KI-Startup: Guttenberg warb bei Merkel für Augustus Intelligence

Der frühere Verteidigungsminister Guttenberg hat bei Bundeskanzlerin Merkel für das Startup Augustus Intelligence lobbyiert. Offenbar mit wenig Erfolg.

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2010 war Guttenberg noch der Star in Merkels Kabinett.
2010 war Guttenberg noch der Star in Merkels Kabinett. (Bild: Thomas Peter/Reuters)

Der frühere Bundeswirtschafts- und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat in einer E-Mail an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für das von ihm mit geführte Startup Augustus Intelligence geworben. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Fabio De Masi hervor. In der E-Mail soll Guttenberg ein Gespräch mit den beiden Firmengründern vorgeschlagen haben.

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In der Antwort (PDF) auf die Anfrage heißt es wörtlich: "Am 3. September 2019 wandte sich Herr Karl-Theodor zu Guttenberg mit einer E-Mail an das Büro der Bundeskanzlerin und verwies in dieser E-Mail auf die beiden Gründer der Firma Augustus Intelligence Corporated, offenbar mit dem Ziel eines Gesprächs." Welche Personen damit gemeint waren, wird nicht erwähnt.

Möglicherweise bezog sich Guttenberg auf Wolfgang Haupt und Pascal Weinberger. Beide waren unter anderem auf Bitten des CDU-Abgeordneten Philipp Amthor im Jahr 2018 bereits zu Gesprächen in die Bundesministerien für Wirtschaft und Verkehr eingeladen worden. Das hat die Regierung in der vergangenen Woche bestätigt.

Einem Bericht des Spiegel zufolge ist der frühere CSU-Politiker Guttenberg im März als Aktionär 2019 bei Augustus eingestiegen und hält 1,7 Prozent der Anteile. Im Mai 2019 ist er in den Firmenvorstand eingetreten, seit Oktober bekleidet er eine Führungsposition und nennt sich President in Charge of General Affairs. Es soll für Augustus in Vollzeit gearbeitet und ein Gehalt bezogen haben.

E-Mail "blieb unbeantwortet"

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Die Werbeaktion Guttenbergs bei Merkel verlief jedoch ohne Erfolg. "Die Bundeskanzlerin bat daraufhin die Abteilungsleiterin 6 um Einschätzung zu der Firma. Recherchen auf Arbeitsebene zu der Firma Augustus Intelligence Incorporated brachten jedoch keine belastbaren Ergebnisse", heißt es in der Antwort der Regierung. Guttenbergs E-Mail "blieb daher unbeantwortet". Mit den Firmengründern sei ebenfalls nicht kommuniziert worden.

De Masi findet es in einer Stellungnahme "befremdlich, wie ein ehemaliger Wirtschaftsminister wie ein Versicherungsvertreter im Bundeskanzleramt Klinken putzt. Das Geschäftsmodell dieser Firma ist völlig unklar, außer dass offenbar Telefonbücher von Politikern vergoldet werden." Der Abgeordnete fordert: "Die Rolle von Karl-Theodor zu Guttenberg in diesem zwielichtigen Unternehmen muss dringend geklärt werden."

Nach seinem Rücktritt als Verteidigungsminister wegen seiner abgeschriebenen Doktorarbeit war Guttenberg mit seiner Familie in die USA gezogen, wo er zunächst für das Beratungsunternehmen Spitzberg Partners LLC in New York tätig war. Im Jahr 2014 beriet er die Firma Ripple Labs, die das Zahlungssystem Ripple entwickelt hat.

Das Startup Augustus Intelligence war Anfang Juni 2020 in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, weil der CDU-Abgeordnete Amthor Lobbyarbeit für das Unternehmen gemacht hat und persönlich davon profitiert haben soll. Amthor räumte anschließend ein, damit einen Fehler begangen zu haben.

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