KI-Startup: Augustus Intelligence stellt Insolvenzantrag
Das New Yorker Startup Augustus Intelligence hat vor einem Gericht im US-Bundesstaat Delaware Gläubigerschutz wegen Zahlungsunfähigkeit beantragt. Das Verfahren nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts(öffnet im neuen Fenster) wurde am 24. April 2021 eröffnet(öffnet im neuen Fenster) . Das Unternehmen war Anfang Juni 2020 in die Schlagzeilen geraten, weil der CDU-Abgeordnete Philipp Amthor Lobbyarbeit für das Unternehmen gemacht hatte und persönlich davon profitiert haben soll.
Der als Restrukturierungsmanager (CRO) eingestellte Brian Ryniker sagte dem Wall Street Journal (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) , dass Augustus Intelligence im Jahr 2019 113,5 Millionen US-Dollar an Investorenkapital eingesammelt habe. Das sind noch deutlich mehr als die bislang bekannten 34,5 Millionen US-Dollar . Nun sei das Unternehmen jedoch mit 2,1 Millionen US-Dollar verschuldet.
Zudem muss sich das Startup gegen Ansprüche ehemaliger Mitarbeiter zu Wehr setzen. Anfang März 2020 hatte der Spiegel über eine Klage berichtet(öffnet im neuen Fenster) , in der ehemalige Mitarbeiter dem Unternehmen die Täuschung von Investoren vorwarfen. "Ziehen Sie den Vorhang beiseite" , dann werde sichtbar, dass die Geschäftspraktiken von Augustus Intelligence von "Betrug, Illegalität und Korruption durchdrungen" seien, zitierte der Spiegel aus einer Klage vor dem New York Southern District Court(öffnet im neuen Fenster) .
SEC leitet Untersuchungen ein
Darüber hinaus hat die US-Börsenaufsicht SEC dem Unternehmen im vergangenen Monat angekündigt, eine Untersuchung über das Verhalten des früheren Managements und über eine Kapitalerhöhung zu starten. Dieser "zusätzliche und ultimative finale Schlag" habe das Insolvenzverfahren unausweichlich gemacht, sagte Ryniker dem Wall Street Journal.
Schon bis zum Sommer 2020 habe das Startup 30 Millionen US-Dollar ausgegeben und im Gegenzug wenig Umsätze generiert. Im November 2020 war bekanntgeworden, dass Augustus Intelligence die meisten seiner rund 100 Mitarbeiter entlassen musste . Laut Ryniker beschäftigt das Unternehmen weiterhin 33 Mitarbeiter. Diese Zahl ist seit November offenbar nicht mehr reduziert worden.
Wegen der anhaltend negativen Berichte sollen Firmengründer Wolfgang Haupt und das Management im Juni 2020 eine interne Untersuchung eingeleitet haben. Diese stehe inzwischen vor dem Abschluss. Haupt trat zudem im November 2020 von der Firmenspitze zurück.
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