KI und Legacy-Software: Opus findet Logikfehler in Apple-II-Programm
Der Microsoft-Azure-CTO Mark Russinovich hat den Code eines 40 Jahre alten Apple-II-Programms genutzt, um Maschinencode mithilfe von Claude Opus 4.6 auf Schwachstellen zu überprüfen. Wie Russinovich in einem Linkedin-Beitrag schreibt(öffnet im neuen Fenster) , war er verblüfft, wie gut sich Maschinensprache damit entschlüsseln ließ.
"Zu meiner Überraschung hat die KI nicht einfach nur die 6502-Maschinensprache zerlegt, sondern die Logik mit präzisen Bezeichnungen und Kommentaren rekonstruiert und damit effektiv die Absicht hinter dem vor vier Jahrzehnten geschriebenen Code gelesen" , so Russinovich. Als Beispiel verwendete er ein Programm, das er selbst im Jahr 1986 für das Compute!-Magazin geschrieben hatte.
Noch mehr habe ihn aber beeindruckt, wie Opus mehrere Logikfehler erkannt habe, führte er weiter aus. So habe eine Routine nach einer Zeilensuche keinen Fehler gemeldet, wenn die Zeile nicht gefunden wurde, sondern den Zeiger stattdessen einfach auf die nächste Zeile gesetzt, was zu unbemerktem Fehlverhalten hätte führen können.
KI-Entwicklung hat grundlegenden Wandel vollzogen
Die gefundenen Fehler stellten zwar keine Gefahr da, verdeutlichten aber einen grundlegenden Wandel, so Russinovich. "Da KI immer besser darin wird, selbst schwer verständliche Altsysteme zu analysieren, treten wir in eine Ära der automatisierten, KI-gestützten Schwachstellenerkennung ein, die sowohl von Verteidigern als auch von Angreifern genutzt werden wird."
Kommentatoren merkten an, dass diese Entwicklung auch für Senior-Entwickler relevant sei, deren tiefgreifendes Wissen über Altsysteme nun nahezu gleichwertig und schneller von KI-Systemen ersetzt werden könne. Morgan Stanley hat für die Analyse von altem Code bereits ein eigenes Coding-LLM entwickelt , das Entwicklern viel Zeit eingespart haben soll.
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