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Wenn aus abstrakten Ängsten konkrete Bilder werden

Ob ein Bild echt oder KI-generiert ist, ist nur ein Teil der Frage. Ebenso wichtig ist, welche Wirkung es beim Publikum entfaltet. Ein Text kann behaupten, Deutschland verliere seinen Wohlstand.

Ein Bild kann daraus eine Szene machen: einen Rentner mit Pfandflaschen, einen Politiker als Verantwortlichen und die Ukraine als Empfänger des Geldes. Die politische Aussage wird dadurch nicht richtiger, aber unmittelbarer und emotional leichter erfassbar. Sie macht aus abstrakten politischen Behauptungen konkrete Situationen.

Aus Verteilungsfragen werden Gewinner und Verlierer, aus Institutionen Figuren und aus politischen Gegnern sichtbare Schuldige. Der behauptete Zusammenhang muss nicht mehr erklärt werden. Er wird als Geschichte präsentiert.

Die gesellschaftliche Frage ist deshalb größer als die nach der Echtheit einzelner Videos. Im untersuchten Pro-AfD-Milieu entstehen künstliche Narrative, die reale politische Ängste und Konflikte aufgreifen, vereinfachen und emotional zuspitzen.

Dabei werden nicht zwangsläufig erfundene Probleme präsentiert, wohl aber erfundene Szenen und Kausalitäten, die politische Überzeugungen plausibler erscheinen lassen sollen.

Die Herausforderung besteht deshalb nicht nur darin, synthetische Inhalte zu erkennen, sondern auch zu verstehen, welche politische Geschichte sie erzählen und mit welchen Mitteln sie diese plausibel erscheinen lassen.

Oliver Jessner(öffnet im neuen Fenster) bringt 15 Jahre Erfahrung in der Softwareentwicklung und Unternehmertum mit und schreibt über Wirtschaft, New Work, Startups und KI.


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