Kickstarter-Spieleprojekte: Raumschiffe, Planeten und Mädchen mit Brillen

Die Spieleprojekte auf Kickstarter bleiben interessant: In Drifter geht es durchs Weltall, in The Repopulation wird in bester Star-Wars-Galaxies-Manier die letzte Zuflucht der Menschheit besiedelt. Und im Adventure Lilly Looking Through reist ein kleines Mädchen in andere Zeiten.

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Mit Drifter durchs All düsen
Mit Drifter durchs All düsen (Bild: Steve Courtney/Celsius Game Studios)

Es gibt drei neue Spieleprojekte auf Kickstarter, die unterschiedlicher nicht sein könnten - und dennoch verbindet sie etwas: der Blick in die Zukunft. In Drifter sollen Spieler mit ihrem Raumschiff eine ganze Galaxie erkunden, handeln und durchkämpfen können. Seit über acht Monaten entwickelt Colin Walsh von Celsius Game Studios das in 2,5D-Optik gehaltene Spiel für iOS - über Kickstarter wirbt er um Geld für eine PC-, Mac- und Linux-Umsetzung.

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Damit ist Walsh recht erfolgreich, statt 50.000 US-Dollar hat er bereits fast 75.000 US-Dollar erreicht - so dass sich der für das Poster-, Packungs- und T-Shirt-Design verantwortliche Grafiker Steve Courtney auch um eine schöne Bedienungsoberfläche für Drifter kümmern wird. Für die Musikuntermalung sorgt Danny Baranowsky, der bereits für Super Meat Boy, The Binding of Isaac, Canabalt und Cave Story 3D komponierte.

Damit auch die Linux-Version bereits zum Start erhältlich ist und Flüge über Planetenoberflächen sowie das Kapern von fremden Raumschiffen in Drifter enthalten sind, müssen auf Kickstarter allerdings bis zum 5. Juni 2012 noch 100.000 US-Dollar zusammenkommen - das könnte knapp werden. Walsh hat bereits zwei iOS-Spiele entwickelt: Chromodyne und den Spaceshooter Red Nova.

The Repopulation - Bauen und Kämpfen

Ganz am Anfang der Kickstarter-Finanzierung befinden sich die Macher von The Repopulation, einem Massive Multiplayer Online Role Playing Game (MMORPG) vom unabhängigen Spielestudio Above and Beyond Technologies. Auch hier gab es bereits Vorarbeit, das Windows-Spiel Repopulation befindet sich bereits seit 2007 in Vorbereitung und seit 2010 in voller Entwicklung. Der Stand der Entwicklung wurde bereits auf der GDC 2012 präsentiert.

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Repopulation spielt auf dem Planeten Rhyldan, auf dem die letzten Überlebenden der Menschheit um ihre Existenz kämpfen. Dabei gibt es zwei Probleme: Die eingeborenen Lebensformen haben die Siedlungsversuche nicht mit offenen Armen empfangen und die Menschen sind miteinander im Krieg. Es wird jedoch nicht nur gekämpft, es wird auch aufgebaut.

Das Ziel der Entwickler ist es, einen Science-Fiction-Sandkasten zu schaffen, der möglichst große Freiheit beim Spielen bietet - und dem Aufbau von Nationen und Städten ebenso viel Aufmerksamkeit widmet wie möglichen Konflikten zwischen Fraktionen. Ungewöhnlich: Bei den Kämpfen soll jederzeit zwischen einem shooterähnlichen Action- und einem traditionelleren RPG-Modus gewechselt werden können.

Das auf der Hero-Engine basierende Spiel soll auch ohne Kickstarter-Unterstützung 2013 starten. Mit Hilfe des über die Crowdfunding-Plattform zu sammelnden Geldes geht es allerdings darum, nicht nur die Entwicklung zu beschleunigen, sondern auch das Spiel zu verfeinern und zu erweitern.

So sollen die Missionen ausgefeilter sowie die grafischen Effekte, Animationen und Zwischensequenzen verbessert werden. Auch mehr NPC-Spezies könnten integriert werden und den Spielern teils auch als tierische Begleiter dienen. Um das und mehr zu realisieren, wollen die Entwickler bis zum 3. Juli 2012 rund 25.000 US-Dollar über Kickstarter-Vorbestellungen bekommen - über 4.000 US-Dollar haben sie innerhalb der zwei Tage seit Start für The Repopulation gesammelt.

Lilly Looking Through - ein Myst-isches Adventure

Auch das animierte Adventure Lilly Looking Through ist bereits seit längerem in Entwicklung für Windows, Mac OS X und Linux - es gibt bereits eine Demo zum Download. Mit Kickstarter-Hilfe soll Lilly schneller fertiggestellt werden. 18.000 US-Dollar reichen laut dem Spielestudio Geeta Games, um die verbleibende Entwicklungszeit zu halbieren. Sollte das Doppelte erreicht werden, soll noch eine Tabletversion etwa für das iPad hinzukommen. Schon jetzt, fünf Tage nach Start der Finanzierungsrunde, sind über 10.000 US-Dollar erreicht - bis zum 1. Juli 2012 ist noch Zeit.

Der Titel Lilly Looking Through spielt auf eine Brille an, die die Protagonistin des Adventures findet. Schaut das kleine Mädchen durch sie hindurch, verwandelt sich ihre Umgebung und sie blickt nicht nur in die Vergangenheit, sie betritt sie auch und kann damit die Gegenwart verändern. Die wirkt magisch und liegt irgendwie in der Zukunft. Lilly und die anderen Figuren des Spiels sind schon in der Demo hübsch animiert, die Grafik hat einen ganz eigenen Stil. Das Spiel soll Jung und Alt ansprechen und voraussichtlich vier bis sechs Stunden dauern, könnte aber noch verlängert werden.

Hinter Lilly Looking Through und Geeta Games stecken erfahrene Grafiker und Spieledesigner. Steve Hoogendyk hat an Effekten von Filmen wie Harry Potter, Die Chroniken von Narnia, Bolt und Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen mitgewirkt. Außerdem hat er acht Jahre lang in der Spielebranche gearbeitet und bei Cyan Worlds etwa an Myst 3: Exile, Realmyst, Uru: Ages Beyond Myst gearbeitet. Jessica Hoogendyk kümmert sich um die Animation der Spielfiguren, sie hat zuvor Filmeffekte für 10.000 BC erstellt und am ersten Die-Chroniken-von-Narnia-Film mitgewirkt.

Nachtrag vom 5. Juni 2012, 12:46 Uhr

Drifter hat die Kickstarter-Finanzierung erfolgreich abgeschlossen und über 80.000 US-Dollar gesammelt. Entwickler Colin Walsh geht davon aus, dass er im August 2012 mit dem Betatest starten kann.

Nachtrag vom 2. Juli 2012, 9:24 Uhr

Auch Lilly Looking Through ist nun finanziert. Über die Kickstarter-Finanzierung wurden rund 33.500 US-Dollar gesammelt, mehr als die angestrebten 18.000 US-Dollar. Die Entwickler wollen das Spiel bis Mai 2013 fertigstellen.

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