Kien: Mutmaßlich meistverspätetes Videospiel erscheint endlich

Verspätungen gehören zu Computerspielen wie Ketchup auf Pommes und Popcorn zum Kino – aber 22 Jahre ist ein bisschen viel: So lange dauerte es seit der ersten Ankündigung von Kien im Jahr 2002, bis das Werk eines italienischen Entwicklerstudios nun erschienen ist.
Damit gilt Duke Nukem Forever nicht mehr als der Verspätungskönig: Der Shooter wurde 1997 angekündigt, kam aber nach Problemen und Pausen erst 2011 auf den Markt – ohne wirklich zu überzeugen ( Test auf Golem.de ).
Die Besonderheit bei Kien ist, dass es nur für den Game Boy Advance produziert wurde. Das Handheld von Nintendo wurde ab 2003 nach und nach von anderen Geräten abgelöst. Nintendo stellte die letzten Exemplare im Jahr 2009 her.
Die Herstellung von Cartridges für den Game Boy Advance habe zeitweise 15 US-Dollar gekostet, wie The Guardian nun(öffnet im neuen Fenster) vom Kien-Chefentwickler Fabio Belsanti erfuhr. Das sei für die Publisher zu viel Risiko auf einer allmählich auslaufenden Plattform gewesen.
Belsanti gründete ein Entwicklerstudio namens Age of Game, das mit Lernspielen erfolgreich ist, die zum Teil für öffentliche Auftraggeber entstehen und Themen wie Arbeitssicherheit behandeln.
Kien: Fordernd wie ein Souls-like
Nun kann aber auch Kien doch noch erscheinen: Dank Game-Boy-Advance-kompatiblen Retrogeräten wie Analogue Pocket und vor allem dank der Tatsache, dass die Herstellung der Cartridges inzwischen günstiger möglich ist, gibt es Kien nun auf den original Speichermodulen für rund 60 US-Dollar bei Incube 8 Games(öffnet im neuen Fenster) .
Kien ist ein Plattformer mit Rollenspielelementen. Es gibt eine Handlung um den Planeten Malkut, dessen sieben gute Herrscher vom Bösen verjagt wurden. Nach Angaben der Entwickler ist der Schwierigkeitsgrad sehr hoch, die Umgebungen sollen weitgehend frei erkundbar sein.