sollen die nächsten Wettbewerbe allerdings gezeigt werden, inklusive des Finales am Samstag.



