Kia EV9 angesehen: Nicht alle Gegensätze lassen sich vereinen

Kia hat die Konzeptstudie des Elektro-SUV EV9 erstmals in Europa gezeigt. Was schafft es davon in die Serie?

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Der Kia EV9 soll 2023 auf den Markt kommen.
Der Kia EV9 soll 2023 auf den Markt kommen. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Schon mit dem Ioniq 5 hat der südkoreanische Autokonzern Hyundai Mut zu ausgefallenem Design bewiesen. Die effiziente Elektroplattform E-GMP soll den Designern Freiräume geben, beim cw-Wert nicht auf jede Nachkommastelle achten zu müssen. Hyundais Tochterfirma Kia treibt dieses Konzept mit ihrem nächsten Elektroautomodell noch eine Stufe weiter: Der EV9 wirkt auf den ersten Blick wie ein grober Kasten, der aerodynamisch ziemlich aus der Zeit gefallen ist.

Inhalt:
  1. Kia EV9 angesehen: Nicht alle Gegensätze lassen sich vereinen
  2. Magnetbänder in den Fahrzeugtüren

Nachdem Kia die Konzeptstudie im November 2021 erstmals auf einer Automesse in Los Angeles gezeigt hatte, war das Modell in den vergangenen Wochen auch in der Europazentrale des Unternehmens in Frankfurt zu sehen. Anfassen oder Probesitzen war allerdings nicht erlaubt, von einer Probefahrt ganz zu schweigen.

Es ist offensichtlich, dass der EV9 von Kias US-amerikanischem Designzentrum entwickelt wurde. Das kantige Design mit der hohen Motorhaube erinnert an amerikanische Pickups, wie sie auch vom Elektroautohersteller Rivian gebaut werden. Die Studie ist 4.930 mm lang, 2.055 mm breit, 1.790 mm hoch und hat einen Radstand von 3.100 mm. Damit ist der EV9 aber fast 30 Zentimeter kürzer als die elektrische Luxuslimousine EQS von Mercedes-Benz, obwohl er größer und wuchtiger wirkt. Die geplante SUV-Version des EQS dürfte daher ebenfalls entsprechend länger sein.

EV9 erstmals mit Level 3

Die meisten technischen Details waren schon vor der Präsentation in Frankfurt bekannt. So soll der EV9 mit einer Akkuladung 540 km weit kommen. In sechs Minuten soll der Wagen Strom für zusätzliche 100 Kilometer Fahrstrecke laden können.

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"Als erstes Kia-Modell wird der EV9 auch über Over-the-Air-Services (OTA) und Feature-on Demand-Dienste (FoD) verfügen, die es den Kunden ermöglichen, Softwarefunktionen selektiv zu erwerben. Darüber hinaus wird er als erster Kia mit AutoMode ausgestattet sein, der zukunftsweisenden autonomen Fahrtechnologie der Marke", heißt es. Der Automode soll dabei der Automatisierungsstufe 3 entsprechen, wie sie inzwischen schon von Mercedes-Benz und BMW angekündigt wurde. Bis zum Jahr 2026 sollen alle relevanten Kia-Modelle in den wichtigsten Märkten ebenfalls Level-3-fähig sein.

Kia gibt sich viel rhetorische Mühe, die Studie nicht so aggressiv erscheinen zu lassen, wie sie auf den ersten Blick wirkt. "Im Kontrast zur muskulösen Silhouette stehen die sanft und freundlich gestalteten Bereiche der Karosserie, die durch scharfe und kantige Elemente ausgeglichen werden. Die stabile, felsartige Geometrie ist das Resultat einer ausgeklügelten Massenverteilung, während sich der voluminöse Innenraum einladend und zugänglich präsentiert", heißt es in der Pressemitteilung.

Viel Platz im Innenraum

In der Tat hebt sich der Innenraum stark von der kantigen Blechhülle ab. Das Design erinnert an den auf der IAA 2021 vorgestellten Audi Grandsphere Concept. Der "Mut zur Lücke" geht in der Kia-Studie ebenfalls ziemlich weit. Nicht einmal ein Handschuhfach haben die Designer unter dem Armaturenbrett gelassen. Ganz zu schweigen von den vielen Tastern und Schaltern, durch die sich die aktuellen Modelle von Hyundai und Kia noch auszeichnen.

  • Der Kia EV9 soll als vollelektrisches SUV im Jahr 2023 auf den Markt kommen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der EV9 nutzt die Elektroplattform E-GMP mit 800-Volt-Technik. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das vertikale Tagfahrlicht könnte vom Serienmodel übernommen werden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das kleine Solarmodul auf der Fronthaube dürfte nur wenig Strom liefern. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die digitalen Außenspiegel sollen den Luftwiderstand reduzieren. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Ein dreieckiges Designelement in der Felge soll die Luftströmung im Bereich des Rades optimieren. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Ein Radstand von 3,1 m bietet viel Platz im Innenraum. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Selbst das Handschuhfach haben sich die Designer gespart. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die mittlere Sitzreihe lässt sich zu einem Tisch umklappen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das Fahrerdisplay ist mit 27 Zoll recht breit, aber nicht sehr hoch. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der neue Grill enthält ein komplexes Sternenwolkenmuster. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Sequenzielle Muster erzeugen ein Begrüßungslicht für den Fahrer und können auch während der Fahrt eingesetzt werden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
Der EV9 nutzt die Elektroplattform E-GMP mit 800-Volt-Technik. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)

Dass die Studie im kommenden Jahr unverändert in Serie geht, darf bezweifelt werden. So ist unklar, ob es die elektrischen Türen in die Serie schaffen. Solche "Komforttüren" sind eigentlich auch für den EQS vorgesehen, aber noch immer nicht bestellbar. Ebenso wie Audi beim Grandsphere verzichtet Kia in der Studie auf die B-Säule, sodass die Türen in die entgegengesetzte Richtung aufschlagen. Das hat den bekannten Nachteil, dass zum Öffnen der hinteren Türen zunächst die vorderen aufgeschlagen werden müssen. Zudem könnte der Verzicht auf die B-Säule ein Sicherheitsproblem darstellen.

Der Innenraum wirkt durch den Verzicht auf viele Bedienelemente in der Tat sehr aufgeräumt.

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Magnetbänder in den Fahrzeugtüren 
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xSureface 29. Mär 2022 / Themenstart

Wo ist das Problem? Geht beides. Gibt aber auch SUVs da willst du hinten nicht...

xSureface 29. Mär 2022 / Themenstart

wird so nicht in die Serie kommen. Also selbst die Sitze nicht. Sieht zu sehr nach Jahr...

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