Magnetbänder in den Fahrzeugtüren

Der 27-Zoll-Bildschirm ist zwar sehr breit, aber nicht sehr hoch. Dadurch wirkt er nicht so dominant wie beispielsweise der Hyperscreen des EQS. Eine innovative Idee der Koreaner befindet sich in den Fahrzeugtüren. Darin sind Magnetbänder integriert, die beispielsweise bewegliche Lautsprecherboxen oder Getränkehalter aufnehmen können. Ob diese im Falle eines Unfalls durch den Innenraum fliegen und Insassen verletzen können, dürfte sich spätestens bei Crashtests zeigen.

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Etwas deplatziert wirkt der Versuch, das Design des tonnenschweren SUVs mit 22-Zoll-Reifen als besonders nachhaltig oder naturverbunden erscheinen zu lassen. So sei das "komplexe Sternenwolkenmuster", das auf dem Kühlergrill erzeugt werden kann, "eine Hommage an die Natur". Das "digitale Tigergesicht" der Front bilde eine "geschlossene, farbige Front mit nachhaltiger Ausstrahlung". Oder: "Um eine enge Verbindung zur Umwelt zu schaffen (...) besitzt die Studie ein neuartiges, großflächiges Panoramadach."

Viel PR-Prosa

Bei so viel verbalem Greenwashing hätte der EV9 gut auf die IAA 2021 gepasst. Dazu muss man wohl auch das Mini-Solarpanel auf der Motorhaube zählen. Kia schreibt dazu, dass das Modul "eine alternative Stromquelle darstellt, wenn er sich nicht in der Nähe einer Ladestation befindet". Bei einer geschätzten Peak-Leistung von 50 Watt kann man dann wohl sehr lange warten, bis der Akku ein bisschen voller ist.

Das Designerteam habe sich von dem Grundsatz "Mut zur Natur" ("Bold for Nature") leiten lassen. Dieser wiederum basiere auf der Designphilosophie "Vereinte Gegensätze" ("Opposites United"). Daran orientiere sich auch das Innenraumkonzept. "Es integriert die Qualitäten der Natur in eine landschaftlich reizvolle Erste-Klasse-Lounge", heißt es in der Mitteilung.

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Wirklich relevante Angaben, woher Kia beispielsweise seine Rohstoffe bezieht oder wie CO2-neutral die Produktion erfolgt, fehlen hingegen. Auf der IAA 2021 hatte das Unternehmen lediglich angekündigt, bis 2045 klimaneutral produzieren zu wollen. Bis 2040 solle der CO2-Ausstoß um 75 Prozent unter das Niveau von 2019 gesenkt werden.

Flexibles Nutzungskonzept

Lässt man diese PR-Prosa beiseite, bleibt immerhin die Möglichkeit, die Vordersitze in einer Fahrtpause umzudrehen. Die eingeklappte mittlere Sitzreihe kann dann als Tisch dienen. Dann sitzen sich die Insassen der ersten und dritten Reihe gegenüber.

  • Der Kia EV9 soll als vollelektrisches SUV im Jahr 2023 auf den Markt kommen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der EV9 nutzt die Elektroplattform E-GMP mit 800-Volt-Technik. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das vertikale Tagfahrlicht könnte vom Serienmodel übernommen werden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das kleine Solarmodul auf der Fronthaube dürfte nur wenig Strom liefern. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die digitalen Außenspiegel sollen den Luftwiderstand reduzieren. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Ein dreieckiges Designelement in der Felge soll die Luftströmung im Bereich des Rades optimieren. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Ein Radstand von 3,1 m bietet viel Platz im Innenraum. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Selbst das Handschuhfach haben sich die Designer gespart. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die mittlere Sitzreihe lässt sich zu einem Tisch umklappen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das Fahrerdisplay ist mit 27 Zoll recht breit, aber nicht sehr hoch. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der neue Grill enthält ein komplexes Sternenwolkenmuster. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Sequenzielle Muster erzeugen ein Begrüßungslicht für den Fahrer und können auch während der Fahrt eingesetzt werden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
Ein Radstand von 3,1 m bietet viel Platz im Innenraum. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)

Ganz wichtig für den US-amerikanischen Markt ist natürlich die Möglichkeit zum Tailgating, von Kia "Enjoy Mode" genannt. "Durch das Öffnen der Heckklappe und das Umdrehen der Sitze in der dritten Reihe wird das Interieur dabei zu einem Pausenraum, der allen Insassen die Möglichkeit gibt, mit der Außenwelt in Verbindung zu treten, während sie zugleich bequem im Fahrzeug sitzen", heißt es. Das macht sich sehr gut auf dem Parkplatz vor einem Football-Stadion.

Kia will globaler Anbieter werden

Nicht fehlen darf zu guter Letzt der Einsatz von recyceltem Material im Innenraum. "Für den Bodenbelag wurden recycelte Fischernetze verwendet, für die Sitzbezüge recycelte Plastikflaschen und Wollfasern. Außerdem wurde im gesamten Innenraum veganes Leder eingesetzt", heißt es.

Zweifellos müssen Autohersteller heutzutage ein vollelektrisches SUV im Angebot haben, um weltweit auf den Märkten konkurrieren zu können. Das gilt inzwischen auch für Kia, da sich die Marke als "weltweit führender Anbieter von nachhaltigen Mobilitätslösungen" etablieren will. Das Unternehmen scheint sich mit dem EV9 dabei optisch auf den US-Markt zu konzentrieren. Inwieweit das Konzeptdesign in Serie geht, bleibt allerdings abzuwarten. Vor allem mit Blick auf den Innenraum wäre dies ein interessanter Versuch. Den Gegensatz zwischen einer wirklich nachhaltigen Mobilität und einem zwei bis drei Tonnen schweren SUV wird aber auch Kia trotz blumiger Design-Prosa nicht vereinen können.

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 Kia EV9 angesehen: Nicht alle Gegensätze lassen sich vereinen
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xSureface 29. Mär 2022 / Themenstart

Wo ist das Problem? Geht beides. Gibt aber auch SUVs da willst du hinten nicht...

xSureface 29. Mär 2022 / Themenstart

wird so nicht in die Serie kommen. Also selbst die Sitze nicht. Sieht zu sehr nach Jahr...

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