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Kickstarter: "Ich will eine Welt, in der es nicht ums Geldverdienen geht"

Kickstarter ist offiziell in Deutschland verfügbar. Golem.de hat mit dem Gründer und Chef Yancey Strickler über das Portal und seine Pläne gesprochen - und darüber, welche Projekte er selbst gerne unterstützt und umsetzt.

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Yancey Strickler, CEO Kickstarter
Yancey Strickler, CEO Kickstarter (Bild: Kickstarter)

Seit dem 12. Mai 2015 ist Kickstarter offiziell in Deutschland verfügbar. Das bedeutet: Startups oder Kreative mit Ideen können ohne den Umweg über die USA oder andere Länder die Community bitten, ihnen Geld für neue Produkte oder tolle Ideen zu geben. Zum Start der Crowdfunding-Plattform hat Golem.de mit CEO Yancey Strickler gesprochen, der Kickstarter zusammen mit seinen Freunden Perry Chen und Charles Adler in New York gegründet hat.

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Kickstarter gilt als Pionier des Crowdfunding: Seit 2009 hat das Portal über 1,7 Milliarden US-Dollar gesammelt und damit fast 85.000 erfolgreiche Projekte finanziert. Bekannte Beispiele sind die Smartwatch Pebble, das VR-Headset Oculus Rift und das Weltraumspiel Star Citizen.

Golem.de: Warum kommt Kickstarter eigentlich erst jetzt nach Deutschland?

Yancey Strickler: Zum einen wollten wir nicht zu schnell wachsen, sondern Kickstarter in einer Community nach der anderen aufbauen, uns Zeit lassen und mit den Leuten vor Ort sprechen.

Zum anderen haben wir in den ersten fünf Jahren von Kickstarter ein Zahlungssystem von Amazon verwendet - das war großartig, aber es funktioniert nicht überall. Im letzten Jahr haben wir auf ein System von einer Firma namens Stripe umgestellt, mit dem wir jetzt auch nach Deutschland expandieren können.

Uns ist das aus einer ganzen Reihe von Gründen sehr, sehr wichtig, weil es hier tolle Ingenieure und spannende Startups mit guten Ideen gibt. Außerdem hoffe ich auf ein paar coole Techno-Musikprojekte aus der Kölner Szene - ich bin Fan und Sammler.

Golem.de: Unterstützen Sie selbst Kickstarter-Projekte aus Deutschland?

Strickler: Ja, ich habe gleich morgens eine Kunstgalerie in Berlin unterstützt und einen Film namens Notes from Berlin, der auf einem Blog basiert und einen spannenden Eindruck macht. Und einen elektrischen Wasserkocher mit neuen technischen Ansätzen, die ich gut finde.

Golem.de: Unter anderem die deutsche Bundesregierung plant strengere Vorgaben für Crowdfunding-Plattformen. Bereitet Ihnen das Sorgen?

Strickler: Wir verfolgen diese Diskussionen natürlich sehr intensiv, aber eigentlich geht es dabei mehr um Crowd Investing, und das hat mit uns nichts zu tun.

Golem.de: Das ist kein Bereich, in dem Kickstarter aktiv werden möchte?

Strickler: Nein, für mich geht es bei Kickstarter im Kern um Kreativprojekte. Wenn Projekte und Vorhaben in erster Linie zum Geldverdienen da sind, würden viele der auf unserer Seite vorgestellten Ideen keinen Sinn mehr ergeben. Das begrenzt die Menge von Projekten, die dann doch Unterstützung finden könnten. Denn ganz ehrlich: Die meisten kulturellen Produkte sind miserable Investitionen. Dabei sprechen sie beispielsweise die menschliche Seele an, oder sie stehen für unsere Zeit, oder sie erklären die Welt - aber Geld verdienen sie nicht unbedingt.

Als wir Kickstarter gegründet haben, stand für uns fest: Wir möchten Projekte fördern, die Menschen einfach mögen - aber nicht weil sie Geld verdienen können. Viele Kickstarter-Projekte sind sehr schlechte Investitionen. Sie sollen keine großen Gewinne schaffen, sondern etwas erschaffen.

Golem.de: Viele Unterstützer fänden es spannend, selbst Investor werden zu können. Wer beispielsweise Hunderte oder Tausende von Euro in Star Citizen gesteckt hat, würde es bestimmt super finden, ein richtiger Teil des Teams zu werden und Geld verdienen zu können - und für das Projekt würde es mehr Budget bedeuten.

Strickler: Ich glaube schon, dass das funktionieren würde. Aber ich kann einfach keine Begeisterung dafür aufbringen. Ich mag eine Welt, in der es nicht in erster Linie darum geht, Geld zu verdienen. In der Theorie klingt es so, als ob es funktionieren dürfte, aber ich mag es nicht. Das ist vielleicht selbstsüchtig, aber ich will einfach meine Energie nicht darauf verwenden.

Golem.de: Wo sehen Sie denn noch Raum für Wachstum bei Kickstarter?

Strickler: Zum einen natürlich durch die Expansion in neue Märkte. Aber es ist so: Für mich ist Kickstarter nur ein Werkzeug für Kreative, das sehr gut darin ist, für Geld und Aufmerksamkeit für Ideen zu sorgen. Ich glaube, dass unsere Möglichkeit darin besteht, weitere solche Werkzeuge anzubieten. Wir fragen uns: Was brauchen Gamedesigner oder Filmemacher noch? Deshalb haben wir kürzlich etwa ein neues, kleines Projekt begonnen, das derzeit in der Private Beta läuft und den Namen Campus hat. Da können sich Kreative treffen und austauschen und Fragen stellen, etwa: "Wie mache ich für weniger als 10.000 US-Dollar einen Film?" Es wäre schön, wenn wir damit eine Plattform schaffen können, die viele dieser grundlegenden Probleme löst.

Golem.de: Wenn sie selbst ein Start-up wären: Hätten Sie eine Idee, welches Projekt Sie über Kickstarter starten würden?

Strickler: Ich habe bislang drei Kickstarter-Projekte gemacht, die waren aber alle eher zum Mitmachen und Ausprobieren angelegt. Im ersten ging es um ein Buch mit 100 Seiten, und für 30 Dollar hat man ein Exemplar bekommen und durfte für eine Seite des Buchs ein Bild beisteuern - das war das zweite überhaupt über Kickstarter finanzierte Projekt. Bei den anderen ging es um eine Reihe namens "This is not a Kickstarter Shirt", und Shirts wurden dann mit Statistiken bedruckt.

Wenn ich jetzt ein Projekt starten würde, dann würde ich gerne Songs aufnehmen, die mein Vater und ich geschrieben haben, und sie auf Vinyl gepresst veröffentlichen. Da traue ich mich aber nicht so recht, weil ich kein so guter Musiker bin.



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twil 15. Mai 2015

Sehe hier viele mit einer selbst erstellten Standpunkt wo behauptet wird man versteht...

Dwalinn 15. Mai 2015

Habe auf Indigo schon 3 mal mit PayPal gespendet und hat bisher immer alles wunderbar...

Moe479 13. Mai 2015

etwas bekommen oder es sich wirklich verdient haben ist nicht immer kongruent, selbst...

exxo 13. Mai 2015

Visa und Konsorten wollen auch ganz nette Gebühren. Da hat sich PayPal schlichtweg an...


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