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Schwacher Motor verliert die Puste

VW stattet den ID.Buzz mit einem 210-kW-Motor aus , der inzwischen zur MEB-Plattform gehört. Damit beschleunigt der ID.Buzz in 7,3 Sekunden von null auf 100 km/h.

Das ist mit dem PV5 nicht möglich. Zwar wiegt der Kia-Bus mit 2.215 kg rund 350 kg weniger als der ID.Buzz. Doch dem Frontmotor mit 120 kW geht bei höheren Geschwindigkeiten die Puste aus. Dabei ist man mit dem PV5 in der Stadt durchaus agil unterwegs, da der PV5 in weniger als vier Sekunden von null auf 50 km/h sprintet. Es dauert aber rund 10 Sekunden, bis die 100 km/h erreicht sind. Kurze und schnelle Überholvorgänge auf der Landstraße sind damit eher nicht möglich. Der Kleinbus wird bei 135 km/h abgeregelt.

Praktischer Innenraum, aber nicht sehr hübsch

Der Innenraum ist optisch nicht gerade ein Schmuckstück. Die Oberflächen aus Kunststoff wirken ebenso praktisch wie der Rest des Fahrzeugs und versprühen den Charme eines Warteraums im Einwohnermeldeamt. Das Fahrerdisplay mit 7,5 Zoll Diagonale liefert die wichtigsten Fahrzeugdaten wie Geschwindigkeit, Ladezustand, Reichweite und Verbrauch. Ein Head-up-Display ist nicht bestellbar. Das serienmäßige Navigations- und Infotainmentsystem basiert auf Android Automotive OS (AAOS) und ermöglicht Updates aus der Ferne.

Der berührungsempfindliche Zentralbildschirm hat ebenso wie beim ID.Buzz eine Diagonale von 12,9 Zoll. Eine zusätzliche Bedienleiste für die Klimaeinstellungen gibt es nicht. Stattdessen finden sich in der Mittelkonsole noch Tasten für das elektrische Öffnen der Schiebetüren und der Heckklappe sowie für das Aktivieren von Parkfunktionen.

Gute Spracherkennung, Schwächen bei den Verkehrszeichen

Die darunter befindliche USB-C-Buchse liefert bis zu 100 Watt. Das induktive Aufladen des Handys über den Qi-Standard funktionierte nicht bei allen von uns genutzten Geräten. Ab der Ausstattungslinie Plus gibt es am hinteren Ende der Mittelkonsole eine 230-Volt-Steckdose. Zusätzlich verfügt der PV5 über eine etwas kuriose Ablage oberhalb des Armaturenbretts. Sie ist recht klein, verfügt aber über eine USB-Buchse, so dass ein Tablet oder Smartphone dort geladen werden könnte.

Die Spracherkennung des Infotainmentsystems hat gut funktioniert. Das lässt sich von der Verkehrszeichenerkennung nicht unbedingt behaupten. Vor allem zeitlich eingeschränkte Tempolimits wurden meist nicht richtig übernommen. Der vorgeschriebene Tempolimitwarner lässt sich durch ein längeres Drücken der Lautstärketaste deaktivieren. Das führte jedoch häufig dazu, dass sich die ausgeschalteten Medien wie Radio oder Spotify wieder einschalteten. Sinnvoller ist es daher, die Favoritentaste auf dem rechten Bedienfeld des Lenkrades dafür zu nutzen.

Allerdings findet der PV5 auch ohne den Tempolimitwarner noch genügend Anlässe zum Piepsen. In der 826-seitigen Bedienungsanleitung(öffnet im neuen Fenster) (PDF) taucht der Begriff Warnton mehr als 100-mal auf. Die Aufmerksamkeitserkennung ist sehr aufmerksam und trägt entsprechend häufig zu Warnungen bei.

Das Navigationssystem funktioniert zuverlässig, leidet aber unter einer Art annuntiatio praecox.


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