Abo
  • Services:

Kickstarter: Günstiges Lidarsystem für Roboter

Ein US-Raumfahrtingenieur hat ein einfaches laserbasiertes Entfernungsmesssystem entwickelt. Es funktioniert etwas anders als ein herkömmliches Lidar-System, ist aber deutlich günstiger. Gedacht ist es für die Entwicklung günstiger Roboter.

Artikel veröffentlicht am ,
Protoyp des Lidar: Entfernungsberechnung per Triangulation
Protoyp des Lidar: Entfernungsberechnung per Triangulation (Bild: Nadir Bagaveyev)

Lidar (Light Detection and Ranging), die optische Entsprechung zum Radar, ist eine bei Robotern häufig eingesetzte Methode, um die Entfernung des Roboters zu einem Hindernis zu bestimmen. Solche Sensoren sind aber recht teuer. Der US-Raumfahrttechniker Nadir Bagaveyev hat eine Möglichkeit gefunden, ein solches System günstiger herzustellen.

Gehäuse aus dem 3D-Drucker

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Reutlingen
  2. Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), Düsseldorf

Sein Lidar besteht aus einem Laserpointer, einer kleinen Kamera mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixeln sowie einem Ein-Platinen-Computer. Auf diesem läuft als Betriebssystem Linux. Die drei Komponenten befinden sich in einem Gehäuse, das Bagaveyev von einem 3D-Drucker aufbauen ließ.

Allerdings arbeite sein Lidar etwas anders als das herkömmliche: Dieses berechnet aus der Laufzeit zwischen dem Abschicken eines Laserpulses und dem Eintreffen des von einem Objekt reflektierten Lichts die Entfernung zwischen Laser und Objekt.

Triangulation

Sein Lidar hingegen berechne die Entfernung zu einem Objekt per Triangulation, erklärt Bagaveyev: Der Laser und die Kamera schauen in die gleiche Richtung. Wenn das Laserlicht auf ein Objekt in der Nähe trifft, wird es so zurückgeworfen, dass das reflektierte Licht am Rand des Sichtfelds der Kamera ankommt. Je weiter ein Objekt entfernt ist, desto mehr wandert der Punkt in das Sichtfeld. Aus diesem Winkel lasse sich dann die Entfernung berechnen.

Der erste Prototyp, der noch ein Gehäuse aus Styropor hatte, konnte eine Entfernung mit einer Fehlerquote von 2 Prozent berechnen. Das System arbeite auf einer Distanz zwischen 30 Zentimetern und knapp 5 Metern, sagt der Entwickler. In der fertigen Ausführung wird das System in der Lage sein, simultan die Koordinaten von vielen Punkten in Relation zur Kamera zu berechnen.

Lidar fürs kleine Budget

Derzeit koste ein Lidar rund 1.600 US-Dollar, schreibt Bagaveyev. Sein Lidar soll, wenn es fertig ist, für knapp 100 US-Dollar zu haben sein. Ziel sei, auch Roboterentwicklern und -designern, die über kein großes Budget verfügen, ein günstiges verlässliches System zur Entfernungsmessung zur Verfügung zu stellen.

Bagaveyev hat seine Entwicklung bei Kickstarter eingestellt. Per Crowdfunding wollte er 2.400 US-Dollar bekommen, um das Lidar fertigstellen zu können. Neun Tage vor Ende der Aktion hat er bereits mehr als das Doppelte an Spenden zugesagt bekommen.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 4,25€
  2. 7,99€ inkl. FSK-18-Versand

tonictrinker 12. Jul 2012

Eine gute Idee. An der TU in Braunschweig war kürzlich TU NIGHT. Dort hat ein Dozent ein...

phrobion 12. Jul 2012

Das kostet wohl der Prototyp oder Einzelanfertigung. Bin gespannt, was Bosch gerne für...

y.m.m.d. 12. Jul 2012

Du meinst einen extrem Hellen Laser-Punkt erkennen? Schon eine enorme Leistung ;P

phrobion 11. Jul 2012

Ach so,um auf die eigentliche Frage/Aussage von mir zurückzukommen: "Der Laser und die...

MarkusXXX 11. Jul 2012

Auch die Kinect arbeitet mit Laser/Kamera/Triangulation. Allerdings nicht mit einem...


Folgen Sie uns
       


Sony E3 2018 Pressekonferenz - Live (techn. Probleme)

Sony hatte während der Übertragung der Pressekonferenz der E3 2018 massive technische Probleme. Abseits davon waren die gezeigten Spiele aber sehr gut. Trotzdem empfehlen wir, den Abschnitt nach The Last of Us bis zu Ghost of Tsushima zu überspringen. (Minute 40-50)

Sony E3 2018 Pressekonferenz - Live (techn. Probleme) Video aufrufen
Krankenversicherung: Der Papierkrieg geht weiter
Krankenversicherung
Der Papierkrieg geht weiter

Die Krankenversicherung der Zukunft wird digital und direkt, aber eine tiefgreifende Disruption des Gesundheitswesens à la Amazon wird in Deutschland wohl ausbleiben. Die Beharrungskräfte sind zu groß.
Eine Analyse von Daniel Fallenstein

  1. Imagen Tech KI-System Osteodetect erkennt Knochenbrüche
  2. Medizintechnik Implantat wird per Ultraschall programmiert
  3. Telemedizin Neue Patienten für die Onlinepraxis

VR-Rundschau: Retten rockende Jedi-Ritter die virtuelle Realität?
VR-Rundschau
Retten rockende Jedi-Ritter die virtuelle Realität?

Der mediale Hype um VR ist zwar abgeflaut, spannende Inhalte dafür gibt es aber weiterhin - und das nicht nur im Games-Bereich. Mit dabei: das beliebteste Spiel bei Steam, Jedi-Ritter auf Speed und ägyptische Grabkammern.
Ein Test von Achim Fehrenbach

  1. Oculus Core 2.0 Windows 10 wird Minimalanforderung für Oculus Rift
  2. Virtual Reality BBC überträgt Fußball-WM in der virtuellen VIP-Loge
  3. VR-Brillen Google experimentiert mit Lichtfeldfotografie

KI in der Medizin: Keine Angst vor Dr. Future
KI in der Medizin
Keine Angst vor Dr. Future

Mit Hilfe künstlicher Intelligenz können schwer erkennbare Krankheiten früher diagnostiziert und behandelt werden, doch bei Patienten löst die Technik oft Unbehagen aus. Und das ist nicht das einzige Problem.
Ein Bericht von Tim Kröplin

  1. Medizintechnik Künstliche Intelligenz erschnüffelt Krankheiten
  2. Dota 2 128.000 CPU-Kerne schlagen fünf menschliche Helden
  3. KI-Bundesverband Deutschland soll mehr für KI-Forschung tun

    •  /