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Nicht Unmögliches von KI verlangen

Für ihn steht fest: "Sämtliche dieser Systeme diskriminieren immer irgendjemanden, man muss sich nur entscheiden, wen." Das sei ähnlich wie vor Gericht, wo man als Richter eher liberal entscheiden könne und lieber manchen Straftäter nicht verurteile als einen unschuldigen Angeklagten zu viel - oder umgekehrt. "Aus dieser Misere gibt es keinen vollständigen Ausweg und deshalb wäre es auch falsch, dies von einer KI zu verlangen."

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Im Falle der Gesichtserkennung will die EU-Kommission eine "breit angelegte europäische Debatte über die besonderen Umstände, die eine solche Nutzung rechtfertigen könnten, sowie über gemeinsame Sicherheitsvorkehrungen einleiten". Das ist an sich löblich. Doch leider hat die Erfahrung mit anderen Überwachungstechniken gezeigt, dass einmal eingeführte Verfahren immer weiter ausgedehnt werden. Zudem zeigen bereits eingesetzte Tools wie die Gesichtserkennungssoftware des US-Unternehmens Clearview, dass die missbräuchliche Nutzung zu einfach und zu verlockend ist.

Die "nächste Datenwelle" nutzen

Bedenklich in diesem Zusammenhang: Die EU-Kommission will mit dem Einsatz der KI die "nächste Datenwelle" nutzen. "Die Menge der weltweit produzierten Daten nehme rasch zu, von 33 Zettabyte im Jahr 2018 auf voraussichtlich 175 Zettabyte im Jahr 2025", heißt es im Weißbuch unter Berufung auf eine Studie (PDF) der International Data Corporation (IDC).

Der Studie zufolge (S. 16) nimmt das produzierte Datenvolumen im EMEA-Wirtschaftsraum (Europa, Naher Osten, Afrika) vor allem durch die Nutzer von Endgeräten sowie "eine bereits etablierte Infrastruktur für Videoüberwachung" zu. Auch in China gilt die Videoüberwachung als entscheidender Treiber bei den produzierten Daten. Dass mit Fantasiezahlen Politik gemacht wird, ist im IT-Bereich aber leider nichts Neues.

Zusammenhänge oft nicht klar

Generell sieht Liggesmeyer aber durchaus positive Aspekte an der KI-Initiative der EU-Kommission: " Das Weißbuch grast diesen ganzen Themenkomplex mit all seinen benachbarten Fragestellungen gut ab. Da sind die richtigen Themen schon benannt, aber die Zusammenhänge werden oft nicht klar. Es werden eine Menge Forderungen erhoben, die irgendwo auch für sich alle ganz sinnvoll sind. Jeder dieser Punkte ist sicher richtig, aber der geneigte Betrachter fragt sich doch, wie sie erreicht werden können."

Allerdings hält er es nicht für ungewöhnlich, dass Politiker manche Dinge nicht en detail verstehen. "Das würde auch ohnehin erst dann kritisch werden, wenn Weichen in eine völlig falsche Richtung gestellt würden. Davon gehe ich momentan aber nicht aus. Wir sind im Moment in einer Situation, wo auf einer hohen politischen Ebene Themen als wichtig deklariert werden, die auch ich als wichtig erachte", sagt er weiter.

Wie die Debatte um das Handytracking von Coronavirus-Infizierten gezeigt hat, können in den kommenden Jahren durchaus Grundsatzentscheidungen über den Umgang mit Nutzerdaten anstehen. Ob dabei Algorithmen oder neuronale Netze die Daten verarbeiten, ist da fast schon zweitrangig. Je mehr darüber diskutiert wird, desto klüger werden hoffentlich die Entscheidungen von Politikern wie von der Leyen.

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 Schwache Forderungen bei Gesichtserkennung
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Kaiser Ming 13. Mär 2020

auch wenn sie Anfangs gut gemeint ist führt zu Entwicklungshemmnissen und das wiederum...

Kaiser Ming 13. Mär 2020

Genau das war aber hier nicht die Frage

PerilOS 10. Mär 2020

...am Ende des Tages geht es um die Qualifizierung von Daten. Wenn die Daten schon...

wanne 10. Mär 2020

Die Frage ist halt was "stimmen" ist. Das erste Problem an Diskriminierung ist, dass...

Auspuffanlage 10. Mär 2020

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