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KI-Propaganda auf Tiktok: So inszenieren AfD-Supporter den Niedergang Deutschlands

Friedrich Merz statt Alice Weidel: Eine Golem-Analyse von 357 Videos zeigt, wie Pro-AfD-Accounts mit KI Gegnerbilder erzeugen und Verlustängste schüren.
/ Oliver Jessner
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Die Frage, wie groß das Pro-AfD-KI-Milieu auf Tiktok insgesamt ist, kann unsere Recherche leider nicht beantworten. (Bild: Thomas Fuller / SOPA Images via Reuters Connect)
Die Frage, wie groß das Pro-AfD-KI-Milieu auf Tiktok insgesamt ist, kann unsere Recherche leider nicht beantworten. Bild: Thomas Fuller / SOPA Images via Reuters Connect
Inhalt
  1. KI-Propaganda auf Tiktok: So inszenieren AfD-Supporter den Niedergang Deutschlands
  2. Friedrich Merz als Hauptfigur
  3. KI bleibt vor allem bei den Supportern
  4. Vom For-You-Feed zum Datensatz
  5. Wenn aus abstrakten Ängsten konkrete Bilder werden

Merz nimmt uns die Rente weg. Deutschland ist wirtschaftlich am Ende, seit die D-Mark verschwunden ist. Und während ältere Menschen Pfandflaschen sammeln müssen, fließt das Geld in die Ukraine. Was wie eine Sammlung zugespitzter Stammtischparolen klingt, ist Teil eines wiederkehrenden Erzählmusters auf Tiktok.

Für diese Golem-Recherche wurden inoffizielle Pro-AfD-Accounts untersucht, die generative KI einsetzen, um solche Botschaften als kurze, emotional aufgeladene Szenen zu inszenieren: mit synthetischen Rentnern, personifizierten Währungen und realen Politikern in erfundenen Situationen.

Dabei zeigt sich: Direkte Werbung für die AfD steht vergleichsweise selten im Mittelpunkt. Stattdessen dominieren Gegnerbilder, Verlustängste und die Erzählung eines bedrohten Deutschlands.

Die Regierung als Hauptziel

Rund 44 Prozent der vergebenen Narrative greifen die Regierung oder einzelne Regierungsmitglieder an. Mit deutlichem Abstand folgen die Erzählung eines Deutschlands, das "gerettet" werden müsse, mit rund 14 Prozent und Kritik an der Ukraine beziehungsweise ihrer Unterstützung mit knapp zwölf Prozent.

Rentenangst macht rund acht Prozent der Narrative aus. Direkte Unterstützung oder Wahlwerbung für die AfD kommt dagegen nur auf etwa sieben Prozent. Explizit migrationsbezogene Narrative spielen quantitativ eine noch kleinere Rolle.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Migration in der Bildsprache der Videos keine Rolle spielt. Die Prozentwerte beziehen sich dabei auf alle vergebenen Narrative; ein Video konnte mehrere Motive gleichzeitig enthalten. Das untersuchte Milieu funktioniert damit weniger wie ein dauerhafter digitaler Wahlwerbespot. Im Vordergrund stehen politische Gegner, Verlustängste und Bedrohungsszenarien.


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