KI und Cyberabwehr: Chinesisches Sicherheitstool soll besser als Mythos sein
Zhou Hongyi, CEO des chinesischen Cybersicherheitsunternehmens Qihoo 360, hat auf der 14. Bejing Cybersecurity Conference die Entwicklung von Tulongfeng, einem KI-gestützten Tool zur Fehlersuche in IT-Systemen, bekannt gegeben(öffnet im neuen Fenster). Wie The Register berichtet(öffnet im neuen Fenster), soll Zhou dieses als Antwort auf das US-amerikanische Modell Mythos von Anthropic bezeichnet haben.
Chinesische Modelle lägen bei ihren grundlegenden Fähigkeiten um 20 bis 30 Prozent zurück, so Zhou. China könne daher nicht darauf warten, dass zu den USA aufgeschlossen wurde, sondern müsse andere Wege finden, um Tools für die Suche nach Sicherheitslücken auf dem Niveau von Mythos zu entwickeln.
Die bloße Nachahmung von Mythos hält Zhou auch deshalb nicht für zielführend, weil US-amerikanische Modelle auf eine große Skalierung, viel Rechenleistung und die leistungsfähigsten Chips setzen. Er bezeichnete dies als eine Strategie der rohen Gewalt, bei der die Leistungsfähigkeit des eigenen Modells entsprechend hoch sein müsse.
Multi-Agenten-Schwarm lernt dazu
Tulongfeng basiere deshalb auf der 20-jährigen Erfahrung bei der Abwehr von Cyberbedrohungen und der umfangreichen Malware-Datenbank von Qihoo 360, so Zhou. Diese Informationen seien in Modelle und Agenten für IT-Sicherheitsaufgaben überführt worden, wodurch ein Multi-Agenten-Schwarm entstanden sei, heißt es weiter.
"Bei der Analyse eines Ziels beschränkt sich der Schwarm nicht auf eine punktuelle Untersuchung, sondern arbeitet kooperativ: Zunächst wird die Bedrohung modelliert und Angriffsflächen mit hohem Risiko werden herausgefiltert; anschließend wird der Datenfluss über verschiedene Dateien hinweg verfolgt, um potenzielle Schwachstellen aufzudecken" so Zhou.
Die Agenten erstellen den Angaben zufolge automatisch Sandbox-Umgebungen, generieren Exploit-Code und führen Tests unter realen Bedingungen durch. Dadurch werde jede Schwachstelle bestätigt, anstatt nur vermutet. Nach Abschluss einer Aufgabe fasse der Schwarm seine Leistung zusammen und werte diese aus, wodurch er dazulerne. "Dies ist etwas, das ein einzelnes großes Modell kaum leisten kann", sagt Zhou.
Tulongfeng soll bereits Schwachstellen im Windows-Kernel, in Excel und in Openclaw aufgespürt haben. Hinzu komme eine Sicherheitslücke, mit der sich Remote-Code in Microsoft Office ausführen lasse, heißt es weiter. Ein weiteres von Qihoo 360 entwickeltes KI-Tool soll automatisch potenzielle Angriffe auf IT-Systeme durchführen und anschließend Vorschläge für Abwehrmaßnahmen unterbreiten, gab er an.
Der Golem-Blick
Informationen von chinesischen Firmen sind in der Regel schwer zu verifizieren. Im KI-Bereich trat das Land aber bereits mit Entwicklungen wie dem Modell Deepseek überraschend stark in Erscheinung. Auch wenn Einblicke in die genaue Art des Trainings meist nicht möglich sind, ist nicht auszuschließen, dass spezialisierte Anwendungsziele mit wenig Ressourcen und neuen Ansätzen (g+) effizient und schnell erreicht werden können.
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