KI-Startup: Augustus entlässt fast jeden zweiten Mitarbeiter

Das KI-Startup Augustus Intelligence konnte viele prominente Investoren und Lobbyisten gewinnen. Von den eingesammelten Millionen ist nur wenig übrig.

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Nur mit solchen Displays der Firmentochter Moblty nimmt Augustus offenbar Geld ein.
Nur mit solchen Displays der Firmentochter Moblty nimmt Augustus offenbar Geld ein. (Bild: Moblty)

Das New Yorker Startup Augustus Intelligence hat wegen finanzieller Schwierigkeiten fast die Hälfte seiner verbliebenen Mitarbeiter entlassen müssen. Das berichtet das Handelsblatt (Paywall) unter Berufung auf einen Bericht des Unternehmens an seine Investoren. Augustus Intelligence habe seine "Belegschaft signifikant reduzieren und sich neu fokussieren müssen", zitiert das Blatt den Beiratsvorsitzenden Prinz Stefan von und zu Liechtenstein.

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Einen Großteil der bislang eingesammelten 34,5 Millionen US-Dollar habe das deutsch-amerikanische Startup mangels Strategie und vorzeigbarem Produkt vergeudet, schreibt das Handelsblatt. Von 94 Mitarbeitern im Frühjahr dieses Jahres seien noch 34 übrig geblieben.

Das Unternehmen war Anfang Juni 2020 in die Schlagzeilen geraten, weil der CDU-Abgeordnete Philipp Amthor Lobbyarbeit für das Unternehmen gemacht hat und persönlich davon profitiert haben soll. Amthor räumte anschließend ein, damit einen Fehler begangen zu haben. Doch in den vergangenen Jahren war es dem Startup mithilfe der Kontakte in die Bundespolitik gelungen, Zugang zu höchsten Regierungsvertretern zu erhalten.

Vor allem private Investoren

Dem Bericht des Handelsblatt zufolge sammelte Augustus Intelligence vor allem Geld von privaten Investoren ein. Auf einer auf den 8. Juni 2020 datierten Liste mit 40 Investoren fänden sich kein Risikokapitalfonds und praktisch keine Expertise für künstliche Intelligenz (KI). Der Privatbankerbe und AfD-Spender August François von Finck steckte demnach 11,4 Millionen US-Dollar in Augustus, Stefan von und zu Liechtenstein rund 5 und der frühere Bundeswirtschafts- und Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) 1,7 Millionen Dollar. Guttenberg soll sogar bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für das Unternehmen geworben haben.

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Weitere Investoren waren laut Handelsblatt zwei Geschwister aus dem Swarovski-Clan, die sich mit Millionenbeträgen beteiligten. Ex-Bild-Chefredakteur Kai Diekmann hat demzufolge etwas mehr als 100.000 Dollar hineingesteckt. Ein deutscher Professor und Ex-Regierungsbeamter beteiligte sich mit fast einer halbe Million Dollar.

Amthor soll für sein Engagement Aktienoptionen im Wert von 250.000 US-Dollar erhalten haben. Dafür soll es ihm dem Bericht zufolge möglicherweise gelungen sein, einen Großinvestor aus seinem heimatlichen Wahlkreis in Mecklenburg-Vorpommern zu gewinnen. Die KRC Beteiligungen, hinter der der Unternehmer Klaus Keunecke aus Strasburg in der Uckermark stehe, habe knapp 1,7 Millionen Dollar in Augustus gesteckt.

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Umsatz nur mit übernommenem Startup

Der aktuelle Umsatz des Unternehmers werde fast ausschließlich aus den Einnahmen von Moblty generiert, einem Startup, das von Augustus im Jahr 2019 übernommen wurde. Moblty verkauft demnach smarte Bildschirme für Einzelhandelsfilialen, verdient damit jedoch noch kein Geld. Dem Bericht zufolge hat Augustus in jüngster Zeit keine Neukunden gewinnen können, will nun aber neues Geld von Investoren einsammeln.

Es gibt ohnehin Zweifel, ob Augustus Intelligence tatsächlich über das Know-how und die entsprechenden Produkte verfügt, um KI-basierte Lösungen anbieten zu können. Schon Anfang März 2020 berichtete der Spiegel über eine Klage, in der ehemalige Mitarbeiter dem Unternehmen die Täuschung von Investoren vorwarfen. "Ziehen Sie den Vorhang beiseite", dann werde sichtbar, dass die Geschäftspraktiken von Augustus Intelligence von "Betrug, Illegalität und Korruption durchdrungen" seien, zitiert der Spiegel aus einer Klage vor dem New York Southern District Court.

Zudem wurden Zweifel an der Qualifikation der Firmenvertreter laut. So wurde dem angeblichen KI-Wunderkind Pascal Weinberger vorgeworfen, seinen Lebenslauf auf LinkedIn geschönt zu haben. Demnach soll er als Ingenieur für künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen bei Google gearbeitet haben. Doch Google erklärte auf Anfrage von Golem.de, dass Weinberger dort weder als fest angestellter noch als zeitlich befristeter Mitarbeiter jemals gearbeitet habe. Anfragen von Golem.de zu seinem Lebenslauf ließ Weinberger bislang unbeantwortet. Der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) hatte er gesagt, er habe über einen externen Anbieter mit Google gearbeitet und könne wegen strenger Geheimhaltung nicht mehr dazu sagen.

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ElMario 23. Nov 2020

Ja, die Überschrift sollte lauten, "Augustus entlässt den zweiten Mitarbeiter...

mke2fs 23. Nov 2020

Na staatliche Aufträge und Förderung natürlich. Was verspricht sich die Lufthansa (die...

Single Density 22. Nov 2020

Ja, wenn man sich so angugckt, wenn die abgezockt haben, wird einem Augustus...

berritorre 22. Nov 2020

Du hast gelesen, dass Gutenberg ein Investor war? Die 1,7 Millionen die er reingesteckt...



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