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Gutes Infotainmentsystem von Kia auch beim EV2

Das Infotainmentsystem des EV2 ist uns wohlbekannt: Es handelt sich um das gleiche wie im EV3, EV4 oder auch EV5. Allerdings gibt es beim EV2 auch die abgespeckte Variante ohne Navi und Autobahnassistenten.

Hinter dem Lenkrad ist ein 12,3 Zoll großes Fahrinformationsdisplay eingebaut, der Bildschirm in der Mitte des Armaturenbretts hat die gleiche Größe. Dazwischen ist wieder das kleinere Klimasteuerungsdisplay verbaut, das sich – wie bei den zuvor genannten Kia-Modellen – schlecht erkennen lässt, weil das Lenkrad die Sicht versperrt.

Was das Infotainmentsystem von Kia kann, haben wir bereits bei den Tests der anderen Fahrzeuge detailliert erklärt – beim EV2 funktioniert die Software genauso gut. Die Sprachsteuerung reagiert gut, die Menüs sind übersichtlich und die Fahrinformationen detailliert und leicht durchzuschalten. Auch das Navi funktioniert bei unserem Testfahrzeug tadellos, ebenso die von Kia gewohnt gute Ladeplanung, bei der wir unter anderem auch die Ladeanbieter filtern können.

Mit seinen 108 kW (146 PS) erreicht der EV2 eine Spitzengeschwindigkeit von 161 km/h, von null auf 100 km/h kommt der Wagen in 8,7 Sekunden. Das ist nicht sonderlich rasant, bei dem Elektroauto handelt es sich aber auch nicht um einen Sportwagen. Im Sportmodus kommt der Kia immer noch recht flink an der Ampel weg; im Normalmodus sind wir merklich gemütlicher unterwegs. Für den Stadtverkehr ist der Normalmodus aber vollkommen ausreichend.

Gutes Rekuperationssystem und One-Pedal-Driving

Der EV2 hat das gleiche Rekuperationssystem wie der EV3 oder der EV4. Über Hebel hinter dem Lenkrad lässt sie sich in vier Stufen einstellen, außerdem stehen eine Automatik und One-Pedal-Driving zur Verfügung. Auch im One-Pedal-Driving kann die Rekuperation angepasst werden. So können wir auf der Autobahn immer noch weitgehend nur mit dem Strompedal fahren, aber die Geschwindigkeitsreduzierung etwas weniger stark einstellen. So bremst der EV2 nicht zu ruckartig ab.

Unebenheiten werden beim EV2 gut abgefedert. Das Auto ist auf Komfort ausgelegt, wie auch der EV3 und der EV5, es liegt aber etwas besser auf der Straße: In Kurven schwankt der EV2 nicht so stark wie der EV5. Auf der Autobahn halten sich Wind- und Fahrbahngeräusche in Grenzen.

Kias Autobahnassistent liegt – so er denn als Option dazu genommen wird – in der Version 2.0 vor und funktioniert sehr gut: Bis Tempo 150 können wir den EV2 automatisch durch Kurven lenken lassen, die der Wagen sicher hält. Auch in Baustellen navigiert der Kia weitgehend problemlos. Im Unterschied zu den Fahrassistenten anderer Hersteller lässt sich auch beim EV2 einstellen, dass neue Tempolimits automatisch übernommen und eingestellt werden.

Das funktioniert nicht besser oder schlechter als bei teureren Kias. Probleme hat der EV2 wie seine Schwestermodelle immer noch bei zeitbegrenzten Tempolimits. In der Stadt warnt das Fahrzeug daher oftmals vor zu schneller Geschwindigkeit, obwohl man eigentlich nicht zu schnell fährt.

Verbrauchswerte sind niedrig

In der Stadt haben wir bei Temperaturen von etwa 20° C einen Verbrauch von 11 kWh/100 km erreicht. Auf der Autobahn bei gleichen Temperaturen und Geschwindigkeiten von etwa 135 km/h mit Spitzen bis zu 160 km/h kommen wir auf 20 kWh/100 km. Das sind gute Werte, die angesichts des kleinen Akkus aber auch nötig sind.

Im städtischen Bereich kommen wir mit dem EV2 theoretisch bis zu 383 km weit, im realistischeren Bereich zwischen 80 und 10 Prozent sind es 268 km. Auf der Autobahn reicht der vollgeladene Akku für 211 km, im Bereich zwischen 80 und 10 Prozent sind es 147 km. Für Langstreckenfahrten eignet sich der EV2 also nicht nur wegen der Sitze eher weniger: Die Ladestopps können schnell recht zahlreich werden. Die geplante Version mit 61-kWh-Akku dürfte diese Situation merklich verbessern.

Der EV2 lädt Kia zufolge mit maximal 118 kW, was dank des kleinen Akkus immer noch für eine Ladezeit von 29 Minuten reicht, wenn von 10 auf 80 Prozent geladen wird. Diese Zahl können wir bestätigen: Der EV2 hat eine recht gute Ladekurve, weswegen wir nicht länger als eine halbe Stunde an der Schnellladesäule stehen. Wenn man auf einer längeren Fahrtstrecke aber mitunter viermal laden muss, summiert sich das. Kia bewirbt den EV2 jedoch unter anderem mit dem Claim "Perfekt für die Stadt" und nicht als Langstreckenfahrzeug.


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