Was sich sonst noch geändert hat

Vor allem bei den Dateiformaten gab es viele Änderungen. So werden die Footprint-Bibliotheken nun in Verzeichnissen mit der Endung ".pretty" zusammengefasst und die darin enthaltenen Dateien beschreiben nur noch ein Modul pro Datei.

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Auch das Format für die Dateien der Platinenlayouts hat sich geändert. Kicad 4 kann alte Formate lesen. Sind sie einmal neu gespeichert, kann die alte Version der Software aber nicht mehr damit arbeiten.

Kleinere Schaltsymbole mit neuen Namen

Für Umsteiger von der alten Version ist vor allem wichtig zu wissen, dass sich an den Schaltsymbolen viel geändert hat. Viele Symbole sind kleiner geworden oder haben andere Namen bekommen. Darauf muss achten, wer ein altes Projekt mit der neuen Softwareversion öffnet. Gegebenenfalls sind hier Anpassungen am Projekt notwendig.

Kicad hat auch in der alten Version alle in einem Projekt verwendeten Bibliotheken in einer Cache-Datei innerhalb des Projekts gespeichert. Das ist praktisch, wenn das Projekt auf einem Rechner geöffnet wird, auf dem eine Bibliothek nicht vorhanden ist. Allerdings übersteuert die neue Version nun Cache-Dateien in alten Projekten und verwendet trotzdem die neuen Bauteile.

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Geändert wurde auch die Verwaltung von Footprints in einer einzelnen Datei, der "fp-lib-table". Hier erfolgt die Zuordnung, welche Footprints Kicad kennt.

Beispiel:

(lib (name Buttons_Switches_SMD)(type Kicad)(uri ${KISYSMOD}/
  Buttons_Switches_SMD.pretty)(options "")(descr "The way you like them."))

Spannend ist hier die Variable ${KISYSMOD}, die sowohl auf ein Github-Repo als auch auf einen lokalen Pfad auf dem Rechner zeigen kann.

Verbessert wurde auch der 3D-Viewer, der deutlich realistischere Bilder erzeugt und mit einigen Renderoptionen ausgestattet ist.

  • Dynamisches Routen in Kicad 4.0 (Bild: Mario Keller)
  • Dynamisches Routen in Kicad 4.0 (Bild: Mario Keller)
  • Dynamisches Routen in Kicad 4.0 (Bild: Mario Keller)
  • Schemadarstellung (Bild: Mario Keller)
  • Leitungsverlauf (Bild: Mario Keller)
  • 3D-Rendering der Platine (Bild: Mario Keller)
3D-Rendering der Platine (Bild: Mario Keller)

Aufbau und Workflow sind gleich geblieben

Am Aufbau hat sich in der neuen Version nichts geändert. Anders als etwa der kommerzielle Mitspieler Eagle (CadSoft) ist Kicad kein monolithisches Programm, sondern eine Sammlung verschiedener Tools für einzelne Aufgaben: Es gibt den Schaltplaneditor (EESchema), ein Layout-Programm (PCBnew) sowie eine Bauteil- und Footprint-Bibliothek nebst passenden Editoren.

Geblieben ist auch der etwas gewöhnungsbedürftige Workflow auf dem Weg von der Schaltung zum fertigen Platinenlayout. Das liegt vor allem an der Trennung von Schaltsymbolen und deren Footprints, dem tatsächlichen Aussehen der Bauteile auf der fertigen Platine.

Viele Umsteiger und Neueinsteiger empfinden die zusätzlichen Arbeitsschritte wie das Erzeugen von Netzlisten und die Zuordnung von Bauteilen zu ihren Footprints als verwirrend und umständlich. Das klare Ziel an dieser Stelle war von Beginn an und ist immer noch Flexibilität - zumal Kicad von jeher eine Scripting-Schnittstelle auf der Basis von Python mitbringt, die das zusätzlich unterstützt.

Spätestens, wenn man eine Platine sowohl als SMD (Bauteile sind auf der Oberfläche der Platine verlötet) und als THT (Bauteile sind durch Löcher in der Platine montiert) fertigen will, lernt man die Flexibilität zu schätzen. Auf Basis des Schaltplans müssen nur die Zuordnungen der Schaltsymbole zu den Footprints geändert werden und die zweite Platine kann mit SMD- statt THT-Bauteilen erstellt werden.

Ebenfalls gleich geblieben sind die bis zu 16 Lagen, aus denen Platinen aufgebaut werden können, und die unbegrenzte Größe und Anzahl von Bauteilen.

Fazit

Als Fazit lässt sich sagen: Der Umstieg lohnt sich. Wer mit der alten Version von Kicad gearbeitet hat, wird sich mit der neuen Version wohlfühlen. Wer bisher mit Eagle, Diptrace oder ähnlichen Tools arbeitet und sich immer über Einschränkungen wie Boardgröße oder Beschränkung der Pad-Anzahl in der freien Version dieser kommerziellen Tools ärgert, sollte einen Wechsel in Erwägung ziehen, auch wenn einiges an Umlernen erforderlich ist.

Kicad ist ein freies Tool, mit dem durchaus professionelle Ergebnisse zu erzielen sind, das zeigt zum Beispiel die Made-with-Kicad-Liste. Spätestens seit das Cern die Entwicklung unterstützt, ist damit zu rechnen, dass die positive Entwicklung in puncto Stabilität, Features und Performance weitergeht.

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 Kicad 4.0 angeschaut: Alles bleibt anders
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