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Umstrittener Dialog mit der Maschine

Und was ist, wenn Gläubige sich gleich an einen Chatbot wenden, statt ihre Sorgen, Ängste und Zweifel mit einem Seelsorger zu besprechen? Dass manche Personen ein solches Vertrauensverhältnis missbrauchen, ist schließlich seit vielen Jahren bekannt. So etwas komme "immer vor", sagt Terbuyken, und sei "immer problematisch". Da könnte es naheliegen, dass Algorithmen in manchen Fällen die Pfarrer ersetzten(öffnet im neuen Fenster).

Diverse christliche Chatbots gesellen sich in dieser Funktion zu spirituellen Apps wie Meditationsassistenten, interaktiven Horoskopen und religiösen Persona. Plattformen sind etwa Character.ai, die Menschen in existenziellen und Glaubensfragen unterstützen sollen. Bereits im September 2025 meldete etwa Bible Chat weltweit 25 Million Nutzer(öffnet im neuen Fenster). Zig weitere Millionen nutzen andere Dienste(öffnet im neuen Fenster).

Die Argumente dafür, den eigenen Glauben, Ängste oder Hoffnungen mit Chatbots zu besprechen, sind dabei die üblichen: Sie sind immer da, unterstützen uns ohne Wenn und Aber, und man muss nie auf sie Rücksicht nehmen. Menschen, die lieber mit Sprachmodellen chatten, berichten von der Scham, sich jemandem zu öffnen, von der Angst, Freunde zu belasten und von etlichen weiteren Gründen, sich lieber an die Maschine zu wenden. Für einige Leute scheint das unter Umständen und für eine kürzere Zeit durchaus hilfreich zu sein(öffnet im neuen Fenster).

"Nur, ist das denn der Weg?", fragt Terbuyken. "Die Flucht in den Dialog mit der Maschine?" Seine Antwort ist: nein. Der Chat mit dem Bot sei "keine echte Interaktion". Alleine in das Textfeld zu tippen, sei am Ende "nicht bestärkend", und das, was daraus zurückkomme, niemals wirklich Seelsorge. Terbuyken ist sich sicher, dass wir "mit den Unschärfen und dem Unperfekten des Menschlichen" besser bedient seien als mit glatt geschliffenen Antworten der Maschinen.


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