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KI und Rechenzentren: Telekom-Chef warnt vor Abrutschen zur "Kolonie der Amerikaner"

Digitale Souveränität unter Druck: Telekom-Chef Tim Höttges fordert einen radikalen Kurswechsel in der europäischen Technologiepolitik.
/ Achim Sawall
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Tim Höttges auf der Digital X am 8. September 2026 im Kölner Rheinauhafen (Bild: Deutsche Telekom)
Tim Höttges auf der Digital X am 8. September 2026 im Kölner Rheinauhafen Bild: Deutsche Telekom

Europa müsse stärker investieren und eigene Fähigkeiten bei KI, Cloud und digitaler Infrastruktur aufbauen. Andernfalls drohe eine fundamentale Abhängigkeit: Wenn Europa aufgebe, "würde das hier eine Kolonie der Amerikaner werden", sagte der Chef der Deutschen Telekom, Tim Höttges, im Zeit Podcast(öffnet im neuen Fenster).

Was es brauche, sei ein "Technologieoptimismus" statt der noch vorherrschenden "Technologiefeindlichkeit", so Höttges weiter. Der Staat solle deutsche und europäische Anbieter von KI-, Cloud- und Rechenzentrumsinfrastruktur stärker durch öffentliche Aufträge unterstützen. So könnten heimische Unternehmen die notwendige Größe erreichen, um gegenüber US-amerikanischen Technologiekonzernen konkurrenzfähig zu werden.

"Souveränität ist ein Riesenthema geworden", sagte der Manager. Die transatlantische Partnerschaft sei nicht mehr so belastbar wie früher.

Zugang zu eigenen Daten in USA nicht gesichert

Man könne sich nicht mehr sicher sein, jederzeit Zugang zu US-amerikanischen Produkten, zu den eigenen auf US-Servern gespeicherten Daten oder zur modernsten KI-Technologie zu haben. Man müsse fragen: "Können wir jedes amerikanische Produkt blind kaufen?"

"Wir betreiben heute 50 Prozent der Hochleistungs-GPUs für künstliche Intelligenz in Deutschland", erklärte Höttges. Man habe im Münchner Tucher-Park mit einer Milliardeninvestition "einen ersten Schritt getan. Noch einen kleinen Schritt im Vergleich zu dem, was die Amerikaner da veranstalten." Dies sei aber "vielleicht ein erster Schritt in der Aufholjagd".

Nach Ansicht des Telekom-Chefs reicht es nicht aus, lediglich neue Rechenzentren zu bauen. Entscheidend sei auch eine verlässliche Nachfrage. Höttges forderte deshalb eine aktivere Industriepolitik, bei der Politik und Unternehmen gemeinsam große Infrastrukturprojekte entwickeln. So offen hat Höttges, der sein Kerngeschäft mit T-Mobile US betreibt, die USA noch nie kritisiert.


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