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KI: SAP-Entwickler sollen vor Ort bei Bayer und H&M Probleme lösen

Um praxistaugliche KI-Funktionen schneller auf den Markt zu bringen, lässt SAP seine Entwickler in kleinen Einheiten bei Großkonzernen programmieren, etwa bei Kunden wie Bayer oder H&M.
/ Achim Sawall
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SAP-CEO Christian Klein (Bild: SAP)
SAP-CEO Christian Klein Bild: SAP

SAP schickt Forward Deployed Engineers genannte Entwicklerteams zu Enterprise-Kunden, um KI-Agenten zu entwickeln und zu implementieren. Einen Bericht des Manager Magazins(öffnet im neuen Fenster) bestätigte SAP-Sprecher Björn Emde gegenüber Golem teilweise.

"SAP validiert und beschleunigt Industry AI durch Forward Deployed Engineering, indem SAP gemeinsam mit echten Kunden reale Probleme löst und schnell Lösungen entwickelt", erklärte Emde. "Es handelt sich dabei um Co-Innovations-Projekte, das heißt, das Branchen-und Prozess-Know-how des Kunden ist essenziell."

Die aus drei bis zehn Top-Programmierern sowie externen Beratern bestehenden Teams arbeiten über mehrere Monate hinweg vor Ort bei Großkonzernen wie Bayer, H&M, Toyota oder Bosch, berichtet das Manager Magazin. Sie entwickeln dort innerhalb von sechs bis neun Wochen erste einsatzfähige KI-Agenten, die mit den Daten der Firmen arbeiten und in deren bestehende IT-Systeme eingebettet werden.

Bei Bayer entwickelte ein vierköpfiges SAP-Team etwa ein KI-Werkzeug, das ausstehende Rechnungen wie von Landwirten in Lateinamerika automatisiert und deutlich schneller einfordert. Beim schwedischen Modekonzern H&M bauen die Entwickler KI-Systeme für die Retourenabwicklung, die im Voraus berechnen, ob bei einem Umtausch ein passendes Ersatzkleidungsstück in der jeweiligen Filiale vorrätig ist. Die Ergebnisse gehören vollständig SAP.

SAP beansprucht die Resultate

Die Forward Deployed Engineers würden direkt bei ausgewählten Kunden eingebunden, um "branchenspezifische Aufgaben ohne fertige Standardantwort zu bearbeiten", erklärte Emde weiter. "Die Nähe zum Kunden soll sicherstellen, dass die Entwicklung den tatsächlichen Anforderungen entspricht", betonte der Sprecher. Bewährte Lösungen würden anschließend in SAP-Produkte integriert und als standardisierte, skalierbare Angebote breiter verfügbar gemacht.

Bei wichtigen KI-Funktionen, die SAP bislang neu geschaffen hat, verweist Emde auf das Ziel, "bis Jahresende mehr als 50 Joule Assistants bereitzustellen, die auf ein Netzwerk von geplant über 200 spezialisierten KI-Agenten zugreifen und Geschäftsprozesse über Funktionsgrenzen hinweg automatisieren". Konkrete Funktionen der KI-Agenten nannte er nicht. 

SAP steht unter Druck, weil verschiedene Konkurrenten versuchen, mit KI-Agenten das Geschäftsmodell des Konzerns anzugreifen. Die Bedrohung besteht darin, dass SAP zur austauschbaren reinen Passiv-Datenbank (Commodity) wird, während die wertschöpfenden intelligenten Prozesse und Benutzerinteraktionen von den KI-Agenten der Konkurrenz übernommen werden könnten.

Besonders etablierte Konkurrenten wie Salesforce mit Agentforce, Microsoft und Servicenow sowie Datenspezialisten wie Palantir und aufstrebende Automatisierungs-Start-ups wie N8n setzen SAP unter Druck, indem sie Geschäftsprozesse durch autonome KI-Agenten automatisieren und das klassische ERP-Modell bedrohen.


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