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KI-Training: Tesla lässt Grünheide-Belegschaft für Roboter Optimus filmen

Ausgewählte Tesla-Teams sollen Kameras am Arbeitsplatz tragen. Die Aufnahmen sollen dem Roboter Optimus beibringen, wie Menschen arbeiten.
/ Michael Linden
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Optimus bei Tesla (Bild: Tesla/Screenshot: Golem)
Optimus bei Tesla Bild: Tesla/Screenshot: Golem

Tesla bittet laut einem internen Schreiben Beschäftigte im Werk Grünheide darum, den humanoiden Roboter Optimus mit ihren Bewegungsdaten zu trainieren. Das geht aus einer Mail hervor, die dem Handelsblatt vorliegt(öffnet im neuen Fenster) und kurz vor den Werksferien an die Belegschaft verschickt wurde.

Laut dem Schreiben sollen ausgewählte Teams ab August 2027, sobald die Fabrik aus der Sommerpause zurückkehrt, während der Arbeit Kameras tragen. Die Aufnahmen sollen dokumentieren, wie Menschen Werkzeuge greifen, Bauteile bewegen und einzelne Arbeitsschritte miteinander verbinden.

Tesla begründet das Vorhaben mit seiner Unternehmensmission. Optimus benötige, so heißt es in der Mail, möglichst viele reale Bewegungsdaten, um menschliche Abläufe nachbilden zu können. Wer nach der Sommerpause Kolleginnen und Kollegen mit auffälligen Rucksäcken sehe, arbeite demnach bereits an der Zukunft mit. In den Rucksäcken soll sich die dafür nötige Kameratechnik befinden.

Wie Tesla das Training in den USA bereits organisiert

An US-Standorten wie Fremont und Palo Alto beschäftigt Tesla dafür eigens eingestelltes Personal. Die sogenannten Data Collection Operators führen dort über längere Zeiträume vorgegebene Bewegungsabläufe aus, aus denen Trainingsdaten für Optimus gewonnen werden.

Parallel baut Tesla am Standort Reutlingen offenbar ein Entwicklerteam für die Robotik auf. Dort sollen Ingenieurinnen und Ingenieure Bauteile wie Getriebe, Sensoren und Aktuatoren entwickeln und die spätere Serienproduktion vorbereiten. Stellenanzeigen sprechen von Produktionslinien, die für hohe Stückzahlen ausgelegt sind.

Den Standort Reutlingen hatte die Konzerntochter Tesla Automation Anfang März 2025 in weiten Teilen vom insolventen Maschinenbauer Manz übernommen. Damals wechselten rund 300 Beschäftigte zum US-Unternehmen.

Konzernchef Elon Musk bezeichnet Optimus seit Längerem als zentrales Zukunftsprojekt und rechnet mit einer Fertigung im großen Maßstab.

Nicht nur Tesla sammelt Bewegungsdaten für humanoide Roboter. Einem Bericht des Guardian zufolge lassen mehrere Unternehmen, darunter Egolab, Humyn AI und Scale AI, indische Fabrikarbeiter mit Kopfkameras filmen, um Trainingsmaterial für KI-Roboter zu gewinnen. Die Datenerfassung ist dort deutlich günstiger als in den USA, bezahlt werden dafür meist die Fabriken, nicht die Arbeiter selbst.


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