KI-Slop: Googler lästern intern über KI-Tools
In internen Google-Chats kursieren Dutzende Memes, mit denen sich Mitarbeiter über die KI-Tools des Unternehmens lustig machen. Die Witze stehen in Kontrast zur Außenwirkung Googles: Das Unternehmen setzt seit einiger Zeit verstärkt auf KI-Werkzeuge und baute diese in zahlreiche seiner Dienste ein. Auf der Google I/O 2026 wurden wieder zahlreiche neue Tools vorgestellt.
404 Media(öffnet im neuen Fenster) konnte zahlreiche Memes aus dem internen Google-Chat Memegen einsehen. Aus Gründen des Quellenschutzes werden diese im Bericht der Webseite nicht im Original wiedergegeben, sondern nachgestellt. In den Memes ist vor allem der erhöhte Arbeitsaufwand Thema, den die KI-Werkzeuge aus Sicht der Mitarbeiter generieren. In einem Meme werden die Neuankündigungen auf der I/O 2026 als KI-Slop bezeichnet.
Alphabet-CEO Sundar Pichai zufolge sind 75 Prozent des neu erzeugten Codes bei Google mittlerweile KI-generiert. Eine Erleichterung für die Angestellten bedeutet das offenbar nicht immer: Einem Mitarbeiter zufolge gibt es den Druck, Kennzahlen aufzublähen, die nicht der Realität entsprächen.
Google soll Zeitersparnis durch KI-Helfer beschönigen
So gab Google an, dass ein Projekt sehr viel länger gedauert hätte, wenn keine KI genutzt worden wäre. Ein Mitarbeiter erklärte, er könne zwar schnell und einfach 100 Tasks mit KI erstellen – das Projekt fertigzustellen benötige aber immer noch einen Menschen und würde so lange dauern wie immer.
KI-Projekte haben intern offenbar Priorität, wie ein Mitarbeiter berichtete: "Projekte im Bereich KI haben Vorrang, alles andere wird auf die lange Bank geschoben. Eigentlich sollte ich an einem Projekt im Bereich Testing arbeiten, doch nach langem Hin und Her wurde dieses gestrichen. Jetzt wurde ich in ein Projekt im Bereich Agents hineingezogen."
Der Golem-Blick
Angesichts der vielen Berichte zu sogenanntem KI-Slop, also fehlerbehafteten Inhalten, die menschliche Korrektur benötigen, verwundert es nicht, dass auch Googler sich über solche Tools lustig machen. Interessant wird, ob die Berichterstattung darüber womöglich zu einem Umdenken bei Google führen könnte. Das Frustrationslevel bei einigen Angestellten ist so hoch, dass sie sich angeblich bereits nach anderen Stellen umhören.
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