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KI und Urheberrecht: Nvidia hat mit Anna´s Archive über Buch-Downloads verhandelt

Laut internen Dokumenten hat Anna´s Archive Nvidia davor gewarnt, dass die Inhalte illegal erworben wurden. Genehmigt wurde der Zugriff dennoch.
/ Mike Faust
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Anna´s Archive warnte Nvidia davor, dass die Inhalte illegal erworben wurden. (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)
Anna´s Archive warnte Nvidia davor, dass die Inhalte illegal erworben wurden. Bild: Justin Sullivan/Getty Images

Nvidia soll direkten Kontakt zu Anna´s Archive aufgenommen haben, um schnellen Zugriff auf die Inhalte des Internetarchivs zu erhalten. Wie Torrentfreak berichtet(öffnet im neuen Fenster) , wurden entsprechende Nachweise(öffnet im neuen Fenster) am 16. Januar 2026 im Rahmen einer Klageerweiterung beim Bundesbezirksgericht des US-Bundesstaats Kalifornien eingereicht.

Wie zahlreiche andere Unternehmen, die im KI-Bereich forschen , sieht sich auch Nvidia Vorwürfen ausgesetzt, Millionen von schwarzkopierten Büchern für das Training großer Sprachmodelle verwendet zu haben. Eine entsprechende Klage gegen das Unternehmen wurde im Jahr 2024 eingereicht.

Integration von Anna´s-Archive-Daten in Trainingsdaten

In der Klage wird behauptet, Nvidia habe für das Training seiner KI-Modelle den Books3-Datensatz der Schattenbibliothek Bibliotik verwendet, der urheberrechtlich geschützte Werke der klagenden Autoren enthielt.

Im Rahmen der Beweisaufnahme konnte durch den Zugriff auf interne E-Mails und Dokumente von Nvidia nachgewiesen werden, dass wissentlich urheberrechtlich geschützte Bücher heruntergeladen wurden.

Zudem konnte eine Korrespondenz zwischen einem Angestellten des Datenstrategie-Teams von Nvidia und Anna´s Archive gesichert werden, in welcher versucht wurde, eine Einigung über die Integration der Inhalte in die Trainingsdaten zu erzielen.

Vorgesetzte genehmigten den Vorgang

Für einen, als Schnellzugriff bezeichneten, Zugang zu den gehosteten Daten soll Anna´s Archive mehrere Zehntausend US-Dollar gefordert haben, woraufhin Nvidia Genaueres über die Gestaltung eines solchen Schnellzugriffes in Erfahrung bringen wollte.

Weiter heißt es, dass Anna´s Archive Nvidia sogar davor gewarnt haben soll, dass die Schattenbibliothek illegal erworben und gepflegt werde und fragte nach, ob eine interne Genehmigung für das weitere Vorgehen vorliege. Diese Genehmigung soll innerhalb einer Woche erteilt worden sein, woraufhin Anna´s Archive den Zugriff auf rund 500 Terabyte an schwarzkopierten Büchern gewährte.


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