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KI-Sicherheit: Anthropic sperrt Wissenschaftler wegen Biowaffen-Forschung

Anthropic blockiert Konten von Forschern, die KI-Modelle wie Claude zur Entwicklung von biologischen Waffen nutzen wollten.
/ Nils Matthiesen
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Anthropic will den Missbrauch von Claude stoppen (Symbolbild). (Bild: JOEL SAGET / AFP via Getty Images)
Anthropic will den Missbrauch von Claude stoppen (Symbolbild). Bild: JOEL SAGET / AFP via Getty Images

Das KI-Unternehmen Anthropic dokumentiert in einem aktuellen Bericht(öffnet im neuen Fenster) Fälle von Missbrauch seiner KI-Modelle durch Wissenschaftler. Das Unternehmen sperrte demnach Nutzer, die die Systeme zur potenziellen Entwicklung biologischer Waffen einsetzten. Die Erkennung solcher Risiken gewinnt an Bedeutung, da neuere KI-Modelle wissenschaftliche Arbeiten zunehmend leistungsfähig unterstützen.

Der Bericht beschreibt Fallstudien aus sieben Missbrauchskategorien: biologischer Missbrauch, konventionelle Waffenentwicklung, Cyberoperationen, Einflussoperationen, Überwachung, Betrug und unautorisierte Modellreplikation. Die Unterscheidung von Missbrauch und regulärer Forschung erweist sich als komplex, da sich die Entwicklung von Impfstoffen technisch kaum von der Erstellung einer Biowaffe unterscheidet. Anthropic entschied in allen Zweifelsfällen vorsorglich restriktiv.

Jacob Klein, Leiter der Threat Intelligence bei Anthropic, betonte in der New York Times(öffnet im neuen Fenster), dass Anträge auf Forschung oft vielschichtig seien und nicht zwingend eine offenkundig schädliche Absicht zeigten.

Erkennung von Risikoforschung

Im Mai 2026 schlug der biologische Sicherheitsklassifikator von Anthropic an, als ein Nutzer Claude um Unterstützung bei einem Förderantrag bat. Der Antrag betraf Gain-of-Function-Forschung am Chikungunya-Virus, für das keine zugelassene Behandlung existiert. Die geplante Arbeit zielte darauf ab, die Übertragbarkeit des Virus zu erhöhen und das Umgehen der Immunabwehr zu ermöglichen. Zudem wies das Vorhaben eine Anbindung an ein militärisches Forschungsinstitut auf.

Weitere Fälle im biologischen Bereich betrafen Gain-of-Function-Forschung zur Übertragbarkeit der Vogelgrippe auf Säugetiere, Arbeiten zu Orthopoxviren, die Erstellung eines Toxin-Peptid-Atlasses mit Optimierungspipeline sowie die computergestützte Neugestaltung von Toxinen.

Konsequenzen und Schutzmaßnahmen

Anthropic sperrte die Konten der betroffenen Nutzer und verwendet die Ergebnisse der Untersuchungen zur Weiterentwicklung der Sicherheitsfilter. Das Unternehmen hält Namen von beteiligten Personen, Institutionen, Ländern sowie konkrete biologische Verfahren unter Verschluss.


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