KI-Start-up Wayve: Die britische Konkurrenz zu Waymo und Tesla
Das in London ansässige Start-up Wayve hat eine Finanzierungsrunde mit 1,2 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Zu den Geldgebern gehören neben IT-Firmen wie Microsoft, Nvidia und Uber auch die Autohersteller Mercedes-Benz, Nissan und Stellantis, teilte das Unternehmen am 25. Februar 2026 mit(öffnet im neuen Fenster) . Das 2017 gegründete Unternehmen entwickelt eine KI-basierte Software für autonomes Fahren.
In der Finanzierungsrunde wurde das Start-up demnach mit 8,6 Milliarden US-Dollar bewertet. Der Fahrdienstleister Uber werde zusätzliches Kapital investieren, "um den weltweiten Einsatz von Wayve-betriebenen Robotaxis auszuweiten" , hieß es. Es müssen jedoch bestimmte Zielvorgaben erreicht werden, damit Uber die Investitionen auf insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar aufstockt.
Keine hochauflösenden Karten erforderlich
Der Mitteilung zufolge verzichtet Wayve bei seinem System auf die Nutzung hochauflösender Karten oder standortspezifischer Systeme. Dieser Ansatz werde als Ende-zu-Ende-KI bezeichnet. Das Basismodell sei mit Daten aus mehr als 70 Ländern und einer breiten Palette von Fahrzeugplattformen trainiert worden. Dadurch sei es möglich gewesen, ohne vorherige Feinjustierung Fahrzeuge in mehr als 500 Städten in Europa, Nordamerika und Japan zu testen.
Allerdings scheint Wayve mit seinem Ansatz der Konkurrenz nicht unbedingt voraus zu sein. So soll Uber in diesem Jahr erste Robotaxis mit der Software von Wayve einsetzen. Im Jahr 2027 soll die Software in Serienfahrzeugen verfügbar sein und überwachtes autonomes Fahren ermöglichen. Diese Funktion wollen Hersteller wie Tesla und Mercedes-Benz jedoch schon früher anbieten. Während Tesla die Software selbst entwickelt, nutzt Mercedes inzwischen ein System von Nvidia .
KI generiert auch die Trainingsdaten
Die Wayve-Software AV2.0 kombiniert laut Firmenangaben(öffnet im neuen Fenster) das Sprachmodell Lingo mit dem generativen Weltmodell Gaia(öffnet im neuen Fenster) . Ebenso wie bei Nvidias Alpamayo handelt es sich bei Lingo(öffnet im neuen Fenster) um ein Vision-Language-Action-Modell (VLA-Modell), das optische Wahrnehmung und logisches Denken miteinander verknüpft. Gaia-2 wird demnach dazu verwendet, um realistische Fahrvideos aus Text-, Aktions- und Videoeingaben zu erzeugen. Das soll das Training und die Validierung von Lingo beschleunigen, insbesondere für seltene Ereignisse. Einen ähnlichen Ansatz verfolgen auch Autozulieferer wie Bosch beim autonomen Fahren.
Bei der Partnerschaft mit Uber geht es vor allem darum, selbstfahrende Robotaxis mit der Assistenzstufe 4 zu testen. Diese sollen bereits in diesem Jahr in London zum Einsatz kommen. Geplant sei die Ausdehnung auf mehr als zehn Märkte weltweit. Uber wolle dabei Fahrzeuge verschiedener Hersteller nutzen. So entstehe ein skalierbares Modell für autonomes Fahren mit Serienfahrzeugen.
Wayve will seine Software direkt an Automobilhersteller und Tools zur Anpassung von Fahrmodellen an spezifische Fahrzeuge und Marken anbieten. Dabei sei die Software nicht an bestimmte Hardwarehersteller wie Nvidia gebunden. Der KI-Fahrer von Wayve nutzt in erster Linie Kamera- und Radardaten für die Umgebungserkennung. Zusätzliche Sensoren wie Laserscanner könnten jedoch integriert werden.
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