KI-Server: Alibaba soll Nvidia-Chips illegal erhalten haben
Schon länger wird vermutet, dass Unternehmen aus Südostasien illegal leistungsfähige Nvidia-KI-Chips nach China liefern, was die US-Regierung untersagt hat. Wie Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) berichtet, sollen Chips in Server-Racks von Super Micro auch an Alibaba geliefert worden sein.
Bloomberg identifizierte eines der Unternehmen, die Nvidia-Chips nach China geschmuggelt haben sollen. Den Angaben zufolge handelt es sich um das thailändische Unternehmen Obon. In den bisherigen Ermittlungen in den USA wurden weder Obon noch Alibaba explizit genannt. Anfang 2026 wurden Mitarbeiter von Super Micro wegen Schmuggelverdachts verhaftet.
Alleine in den ersten drei Monaten der aktuellen Amtszeit von US-Präsident Donald Trump sollen KI-Chips im Wert von mehr als einer Milliarde US-Dollar nach China geschmuggelt worden sein. Sowohl die US-Regierung als auch die chinesische Regierung stellten mittlerweile Auflagen für die Lieferungen von Nvidia-Chips nach China auf.
Nvidia darf stärkste KI-Beschleuniger nicht nach China liefern
Dieses recht komplexe Regelgeflecht, das sich in der Vergangenheit bereits mehrfach änderte, sieht grob erklärt vor, dass Nvidia seine leistungsfähigsten KI-Beschleuniger nicht nach China liefern kann. Stattdessen wurden zunächst reduzierte Versionen ausgeführt, die unter den von der US-Regierung aufgestellten Leistungsgrenzen lagen. Ende 2025 erhielt Nvidia dann die Erlaubnis, die ältere H200 nach China zu exportieren.
Bloomberg beobachtete in Obons Finanzen auffällige Bewegungen. So stiegen Super Micros Verkäufe an Obon im ersten Halbjahr 2024 sprunghaft an, sie hatten einen Wert von 100 Millionen US-Dollar. Bereits zu diesem Zeitpunkt galten Verkaufsbeschränkungen für KI‑Hardware nach China, weshalb Super Micro eine Untersuchung startete und den Verkauf kurzfristig unterbrach.
2025 stiegen Obons Importe von KI-Hardware wieder an. Kurz bevor die US-Regierung ein Exportverbot nach Thailand umsetzen wollte, steigerten sich die Importe sprunghaft. Das Verbot wurde letztlich nicht erlassen. Obon ist das verantwortliche Unternehmen hinter Siam AI, einer unabhängigen Cloudlösung für Thailands KI-Bestrebungen.
Nvidia teilte Reuters mit(öffnet im neuen Fenster) mit, dass man davon ausgehe, dass die Handelspartner sich an Auflagen hielten. Alibaba erklärte, dass es keine Handelsbeziehungen zu Super Micro oder Obon unterhalte. Verbotene Chips würden nicht in den Datenzentren von Alibaba eingesetzt. Super Micro und Obon äußerten sich nicht zu den Anfragen von Reuters.
- Anzeige Hier geht es zu The Apprentice - The Trump Story bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.